Mittwoch, 16. Oktober 2013

Austrittswelle weniger im Bistum Limburg, sondern vielmehr in der deutschen Presse...

Das Ganze funktioniert so: Erst schreibt man massenhaft Artikel gegen den Limburger Bischof,
bis die Leute fast schon glauben, es handele sich um einen Schwerverbrecher, und nach dem Trommel-
feuer stellt man dann in den Medien fest, dass es eine Austrittswelle im Bistum Limburg gibt. Dass derzeit deutlich mehr Leute aus der Kirche austreten als üblich, bestreitet niemand. Aber wer hat das ange-
zettelt? - Und im übrigen: Witzigerweise treten aus der evangelischen Kirche jetzt auch deutlich mehr Leute aus... -- Mit anderen Worten: Jeder Kirchenaustritt ist natürlich einer zuviel, aber andererseits sind die Gründe dafür vielfältig, und die jetzige Situation bringt das Fass endgültig zum Überlaufen.

Aber wo wir gerade dabei sind: Wer sich auch nur halbwegs um Objek-
tivität bemüht, müsste als Journalist auch darüber schreiben, dass die Austrittswelle bei Gewerkschaften und Parteien wesentlich dramatischer verläuft als bei der Kirche. Die SPD beispielsweise hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte ihrer Mitglieder verloren, dagegen geht's der Kirche noch richtig gut...!

Aber schauen wir doch mal auf die Presse selbst. Die könnte sich nämlich mal bei der eigenen Nase fassen. Dort ist die Austrittswelle teilweise ge-
radezu dramatisch. Die Leser und Abonnenten laufen in Scharen davon. "DER SPIEGEL" beispielsweise hat nach einem Bericht der "Wirtschafts-
woche"
in den letzten Jahren im Einzelverkauf etwa 40 % seiner Kund-
schaft verloren, was mich ehrlich gesagt auch nicht sehr wundert...


1 Kommentar:

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