Mittwoch, 23. Oktober 2013

Nach der Dauer-Kritik am Limburger Bischof: Verliert die "FAZ" wirklich dadurch Leser?

Das haben die jetzt davon, den Limburger Bischof so massiv mit Kritik zu bombardieren! -- So könnte man gestrige Artikel in einigen katholischen Blogs in einem Satz zusammenfassen. Darin wird für die "FAZ" ein deut-
licher Rückgang bei Lesern und Abonnenten attestiert, ausgehend von einer Meldung der die Auflagen von Werbeträgern messenden "IVW".

Ja, auch ich habe mich über so manchen Artikel in der "FAZ" geärgert und habe auch darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der dortigen Leserkommentare die Dinge anders sah als der Schreiber Daniel Deckers.
Und bei mir auch ein "Ja" zu der Tatsache gesunkener Auflage bei der "FAZ". 

Aber ist das symbolische  Glas in diesem Falle eher halb leer, wie man unterstellt, oder vielleicht korrekterweise eher halb voll?
Die entsprechenden Fachdienste sehen es differenzierter, als der erste Blick es nahe-
legt. Erst einmal muss  man wissen, dass die meisten Printmedien im letzten Quartal bei den Verkaufszahlen Verluste hinnehmen mussten. Beim "FOCUS" erzielte man laut einem Medienmagazin das Rekord-Minus von 15 Prozent.

Zum anderen gibt es bei der "FAZ" einige vom Management bewusst ge-
steuerte strukturelle Veränderungen. Dazu gehört das gezielte Zurückfah-
ren der sogenannten "weichen" Auflage, also deutlich billiger oder gar gratis abgegebene Exemplare. Die für durchschnittlich nur 10 % des regu-
lären Preises an die Fluggesellschaften fast verschenkten Bordexemplare gehören dazu. Solche Billigzeitungen bringen der Branche optisch aufpo-
lierte Verkaufszahlen, bei der "FAZ" waren das im 2. Quartal 2013 täglich mehr als 70.000 deutlich preisermäßigte Exemplare. Wer Inserate schaltet, interessiert sich nun mal für die verkaufte Auflage, je höher, desto besser. Die "FAZ" hat die Entscheidung getroffen, solche Bord-Exemplare um ca. 14 Prozent zu reduzieren. Logisch, dass dadurch die Verkaufsstatistik insgesamt abstürzt. 

Bei den online-Zugriffen kann die "FAZ" für den Monat September 2013 mit mehr als 30 Millionen Klicks sogar ein Plus von 12,4 Prozent vor-
weisen. Etwaige Schadenfreude ist also eher nur bedingt angebracht...

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