Mittwoch, 26. März 2014

Audienz am Donnerstag: Papst Franziskus als Gratis-Werbeträger für US-Präsident Obama?

Mit einem Tross von bis zu 900 Mitarbeitern ist der amerikani-
sche Präsident Barrack Obama derzeit auf Europa-Tour. Klar, dass er die Europäer politisch enger um sich scharen will. Zugleich sorgt das Spektakel für steigende Sympathiewerte in seiner Heimat, und das kann er angesichts zunehmender Kritik insbesondere wegen immer riskanterer Staatsverschuldung und schlechter Wirtschaftsprognosen gut brauchen. Einen kleinen Eindruck aus Brüssel (Organisationskosten für einen Tag ca. 10 Millionen Euro) bekommt man in diesem kurzen Video ---> KLICKEN !
Eine Stippvisite zu Papst Franziskus steht auch auf dem präsidentialen Programm. Das bringt dem insbesondere auch bei den amerikanischen Katholiken in die Kritik geratenen Präsidenten mit Sicherheit deutliche Pluspunkte, zumal er es versteht, sich geschickt in den Massenmedien
zu inszenieren.
Wer die sozialen Verhältnisse und insbesondere die Armut bei immer größeren Teilen der amerikanischen Bevölkerung kennt, wird bei den
von der Obama-Bürokratie vorab verkündeten Gesprächsthemen mit
dem Papst sehr aufmerksam: Es gehe ihm um "gemeinsame Anstren-
gungen beim Kampf gegen Armut und wachsende Ungleichheit"
, ließ er
die Presse wissen. Daneben dürften natürlich die aktuellen politischen Spannungen eines der Themen bei der Papst-Audienz sein.
Mit der Radikalität seiner Gesundheitsreform hatte Obama die Katholi-
ken vor den Kopf gestoßen und erlebte in den Umfragen seinen ganz persönlichen Pillenknick: Der Präsident wollte per Gesetz u.a. auch durchdrücken, dass Arbeitgeber für die Kosten von sämtlichen Verhü-
tungsmaßnahmen aufzukommen haben, von der Pille bis hin zur Steri-
lisation. Im 7000 Seiten starken Gesetzentwurf war zwar eine Ausnahme-
regelung für die Kirche selbst vorgesehen, nicht aber für kirchliche Orga-
nisationen vom Krankenhaus bis hin zu Firmen in kirchlicher Hand.
Erbitterter Widerstand bei der katholischen Kirche, dem sich inzwischen auch evangelische Christen angeschlossen haben, war die eigentlich logi-
sche Konsequenz. Die amerikanischen Bischöfe haben sogar landesweit Hirtenworte von der Kanzel verlesen lassen, um ihrer Empörung Ausdruck zu geben. Kein Staat der Welt dürfe Christen verpflichten, ausdrücklich in wichtigen Fragen gegen die kirchliche Lehre und gegen ihr Gewissen zu handeln. Man werde sonst zu Heuchlern, wenn man katholische Grund-
sätze lehre und in der Praxis das Gegenteil mitfinanziere.
Inzwischen ist Obama zwar ein Stückchen zurückgerudert, aber die Bi-
schöfe sind mit dem Kompromiss noch nicht zufrieden und die Wunden
im Vertrauen werden nicht so schnell heilen.
Dieses Thema ist für das Gespräch mit dem Papst daher ganz und gar nicht willkommen. Man wolle sich da lieber auf "Bereiche der Übereinstimmung" konzentrieren, drückte man es von US-Seite vorsichtshalber schon mal vorab aus...
Papst Franziskus ist sicher clever genug, sich nicht vor einen Karren span-
nen zu lassen, den er besser nicht ziehen sollte. Warten wir also mal ge-
spannt ab, wer am Donnerstag von den beiden die geschicktere Öffentlich-
keitsarbeit betreibt.
Und weil man die Hoffnung auch bei Politikern nie aufgeben sollte: Vielleicht kann der Papst dem US-Präsidenten "nebenbei" auch ins Ge-
wissen reden, beim manchmal erkennbaren amerikanischen Hang zur Großmannssucht im Interesse der ganzen Welt Vorsicht walten zu lassen...

Kommentare:

  1. O weh! -- Das wird Putin animieren, dem Papst ebenfalls
    einen Besuch abzustatten.
    Die Frage ist nur, mit wie vielen Kompanien...!

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    1. Wenn er den Kinderschlächter Barack Hussein O. meint empfangen zu müssen, dann hat er die Pflicht, den tiefgläubigen, um die Wiedererstehung christlicher Werte bemühetn Präsident Putin sollte auf jeden Fall zu empfangen. Wenn's nach mir und vielen anderen echten Katholiken ginge, dürfte Putin gerne einige Kompanien mitbringen und unsere heruntergekommenen "westlichen" Staaten annektieren.

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    2. Möglicherweise denken einige andere Leser,
      es würde auch genügen, wenn Putin ein paar Leute von
      hier in ein schönes russisches Straflager umquartieren würde...

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  2. Die Publicity-Maschinerie des amerikanischen Präsidenten
    läuft auf vollen Touren.
    Wenn er wirklich was gegen Armut und Ungleichheit tun wollte,
    bräuchte er nicht zum Papst zu reisen. Da könnte er endlich
    mal vor der eigenen Haustüre kehren.
    Machen wir uns doch nichts vor: Obama will sich nur im Glanze
    des Papstes sonnen und dadurch auch den von ihm angerichteten
    Flurschaden bei den amerikanischen Katholiken etwas mildern.

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