Montag, 4. Februar 2013

Kraut und Rüben bei Günther Jauch -- oder: Wie gut, dass wir kurz darüber gesprochen haben

Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender argumentieren gerne anlässlich der Debatten um GEZ-Gebühren, sie sorgten schließlich für umfassende Information der Bürger. Ob dem so ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. Gestern abend wurde uns in der ARD beim Talk mit Günther Jauch mal wieder ein buntes Allerlei aufgetischt, wodurch für eine etwas gründlichere Diskussion eines Themas die Zeit fehlte.
Klar, dass die Geschichte des Kölner Vergewaltigungsopfers am Anfang stand, dem gleich zwei katholische Krankenhäuser nicht geholfen haben. Da gab es einige Fragen in der Sendung, aber andere Fragen wurden nicht gestellt. Beispielsweise die, ob der erstbehandelnden Ärztin die Informationen der Stadt Köln unbekannt waren, wonach die betreffenden Krankenhäuser schon länger nicht mehr für die sogenannte Anonyme Spurensicherung zugelassen waren. Die Stadt nennt in einer Broschüre und im Internet die dafür zuständigen Häuser --- > KLICK MICH !

Und nebenbei: Die Staatsanwaltschaft hat die Angelegenheit übrigens inzwischen überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um unterlassene Hilfeleistung gehandelt hat. Eine medizinische Beweissicherung, die vor Gericht in jedem Fall auch Bestand hat, ist eine komplizierte Angelegenheit, weswegen in manchen Städten (z.B. Freiburg) ausdrücklich zum Aufsuchen der Uni-Klinik geraten wird. Klar, die katholischen Krankenhäuser hätten die Frau auf Wunsch untersuchen sollen. Ob das für diese dann vor Gericht letztlich wirklich hilfreich gewesen wäre, ist die andere Frage.
Klar auch, dass man in der Kürze der in solch einer Sendung zur Verfügung stehenden Zeit dann auch noch über einen katholischen Kindergarten dis-
kutieren kann, dessen Träger den Ehebruch einer Erzieherin nicht akzeptieren wollte, und es blieben auch noch ein paar Minuten, um über katholische Träger von Krankenhäusern und Kindergarten allgemein zu sprechen und natürlich über die vielen Leute, die der Kirche davonlaufen.
Tutti frutti eben, wie man das so kennt. Von allem etwas, und nichts richtig. Schön, dass wir heute mal kurz darüber gesprochen haben.
Eine ganze Menge ließe sich erwidern. Beispielsweise sei doch mal die Frage erlaubt, wenn viele so lauthals auf die katholischen Träger schimpfen, die doch so viel Geld vom Staat kassieren, warum sich dann die Kritiker aus diversen politischen Lagern nicht darum reißen, selbst Krankenhäuser und Kindergärten zu eröffnen?!
Sie wissen genau, warum sie das lieber bleiben lassen, sagen es aber nicht.

Und dass der Kirche die Leute wegrennen, ist natürlich bedauerlich. Aber auch da hätte es Günther Jauch gut angestanden, die Verhältnisse mal geradezurücken: Der SPD beispielsweise sind nicht bloß 10 Prozent weggerannt, sondern in den letzten drei Jahrzehnten gleich die Hälfte der Mitglieder
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Das wurde lieber verschwiegen. Es passt ja auch nicht ins Bild. Faire, ausgewogene Information sieht meiner Meinung nach anders aus...
Kritik am Stil von Jauch in der "FAZ" --- > KLICK MICH !

Kommentare:

  1. Danke für Ihren Beitrag!
    Die Sendung war mal wieder ein Schocker. Dem katholischen Theologen und Journalisten Martin Lohmann war die übliche Buhmann-Rolle zugedacht: Mehrmals wurde er höhnisch vom Publikum ausgelacht. Kann man in einer solchen Sendung überhaupt noch katholische Positionen rüberbringen?

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    1. Hat denn Hr. Lohmann eine katholische Position, wenn man die Erläuterungen des Bistums zu Rate zieht?

      Warum denn immer Fundis in solchen Sendungen sitzen, darüber schreibe ich hier: http://philipp-greifenstein.de/fundi-alarm-bei-jauch-co/

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  2. Ihr Link zur FAZ und deren aktueller Fernsehkritik bestätigt: Günther Jauch war als Moderator möglicherweise überfordert, um es vornehm zu formulieren.

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