Dienstag, 29. April 2014

Komisch oder einfach nur peinlich? -- Presseleute auf Elefantenjagd im Vatikan

Wie es scheint, ist kein Thema für Teile der Presse zu schlecht, um den Versuch zu machen, dem Vatikan medial eins auszuwischen.
So müssen sogar die Elefanten bzw. die Wilderei zum Erhalt von Elfenbein dafür herhalten. So schrieb vor einiger Zeit et-
wa die "Hannover Zeitung" in einem Artikel allen Ernstes, die katholische Kirche sei "in den illegalen Elfenbein-
handel involviert"
.  - Involviert?
Das heißt auf deutsch "beteiligt, mitwirkend". -- Soll also wohl heißen, die katholische Kirche mische mit bei solchem verbrecherischen Tun. Als Beleg wird dann gerne ein Artikel in der Zeitschrift "NATIONAL GEOGRAPHIC" benannt, auf den ich später noch komme. Der "Vorsitzende der größten römisch-katholischen Erzdiö-
zese auf den Philippinen"
, heißt es, habe dem Zeitschriften-Reporter sogar ganz konkrete Schmuggeltipps gegeben. Seltsam, denke ich mir, es gibt doch gar keinen Vorsitzenden, sondern als Leiter des Bistums gibt's Erz-
bischof Jose Palma, aber der stimmt nicht mit dem genannten Namen "Monsignore Cristobal Garcia" überein.
Des Rätsels Lösung: Jener Priester Cristobal Garcia war Vorsitzender einer bischöflichen Kommission auf den Philippinen, bis er schon vor Veröffent-
lichung jener Artikel vom Vatikan suspendiert wurde, nämlich bereits im Juni 2012. Dies wurde übrigens auch von Erzbischof Palma in einer Presse-
konferenz mitgeteilt, scheint aber einige Artikelschreiber nicht weiter zu stören. Garcia war auch wegen des Missbrauchs eines Messdieners sehr unangenehm aufgefallen.
Was nun den ersten Artikel in der "NATIONAL GEOGRAPHIC" betrifft, muss man sich auch sehr wundern. Der Reporter schildert dort in epischer Breite seine persönlichen Erlebnisse auf den Philippinen und berichtet auch ausführlich über seine Begegnungen mit Garcia. Da der Artikel erst im Oktober 2012 erschien, hätte dem Journalisten auch bekannt sein müssen, dass jener wahrscheinlich während der Begegnung noch im Amt war, inzwischen aber längst suspendiert war. Aber das muss man den Le-
sern ja nicht verraten...
Vatikansprecher Frederico Lombardi hat übrigens in einem Schreiben an die Zeitschrift auch klargestellt, dass es entgegen Behauptungen in Teilen der Presse im Vatikan überhaupt kein Geschäft gäbe, das Elfenbeinpro-
dukte verkaufe. Die Kirche habe auch keinerlei Kontakte zu Elfenbein-
schmugglern oder Händlern. Das Abschlachten von Elefanten durch Wilderer halte man seitens des Vatikans für ein "schweres Vergehen".
Artikel in der "Hannover Zeitung" ---> KLICKEN !

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