Dienstag, 22. Oktober 2013

Wie teuer ist die Demut und Bescheidenheit von Papst Franziskus wirklich?

Ohne diesen Vorab-Hinweis bekäme ich zwar sicher einige (böse) Kom-
mentare mehr, aber es ist mir ein Bedürfnis, das klarzustellen: Mir geht es wie den allermeisten Katholiken. Ich freue mich riesig darüber, dass es in Rom frischen Wind gibt und längst fällige Reformen vom Papst beherzt angegangen werden.

Dennoch darf es m.E. erlaubt sein, dem Versuch der Medien zu widersprechen, diesen Papst schon vorab heilig zu sprechen.

Hier nur ein paar Beispiele, die keine Nör-
gelei sein sollen, sondern nur ein vorsichtige Anfrage.
Papst Franziskus bekam Riesenbeifall für seine Entscheidung, die päpstliche Woh-
nung im Vatikan nicht zu nutzen und statt-
dessen im Gästehaus Santa Maria zu bleiben. Da fühle er sich wohl, so mitten unter den Menschen.
Das hat natürlich seinen Preis: Wie es heißt, ist mittlerweile mehr als die Hälfte einer ganzen Etage reserviert bzw. für andere gesperrt. Dort dürfe man sich dem Papst nicht nähern, wird berichtet. Das ist vielleicht auch eine Frage der Sicherheit. Aber es kostet natürlich auch zusätzliches Geld: Zum einen entgehen dem Gästehaus, das mehrere Zimmer und die Papst-
Suite nicht weiter vermieten kann, entsprechende Einnahmeausfälle.
Ob und wie diese erstattet werden, weiß ich nicht. Das Gästehaus wird nun rund um die Uhr bewacht, von Polizei und Schweizergarde. Ist zwar Ehren-
sache, kostet aber letztlich auch extra. Und währenddessen stehen nebenan die päpstlichen Räume im Vatikan ungenutzt leer...

So gerne die Presse den bescheidenen Papst mit altem Renault R 4 ab-
bildet: nicht wenige Luxuslimousinen stehen immer noch in der Tiefgarage. Möglicherweise werden die demnächst auch mal versteigert?
Während der vielgescholtene Bischof von Limburg sein Upgrade auf einem Linienflug nach Indien geschenkt bekommen hat und dem Bistum also nur die Standardkosten entstanden sind, flog der Papst wie seine Vorgänger mit einer Extra-Chartermaschine (statt Linienflug) nach Rio zum Welt-
jugendtag. Ja,ja, ich weiß, die Kosten werden von anderer Seite gesponsert (Brasilien und italienische Fluggesellschaft Alitalia), aber entstanden sind sie ja trotzdem. Man hätte das auch für Arme spenden können.

Mit anderen Worten: Bescheidenheit ist auch nicht immer ganz billig...