Sonntag, 20. Oktober 2013

Flüchtlinge ins Kloster Weingarten --- Die für die Kirche preiswerte Idee von Bischof Fürst

Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin sehr dafür, dass die deut-
sche Kirche große Anstrengungen unternimmt, um Flüchtlingen men-
schenwürdige Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen. Ich konnte das Schicksal einer solchen Familie aus nächster Nähe verfolgen und bin
über so manches erschüttert, einschließlich einer spektakulären
Abschiebe-
aktion, bei der ein halbes Dutzend Polizisten den Vater morgens um 6.00 Uhr vor den Augen der Kinder aus der Wohnung zerrten. -- Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, beispielsweise leerstehende Klöster für Flüchtlinge herzurichten. Inzwischen laufen dazu auch in vielen deutschen Diözesen entsprechende Aktionen z.B. zum Auffinden geeigneter Räumlichkeiten.
Ein Beispiel, das derzeit im Rampenlicht der Öffent-
lichkeit steht, ist der Vorschlag von Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), das weitgehend leer-
stehende geräumige Kloster Weingarten für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Etwa für 40 Personen könnte dort Platz geschaffen werden. Sehr erfreulich sind auch die deutlich überwiegenden positiven Reaktionen aus der dortigen Bevölkerung und Lokalpolitik. Großes Lob auch in den Me-
dien für den menschenfreundlichen Vorstoß des Bischofs. Gängige Über-
schriften sind "Bischof bietet Abtei für Syrien-Flüchtlinge an" oder "Bischof öffnet Kloster für Flüchtlinge".

Ja, das ist unbedingt zu begrüßen und ein Schritt in die richtige Richtung.
Doch so wirklich mitjubeln möchte ich in diesem Falle nicht. Der Bischof, der kürzlich erst knapp 40 Millionen Euro für ein renoviertes Bischöfliches Ordinariat locker machen konnte, hat hier einen löblichen Vorschlag ge-
macht, der ihn bzw. das Bistum in der Realität aber wenig kostet.
Der Grund dafür ist einfach, wird in den Medien aber offenbar gerne über-
sehen: Das Kloster Weingarten ist überhaupt nicht im Besitz der Kirche. Die bis zum Jahr 2009 dort lebenden Benediktiner waren nur langfristige Mieter.
Mit anderen Worten: Da das Kloster dringend reparatur- und umbau-
bedürftig ist, ganz alte Elektro- und Sanitäreinrichtungen hat, wird das nicht gerade billig. Klar, das ist im Gegensatz zu manchen Ausgaben sehr sinnvoll angelegtes Geld, aber es ist eben im wesentlichen nicht das Geld der Kirche, sondern des Landes als Besitzer der Klosteranlage.

Aber wer weiß: Vielleicht zeigt sich das Bistum bei einem zukünftigen weiteren Vorschlag seines Bischofs spendabler...?
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