Sonntag, 27. Oktober 2013

Eilmeldung: Soll aus dem protzigen SPIEGEL-Verlagshaus ein Jugendzentrum werden?

Zuzutrauen wäre es den Herren aus dem Limburger Domkapitel.
Wie der "SPIEGEL" heute und nicht etwa am 1. April verkündet, in-
zwischen rasch und dankbar von zahlreichen Abschreiber-Medien auf-
gegriffen, prüft das Limburger Ordinariat "und der Klerus" (und das
ist nach Meinung des SPIEGELS das Domkapitel) zukünftige Verwen-
dungsmöglichkeiten des neu erbauten Diözesanen Zentrums. Der "Geld-
geschmack muss weg"
, habe man dem SPIEGEL zugetragen, heißt es.
Und deshalb will man daraus eine Suppenküche, einen öffentlichen Gar-
ten mit Café oder ein Asylbewerberheim machen.
Der Vorschlag würde jedenfalls recht gut in die hysterische Debatten-Landschaft passen. Man könnte für ein paar weitere Millionen umbauen und dann irgendwo anders für den alten oder den neuen Bischof das nach früheren Angaben des Domkapitels (ausgerechnet diese Herren waren es doch, die den Bauvorschlag eilig und mit Nachdruck nach dem Abgang von Bischof Kamphaus betrieben!) so dringende Domizil für den Bischof ganz neu für noch ein paar weitere Millionen errichten.
Man ist wirklich bei der neuen SPIEGEL-Nachricht schon beinahe ver-
sucht, sich danach zu erkundigen, was denn da neuerdings im Domkapitel eigentlich für ein Kraut geraucht worden ist...

Aber vielleicht kann der SPIEGEL bei dieser Gelegenheit auch mal über sein eigenes Protz-Quartier nachdenken? Wie wäre es z.B. mit einem Jugendzentrum? 
Fotos von der "bescheidenen" SPIEGEL-Unterkunft --> HIER !
SPIEGEL-Artikel über angedachten Umbau in Limburg --> HIER !

Kommentare:

  1. Es wird eine der ersten Aufgaben des neuen Generalvikars sein, den Großteil des Domkapitels ins Kloster zu schicken. In ein Kloster am Ende der Welt.

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  2. Ja, ich wäre auch für ein Asylbewerberheim!
    Und dann sollte man, um wirklich konsequent zu sein, das ganze Bistum Limburg schließen und den Nachbarbistümern wieder zuschlagen, aus denen es herausgenommen worden war.
    Auf diese Weise könnte man jede Menge Geldgeschmack beseitigen.
    Aus dem Gebäude des Ordinariats mitten in bester Lage Limburgs könnte man ein Außenbüro des SPIEGELS machen.

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  3. Ordinariatsgeschädigter27. Oktober 2013 um 15:04

    Apropos Geldgeschmack:
    Einer der Hauptkritiker des derzeitigen Limburger Bischofs (er ist noch im Amt!)
    ist im Domkapitel Johannes Graf von und zu Eltz.
    Wie man weiß, ist dessen Familiensitz die in ihrem Privatbesitz befindliche
    Burg Eltz.
    Diese wurde gerade mal für sagenhafte 5,1 Millionen Euro saniert.
    Und davon hat das Land Rheinland-Pfalz nach eigenen Angaben allein
    4 Millionen aus Steuergeldern beigetragen.
    Also unter diesen Umständen sollte man dann aber bitte auch schnell
    aus der protzigen Burg einen Jugendknast machen!

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  4. Ergänzender Vorschlag: Die bischöfliche Privatkapelle würde sich doch hervorragend als Bauerntheater eignen. Dann könnte dort in täglichen Aufführungen das Limburger Domkapitel irgendwelche lustigen Schwänke aus dem Leben des Ordinariats aufführen.
    Mit dem Erlös könnte man ein kleines Seniorenzentrum für ausscheidende Domkapitulare errichten.

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  5. In meiner juristischen Ausbildung habe ich gelernt, dass der Bischöfliche Stuhl eine eigenständige Körperschaft des Öffentlichen Rechts ist, verwaltet und verantwortet vom Bischof bzw. in seinem Auftrag vom Generalvikar.
    Insofern ist das Domkapitel bezüglich Entscheidungen zur Nutzungsänderungen nicht befugt.

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  6. Ich habe den Verdacht, dass dem Limburger Domkapitel auch grundlegende Kenntnisse im Baurecht fehlen. Sonst müsste man nämlich wissen, dass eine solche Nutzungsänderung genehmigungspflichtig ist und im Falle von baulichen Änderungen wie ein Bauantrag behandelt wird. Was passieren kann, wenn man den Antrag auf Nutzungsänderung nicht stellt, kann man gerne beim Freisinger Diözesanmuseum erfragen (grins)...
    Abgesehen davon würde die Veränderung der Bausubstanz erheblich und damit sehr kostspielig sein: Heute sind für öffentliche Gaststättenbetriebe usw. ganz bestimmte Standards Vorschrift, wie z.B. eine bestimmte Anzahl und Größe der Toiletten, der Küche und vieles mehr.
    Im Falle des Limburger Bischofshauses würde der Umbau also sehr teuer.
    Na dann viel Spaß dabei!

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  7. Prima!
    Da würde dann ein Wertobjekt zerstört und noch mehr Geld ausgegeben.
    Woran die Herren auch nicht gedacht haben: Bei Nutzungsänderungen
    haben die Anwohner in der Nachbarschaft auch ein Wörtchen mitzureden,
    dann das ist dort kein Gewerbegebiet.
    Auf diesen jahrelangen Rechtsstreit bin ich jetzt schon gespannt.

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  8. Danke für den Link zum SPIEGEL-Gebäude in bester Lage Hamburgs.
    Die über 20 Fotos habe ich mir mal in Ruhe angesehen:
    Alles vom Feinsten. Darf man fragen, was das alles in allem gekostet hat?
    Und noch was:
    Wenn man das Bischofshaus tatsächlich für sagen wir mal 5 Millionen
    zum Asylantenheim umbauen würde, sehe ich schon die Schlagzeile
    des SPIEGELS vor mir:
    "Die Kirche lernt's nie: 40 Millionen für ein Asylbewerber-Heim"

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