Montag, 17. März 2014

Der heilige Josef - der Mann mit der wichtigsten Nebenrolle der Welt (Hochfest am 19. März)

Am 19. März feiert die katholische Kirche das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria. In der Bibel begegnet er uns als schweigsamer, frommer Mann der Tat. Seine Rolle im Heilsplan Gottes sollte man jedoch nicht unterschätzen:
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Der hl. Josef nach den Evangelien (18 S. pdf) ---> KLICKEN !
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Predigt aus dem "Predigtgarten" (Hl. Abend, Mt 1,18-25)

Der Traummann
.
Jeder Fernsehsender, der beim Kampf um Zuschauerzahlen ganz oben stehen will, muss unbedingt Quizsendungen zur besten Sendezeit an-
bieten. Die sind jetzt wieder sehr gefragt. Zum heutigen Evangelium habe ich hier auch eine Quizfrage für Sie parat: „Was antwortete Josef dem Engel, der ihm im Traum erschien?“ -
Sie dürfen jetzt allerdings niemanden anrufen und auch bitte unser Publikum nicht befragen.
Ja, was antwortete Josef also dem Engel, als der ihm erklärte, dass das Kind, das seine Verlobte Maria erwartete, vom Heiligen Geist ist?
Wenn Sie sich an die Antwort nicht erinnern können, ist das kein Grund, sich über zunehmende Vergesslichkeit Gedanken zu machen. Josef antwortete nämlich - nichts !
Und das muss man sich mal vorstellen: Josef hatte ganz sicher seinen Traum vom Leben mit Maria. Ein Häuschen, seine kleine Zimmerei-Werkstatt, ein paar nette Kinder mit seiner lieben Frau Maria – ach, das wäre schön!
Josef war mit Maria verlobt. Verlobung war damals ein absolut ver-
bindliches Eheversprechen und wurde gesetzlich auch so behandelt.
Auf Ehebruch stand schon während der Verlobungszeit die Strafe der Steinigung, zumindest aber ein Verstoßen in Schimpf und Schande.
Und nun – vor dem Erscheinen des Engels – hatte Maria ihrem Verlobten anvertraut: Ich bin schwanger durch das Wirken des Heiligen Geistes. - Josef war geschockt. Sein Traum vom trauten Heim schien wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Was war nur los mit Maria? Er kannte sie
doch schon lange und gut genug, um seiner frommen Verlobten absolut vertrauen zu können. Sollte er sich derart getäuscht haben?
Hatte sie einen anderen Mann kennengelernt?
Jeder, der einmal heftigen Liebeskummer erlebt hat, kann Josef nachfühlen, in welchem Zustand er jetzt war. Das war wie ein kleiner Weltuntergang! Die Erklärung Marias konnte er beim besten Willen nicht verstehen.
Aber was tun? - Josef wollte Maria vor allem nicht bloßstellen. „Josef,
ihr Mann, der gerecht war“
heißt es im Evangelium.
Ja, Josef war im besten Wortsinne fromm und bemühte sich um ein gerechtes Leben, wie Gott es erwartete. Aber was war jetzt in dieser vertrackten Situation gerecht?
So beschloss er, „sich in aller Stille von ihr zu trennen“.
Er wollte also jedes Aufsehen vermeiden. Nicht Wut oder Enttäuschung bestimmte sein Denken, sondern seine große Liebe zu Maria, die er auf diese Weise schützen wollte, denn wenn er sich von ihr trennte und viel-
leicht in einen anderen Ort zog, sah es nach außen so aus, als läge die Schuld bei ihm.
Eine verlassene Braut – und dann noch schwanger!
Schlimm, dieser Mann! - Josef war also bereit, sich die Hände schmutzig zu machen, um seine geliebte Maria von allen Schuldzuweisungen zu verschonen.
Doch dann kam das, was in einer bekannten Redewendung so klingt: Der Mensch denkt, und Gott lenkt. - Gott griff energisch in das Geschehen ein: Er schickte einen Boten, einen Engel, der Josef zum Traum-Mann machte.
Im Traum wurden ihm die Augen geöffnet, und er bekam sogar den Auf-
trag, die juristische Vaterstelle anzunehmen. Die Namensgebung war damals eine ehrenvolle Aufgabe, die immer nur dem Vater zufiel.
Der Engel hielt sich nicht mit langen Reden auf: „Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben.“ - Das war eine klare Ansage!
Und Josef?
Maria hatte, als der Engel ihr erschienen war, gleich nachgefragt: Wie soll das geschehen? - Nicht so Josef! Er hatte keine Frage, und er antwortete auch nicht, zumindest nicht mit Worten. Der Engel im Traum war für ihn dennoch so real wie eine Engel-Begegnung am hellichten Tag. Josef tat den Traum nicht als Träumerei ab, sondern er wusste, dass Gott auch
über Träume mit uns in Verbindung tritt. Josef ist ein Mann der Tat.
Er gehorchte, auch wenn er nicht alles verstand. Heute ist es genau anders: heute will man alles verstehen, aber nicht gehorchen.
Josef gibt uns mit seinem Verhalten einiges zum Nachdenken. Er über-
nahm die Verantwortung, die ihm der Engel zugedacht hatte. Für ihn ist es typisch, dass er weder fragte noch antwortete. Seine Rolle war eher die hinter Jesus und Maria, und nicht an vorderer Stelle. Josef, der Traum-
Mann war ein Mann mit Güte, mit Geduld, mit Herz. Mehrmals noch wird
in der Bibel davon erzählt, wie er ohne Wenn und Aber dem Ruf Gottes folgte.
So ist der heilige Josef auch für uns heute ein wirkliches Beispiel: Gott gehorchen und dienen kann man auch in der zweiten Reihe. Nicht jeder kann und will im Vordergrund stehen. Es kommt für Gott auch nicht darauf an, was wir sagen; es kommt darauf an, was wir tun. Gott findet wie bei Josef immer einen Weg zum Ziel.
Auch wenn manche Situation im Leben eher zum Davonrennen ist – denken wir an Josef, der seine zugedachte Rolle im Plan Gottes liebend angenommen hat. - Vielleicht denken wir auch daran, wenn wir im Vaterunser beten: „Dein Wille geschehe!“