Freitag, 28. März 2014

Papst schockt deutsche Medien: Heute Privataudienz für Bischof Tebartz-van Elst...!

Was für eine hintergründige und auch tief christliche Geste: Wie der Vatikan mitteilt, wird Papst Franzikus heute den zurückgetretenen Limburger Bi-
schof zu einer Privataudienz empfan-
gen. Für die meisten deutschen Me-
dien und auch für so manchen Kir-
chenvertreter ist das ein regelrechter Schock. Der Papst weiß, was er tut: Damit sendet er ein unmissverständ-
liches Signal an alle Protz-Kommenta-
toren und Schreibtisch-Täter in deut-
schen Redaktionen.
Botschaft Nr. 1: Der Vatikan distan-
ziert sich von jeder  medialen Hinrich-
tung des Limburger Bischofs.

Botschaft Nr. 2: Schon in der Pres-
seerklärung zum Rücktritt fiel die wohlüberlegte Formulierung des Vatikans auf: "Angesichts der Tatsache, dass es in der Diözese Limburg zu einer Situation gekommen ist..." - Im Vatikan hat man die näheren Umstände in Limburg seit Jahren detailliert im Blick und weiß sehr wohl, dass es hier nicht nur nur einen einzigen Schuldigen gibt. In der Vatikan-Erklärung fehlt daher jedweder Vorwurf
an die Adresse des Bischofs.

Botschaft Nr. 3: Es spricht Bände, dass man jetzt das Limburger Dom-
kapitel entmachtet hat. Es durfte keinen Administrator wählen, sondern dieser wurde vom Vatikan ganz autoritär bestimmt. Das kann leicht über-
sehen werden in der allgemeinen Begeisterung über die kluge Entschei-
dung für Weihbischof Grothe. Der jetzige Übergangschef der Diözese ist damit niemand anderem Rechenschaft schuldig als dem Vatikan.
Bei Lichte betrachtet würde ein Sieg der Bischofsgegner im Bistum und darüber hinaus doch etwas anders aussehen.

Die Einsetzung eines Apostolischen Administrators direkt durch Rom signalisiert auch, dass man in Rom davon ausgeht: Es wird länger dauern, bis man in Limburg einen neuen Bischof bekommt...
Bereits mit der Presseerklärung zum Bischofsrücktritt gab es Botschaft Nr. 4: Über den weiteren Einsatz des Bischofs werde "zu gegebener Zeit" entschieden. Auch das ist ein klares Signal: Rom lässt sich nicht vom öf-
fentlichen Druck beeindrucken. Nicht irgendwelche Journalisten bestim-
men, wie es weitergeht, und fühlten sie sich auch noch so wichtig, sondern das ist alleinige Sache des Vatikans in Absprache mit dem Betroffenen.
Da wird es weder deutsche Stuhlkreise noch irgendwelche Mitbestim-
mungsgremien geben. Und das ist auch gut so...!