Montag, 18. Februar 2013

Das "Wort zum Sonntag" und die Wünsche von Pfr. Michael Broch an die Kirche...

Pfarrer Michael Broch ist kein unbeschriebenes Blatt. Mitte 2010 trat er als Direktor der katholischen Journalistenschule (IFP) in München zurück, nachdem nicht nur die deutschen Bischöfe entsetzt über einige seiner Äußerungen reagiert hatten. In einem Interview hatte der frischgebackene Akademie-
direktor u.a. erklärt, Papst Benedikt fahre "die Kirche an die Wand". 

Spezielle Formulierungen haben es ihm offensichtlich angetan, denn auch an anderer Stelle sprach er von "einer völlig antiquierten Sexualmoral". Im Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten"
setzte er noch eins drauf: "Das System Kirche darf nicht von ein paar zölibatären Männern beherrscht werden." Und was seinen Priesterkragen betrifft: "Den müsste ich gerade im Staatstheater im Kostümfundus holen."

Journalistenkollege Alexander Kissler befand nach den papstkritischen Formulierungen, Pfr. Broch's Äußerungen ließen "weder auf eine differenzierte Denkarbeit noch auf eine gute Kinderstube schließen" und der Tag des Rücktritts sei "ein guter Tag" in der Geschichte des IFP.
Vergangenen Samstag sprach Pfarrer Broch wieder einmal das "Wort zum Sonntag" im Programm der ARD. Nachdem er Papst Benedikt Respekt vor dessen Rücktrittsankündigung gezollt hatte, ging er über zu seiner "Vision von Kirche". Er wünsche sich eine Kirche, die "offen, bescheiden, mitfühlend" etwa mit Homosexuellen umgehe. Er wünsche sich auch, dass sich Kirche "öffnet für demokratische Strukturen vor Ort. Und wegkommt vom strengen römischen Zentralismus. Ich wünsche mir, dass meine Kirche bereit ist zur Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen..." - Und als Sahnehäubchen kam dann noch oben drauf, dass ohnehin niemand die Wahrheit kenne: "Diese Wahrheit besitzt keine Kirche..."
So, nun haben wir ihn also mal wieder angerichtet bekommen, den bunten Sprechblasensalat mit allerlei Worthülsen. Was beim Zuschauer davon hängenbleibt, vermag ich nicht abzuschätzen.
Auf jeden Fall wohl das Gefühl, die aktuelle Kirche sei selbstverständlich nicht zeitgemäß.
Für diese beliebte These brauchen wir aber keinen Fernsehpfarrer, oder sehe ich das falsch?

"Stuttgarter Nachrichten" --- > KLICK MICH !
Alexander Kissler --- > KLICK MICH ! 
"Wort zum Sonntag" - ARD Mediathek Video --- > KLICK MICH !

Kommentare:

  1. Tja, ganz schön nervig dieser "anschwellende Bocksgesang" reformkatholisch eingestellter Fortschrittskatholiken, denen offenbar völlig am Arsch vorbei geht, das Anpassung nicht die Lösung ist. Aber damit oute ich mich natürlich als echter Reaktionär. So ist das eben, wenn man sowohl gegen das Frauenpriestertum und gegen Abtreibung ist. Wenn man dann noch an Wahrheit glaubt - dann gute Nacht!

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    1. Hoffentlich stellt diese Riege besonders "aufgeklärter" Namenskatholiken nicht nach dem kommenden Konklave fest, daß auch der neue Papst katholisch ist...

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