Dienstag, 25. März 2014

Pressesprecher schweigt: Sendepause zwischen Bistum Augsburg und Aktion 1000plus...?

Vorgestern berichtete ich darüber, dass die Schwangeren-Beratungsaktion 1000plus vom Bistum Augsburg regelrecht "ausgesperrt" worden ist. Alle Pfarrer wurden angewiesen, jede Werbung für die private Aktion zu unter-
lassen. ---> KLICKEN !

Da hätte ich gerne Näheres gewusst und schrieb den Pressesprecher des Bistums sehr freundlich an. Dies ist seine Reaktion (Stand: heute, 9.00 Uhr):
Wie heißt es doch so schön: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Mal ganz abgesehen von der Frage, wie man mit den Standards der Höflichkeit in der kirchlichen Bürokratie umgeht, kommt das jetzt zumindest bei mir so rüber wie: Wir vom Bistum gehen lieber auf Tauchstation. Wir sind einfach gar nicht da...!
Ja, die Lage ist wie meistens bei Konflikten nicht in ein paar Sätzen zu klären. Es gibt da eine Menge Empfindlichkeiten, Irritationen und sicher auch verschiedene Denkansätze. Aber es geht doch in erster Linie hier wohl nicht um Rechthabereien, Machtspielchen usw. Es geht doch hoffentlich erst mal um das Wohl der Frauen in Konfliktlagen, die Beratung und Hilfe brauchen, um sich überhaupt für ein Kind entscheiden zu können.

Meine Empfehlung: Jetzt mal nicht die beleidigte Leberwurst spielen, sondern ein großherziges Zeichen seitens des Bistums setzen: Ladet die Leute von 1000plus zum fairen Gespräch ein, setzt euch an einen Tisch! 
Ein womöglich etwas einseitiges, aber doch sehr aufschlussreiches Doku-
ment (30 S. pdf) mit einigen Interna über die Entwicklung des Konfliktes in Augsburg gibt's ---> HIER !

Kommentare:

  1. Kirchenmäuserich25. März 2014 um 09:36

    Wenn ich das richtig sehe, hat die private Initiative 1000plus
    durch den ganzen Wirbel jetzt eher noch einen Image-Vorteil.
    Manch einer wird dort jetzt auch Mitglied werden, frei nach dem
    Motto: Jetzt erst recht!
    Das Bistum Augsburg ist da wohl sehr ungeschickt vorgegangen,
    zumal ich der verlinkten pdf-Datei entnehmen kann, dass es
    seitens der Initiative Gesprächsangebote gab, die vom Bistum
    ignoriert wurden.
    Mit Verlaub: Sehr christlich war das nicht!

    Hier die Homepage der Aktion1000plus:
    http://www.1000plus.de/index.php

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  2. Ich befürchte es geht sehr wohl um Rechthaberei, Machtspielchen usw. Die katholische Kirche (die Mehrheit der Bischöfe) hat so ziemlich alles falsch gemacht als sie in den Sog der staatlichen Schwangerenberatung gezogen wurde. Vor dem Ausstieg, der von JP 2. herbeigefleht war, erst rumgeeiert, dann zähneknirschend nachgegeben und halbherzig durchgeführt. Ein Bischof, ich glaube es war Kamphaus, hat sogar gegen sein Gewissen gehandelt, als er keine Beratungsscheine mehr ausstellen durfte. Er wurde als der letzte Mohikaner gefeiert und mit einer gewissen Heldenverehrung bedacht. Was das alles in den Gewissen der Gläubigen hinterlassen hat, weiß Gott allein. Ich vermute nichts Gutes. Wenn ich mich in mein Zimmer setze und darüber nachdenke, dass in einem der reichsten Länder der Welt jedes Jahr über 100 000 Kinder nicht das Licht der Welt erblicken dürfen, weil sie abgesaugt, verätzt, erstickt oder einfach zerstückelt werden, dann kommt mir nicht nur die Galle hoch, sondern auch so manches Mal die Tränen. Was uns incl. den Bischöfen abgeht, ist das Betrachten dieses ungeheuerlichen Verbrechens gegen unschuldiges Leben. Was uns fehlt ist das mutige Auftreten gegen diese abscheuliche Gottlosigkeit. Wir müssen betrachten was Gottes Sohn selber zu denen gesagt hat, die sich an Kinderseelen vergreifen: "Es wäre besser (!!!) sie wären nie geboren!" Das sollte uns doch, zu denken geben. Ein Gott, der seine Schöpfung ungeschehen machen würde, um die Kinder zu retten. Was aber tun unsere Bischöfe? Sie schweigen. Und in ihr Schweigen, sterben Kinderseelen mit ihren Köpern im vormals sichersten Ort dieser Welt, dem Bauch der Mutter. Wenn Abtreibung, laut dem Katechismus der katholischen Kirche ein "abscheuliches Verbrechen" darstellt und unsere Bischöfe die an diesem Katechismus jahrelang mitgearbeitet haben, über dieses tausendfach verübte Verbrechen in ihrem eigenen Land schweigen, dann hat der Teufel ganze Arbeit geleistet.

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  3. Der Vorwurf des Bistums an die private Konkurrenz ist
    hauptsächlich der, dass dort zu aggressiv und zu bedrängend
    beraten wird.
    Mich würde mal interessieren, ob das jemand bestätigen kann.

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    1. Recherchieren Sie mal ein bißchen im Netz über "Die Birke" e.V.

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  4. Naja, vielleicht sollte man sich einfach einmal fragen, wie es bei den Frauen, um die man ja soooo bemüht ist, ankommt, wenn man ihnen ein Hip-Fläschchen in die Hand drückt und sie zur Schwangerschaft, vor der sie ja offensichtlich aus den verschiedensten Gründen Panik haben, überreden will (und nichts anderes ist es, wenn es nur eine Möglichkeit anbietet). Deshalb ist einzig und alleine eine offene Beratung sinnvoll, wenn man wirklich an den Frauen interessiert ist. Selbstgefällige Reden, wie die oben von Gerd Franken, treiben diese Frauen erst recht in die Abtreibung. So ist das mit Verteufelungen... Man fühlt sich selbst gut und auf der richtigen Seite, das ist genau das, was Franziskus ununterbrochen anmahnt! Demut und Liebe sind die Haltung, mit der man diesen Frauen begegnen muss. Und notfalls muss man auch ihren Schmerz und ihre Schuld mit tragen, das wäre christliches Handeln, vor dem sich die katholische Kirche aber nicht in der Lage sieht. Die reine Weste ist doch so viel einfacher. Lieber nen Exorzismus vor der Abtreibungsklinik, der kostet nicht viel Engagement und befreit so schön vor Verantwortung... ein teuflisches Spiel!

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    1. Das genau ist der Konflikt, den unsere Bischöfe scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Man wird ihnen die absurdesten Unterstellungen ans Gesicht tackern. So gibt es Mitbürger die sie anschuldigen werden, die Frauen in die Abtreibung zu zwingen, wenn sie dieselbe als das bezeichnen was sie ist: Ein abscheuliches Verbrechen. Dann werden sie Franziskus den aktuellen Papst als ihren Kronzeugen hervorkramen. Der ist ja so lieb und nett und hat bestimmt nix gegen Abtreibungen. Das ist dann allerdings ziemlich lollig. Denn genau das Gegenteil hat er gesagt. Aber was kümmert das die Kalles dieser Welt? Richtig: nix. Und ich nehm mir einfach raus, dass ich da auf der guten und richtigen Seite stehe. Tut der Papst im übrigen auch.

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    2. Dass Sie nicht verstehen, zeigt Ihr Kommentar! Ich bin gegen die Abtreibung, aber für eine nicht nur scheinheilige Hilfe! Und ja, diese Scheinheiligkeit, die Sie ja noch einmal unterstreichen, kümmert mich wirklich nicht. Ich bin an Hilfe für Frauen in Konfliktsituationen interessiert, nicht aber an Ihrer Verteuflung.

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    3. @Kallchen: Ihre sachliche Antwort an Herrn Franken ehrt Sie, aber es ist vergebliche Liebesmüh. Er wird jeden, der vor Verteuflung abtreibungsbereiter Frauen warrnt, als Abtreibungs-Propagandisten ansehen. Macht keinen Sinn, weiterzudisktieren.

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  5. Die Aktion 1000plus empfinde ich als zu aufdringlich
    Warum muss man unbedingt in den Pfarreien dafür sammeln?
    Da gäbe es doch auch andere Möglichkeiten,
    zumal man sich dort doch schon für die Caritas engagiert.

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  6. Ich denke, wir haben hier zwei verschiedene Ebenen, über die es sich
    nachzudenken lohnt: zum einen die offensichtlichen Meinungsverschieden-
    heiten zwischen Bistum und privater Aktion 1000plus,
    und zum anderen die Frage, wie man fair miteinander umgeht.
    Ich stimme dem KREUZKNAPPEN da vollinhaltlich zu:
    Es ist höchste Zeit, dass alle Beteiligten sich an einen Tisch setzen,
    auf Augenhöhe, wie man heute so schön sagt.
    Die deutsche Kirche schwärmt doch sonst immer so vom Dialog.
    Wo bleibt er denn, wenn's wirklich nötig ist???

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  7. Haben Sie schon einmal mit führenden Funktionär(inn)en der drei in "1000plus" zusammengeschlossenen Einrichtungen geredet? Ich habe da so meine Erfahrungen gemacht. Wenn Ihnen spätestens im zweitens Satz als unhinterfragbares Dogma "Frauen, die abtreiben, sind Mörderinnen!" entgegen schallt, ist jeder Dialog verunmöglicht. Wobei ein Dialog, wie mir aus dieser Richtung gesagt wurde, auch sinnlos ist, denn, so wörtlich, "über Mord kann es nie einen Dialog geben".

    Also, ich kann die Entscheidung der Bistümer schon ganz gut verstehen. Zudem wir bei der Caritas wirklich gute Beratungsarbeit geleistet.

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    1. Jau die Entscheidung der Bistümer ist natürlich dadurch motiviert, dass die Funktionäre und Funktionärinnen der 1000plus Kampagne die Frauen die ihre Beratungsstellen aufsuchen, regelmäßig als Mörderinnen verunglimpft. Und das schon im zweiten Satz. Und dafür gibt es natürlich auch Beweise, die uns natürlich auch noch nachgereicht werden.

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    2. Wo sind denn Ihre Gegenbeweise? Balthasar scheint aus eigener Erfahrung zu berichten. Wollen Sie ihn der Lüge bezichtigen?

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    3. Vielleicht braucht Balthasar ja sein Kallchen. Wir werden sehen.

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    4. Danke, für diese geniale Entgegnung! Sie haben mich überzeugt!

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    5. @ Kallchen: Das bezweifle ich, natürlich mit dem Hinweis dass ich sie nicht der Lüge bezichtigen will.

      @ Balthasar. Hier ein Zitat auf der Homepage von Pro Femina:

      "Eine außenstehende Person verbindet keine eigenen Interessen mit der Schwangeren. Es ist Aufgabe einer guten Beraterin, die Frau in ihrer Notlage umfassend zu sehen und ihr weiterzuhelfen. Mit einem unvoreingenommenen Blick auf die Dinge kann sie widerstreitende Gedanken und Gefühle sortieren helfen und bei der Suche nach einer persönlichen Entscheidung unterstützen."

      Von der Verurteilung der Frauen als Mörderinnen steht da nix. Aber sie wissen da ja anscheinend mehr.

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  8. Demut und Liebe und schuld mittragen klingt alles ganz wunderbar und bedeutet in actu genau was? Solange ich keine Aktion gesehen habe, die solch schöne Worte erkennbar umsetzt, ist dass für mich genauso selbstgerechtes Gerede wie es oben andren vorgeworfen wird.

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    1. Derartige Hilfe hat Rom untersagt! Nur Kamphaus hatte den Mut zu widerstehen!

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    2. Sie wissen, dass das nicht wahr ist, oder? Rom hat untersagt, den schein auszustellen, nicht zu beraten. Alles andere wäre auch der Gipfel der Heuchelei gewesen.

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  9. Die Kontrahenten in Augsburg sollten sich an einen Tisch setzen.
    Mit gutem Willen lässt sich bestimmt ein Kompromiss finden.

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  10. Und über Pro Femina e.V. kann man auf dieser Seite: https://vorabtreibung.net/foren/erfahrungen-mit-pro-femina nachlesen, wie Frauen die Beratung von Pro Femina empfunden haben. Da ist nichts von Bedrägnissen oder Aggressivität zu lesen, im Gegenteil: "Nun habe ich mich in meiner Not an ProFemina gewandt. Durch unzähliche stundenlange Telefonate wurde mir klar, dass ich mein ganzes Leben zerstören würde, wenn ich auf die anderen höre und ihnen zu Liebe mein geliebtes Baby abtreibe… Mittlerweile hat sich alles, naja, fast alles, zum Guten gewendet. Mein kleiner Sonnenschein ist nun knapp 5Monate alt, er ist gesund, ich bin erwachsen geworden, habe mein Leben in den Griff bekommen." (Quelle: https://vorabtreibung.net/forum/lebensretter-0)

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  11. Gerd Franken würde jetzt behaupten, dass es für diese Äußerungen keinerlei Beweise gibt. Das könnte Pro Femina eV ja auch selbst geschrieben haben. So läuft das, wenn man andere für die schlechteren Menschen hält

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  12. Jetzt haben wir schon Hellseher beim Kreuzknappen. Das finde ich in der Tat sehr amüsant.

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