Mittwoch, 30. April 2014

Skandal beim Katholikentag: Katholische Ärzte wurden von den Veranstaltern exkommuniziert!

Große Worte: Das Motto des dies-
jährigen Katholikentages, der ab 28. Mai in Regensburg stattfindet, lautet einprägsam: "Mit Christus Brücken bauen". - Der unbedarfte Leser stellt sich unter einer Brücke eigentlich etwas vor, was Verbindung schafft,
was Wege ermöglicht, die sonst nicht gangbar wären.
Vielleicht sollte man das Motto aber nicht so wörtlich nehmen. Statt die versprochenen Brücken zu bauen, wurden Zäune und Absperrungen errichtet:
Beim "Bund katholischer Ärzte" herrscht bittere Enttäuschung: Sie dürfen nicht mit einem Info-Stand beim Katholikentag vertreten sein, obwohl ihr Antrag rechtzeitig vorlag. Sie fühlen sich deshalb regelrecht gemobbt, ja sogar "exkommuniziert", wie sie es selbst formulieren. Der Grund für die Absage dürfte in der Haltung der Ärzte zur Homosexualität liegen. Bereits beim vorigen Katholikentag in Mannheim hatten sie per Infoblatt erklärt, dass Homosexualität in bestimmten Fällen durchaus heilbar sei. Außerdem verwiesen sie auf Kontakte zu entsprechenden Therapeuten.
Nach der Ablehnung durch die Katholikentagsleitung schrieben die Ärzte alle Mitglieder des ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) und den zuständigen Bischof Voderholzer an, leider vergebens: Es bleibt bei
der Aussperrung!
Mich erinnert das ein wenig an Staaten, bei denen andere Meinungen untersagt sind, frei nach dem Motto: Selbstverständlich sind wir tolerant, aber nur, wenn man auch unserer Meinung ist...!
Bemerkenswerterweise ist dagegen die umstrittene Organisation "Donum Vitae" beim Katholikentag mit von der Partie, obwohl sich Bischof Voder-
holzer anfangs klar dagegen ausgesprochen hatte, sicher auch eingedenk der ablehnenden Haltung des Vatikans. Mir scheint, man hat dann erfolg-
reich auf ihn eingewirkt, denn nun heißt es, er "dulde" die Anwesenheit von "Donum Vitae" - eine vielsagende Wortwahl...!
Da frage ich mich natürlich gleich, warum er nicht auch die katholischen Ärzte duldet...
Schade! - Mit dieser zweifelhaften Entscheidung hat die Katholikentags-
leitung für Missstimmung gesorgt, bevor die Veranstaltung überhaupt begonnen hat.
Katholische Ärzte sind ausgeschlossen ---> KLICKEN !
Die Ärzte fühlen sich "exkommuniziert" ---> KLICKEN !
"Donum Vitae" ist dabei ---> KLICKEN !

Vatikan untersagt Unterstützung von "Donum Vitae" ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man die Position
    der Ärzte auch kritisch sehen kann.
    Dafür gibt es aber das Mittel der fairen Auseinandersetzung.
    Wozu braucht man beim Katholikentag Diskussionsforen,
    wenn man bestimmten Meinungen vorher Hausverbot erteilt?
    Außerdem finde ich: Wenn schon, denn schon:
    Entweder Ärzte UND Donum Vitae machen mit, oder
    Ärzte UND Donum Vitae bleiben draußen.
    Soo geht es jedenfalls nicht. Ein Armutszeugnis des deutschen
    Katholizismus!

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  2. Würden Sie es, lieber Herr Kreuzknappe, lustig finden, wenn beim Katholikentag eine Ärztevereinigung auftreten würde, die er Überzeugung ist, dass Ihre Heterosexualität (ich gehe mal davon aus, dass dies für Sie zutrifft) heilbar, also eine schwere Krankheit ist? Wahrscheinlich doch auch eher nicht, oder?

    Auf einem anderen Blatt steht, solche Gruppierungen auszuschließen. Ausschließeritis ist immer schlecht. Insofern tatsächlich ein Armutszeugnis. Zudem schafft man damit ohne Not nur Märtyrer. Viel souveräner wäre es, auch diese Ärztegruppe auftreten zu lassen und sich dann mit offenem Visier mit deren Thesen auseinanderzusetzen.

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    1. Lieber Herr Fischer,

      Heterosexualität - schwere Krankheit würde der katholischen Lehre widersprechen (und nebenbei gesagt dem gesunden Menschenverstand), warum also sollte es als lustig empfunden werden?
      Oder denken Sie etwa, die Grünen würden es amüsant finden, wenn auf ihrem Parteitag eine Vereinigung auftreten würde, die der Überzeugung ist, dass Strom sparen totaler Quatsch sei?

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  3. @Zeitungsfrau: Wenn man danach geht, dann kann man und frau auch die Position der Abtreibungsgegner kritisch sehen. Hier muss es aber einzig um die katholische Position gehen und die ist wohl sowohl in dem als auch in dem anderen Fall eindeutig. Somit kann ich absolut nicht übereinstimmen, dass entweder beide raus oder beide machen mit.

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  4. Ist das jetzt der von den Bischöfen so propagierte
    DIALOGPROZESS in der Anwendungsphase?
    Wie kann man nur so unklug reagieren???!!!
    Soll mir noch mal einer von den ZdK-Leuten was erzählen
    von christlichen Werten...

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  5. Katholikentag?
    Wieso Katholikentag?
    Wäre Funktionärstreffen nicht genauer?
    80.000 Besucher werden erwartet, davon sind garantiert
    10.000 in irgendwelchen Verbänden, Gremien und Stuhlkreisen.
    Auf die Zahl der Katholiken in Deutschland gerechnet
    nehmen weniger als 0,4 Prozent (!) an der Veranstaltung teil.
    Ich werde mir auch das Geld und die Nerven sparen
    und fahre lieber zum gut katholischen Kongress
    "Freude am Glauben".

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    1. Was Sie leider vergessen haben zu erwähnen:
      Wenn am Katholikentag, wie Sie schreiben, gerade mal 0,4% der deutschen Katholiken teilnehmen, dann ist die Zahl der an "Freude am Glauben" teilnehmenden deutschen Katholiken allerdings im kaum mehr messbaren Nanobereich!

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  6. Ungezählte Menschen wünschen sich, aus dem Gefängnis der Homosexualität befreit zu werden. Der Gründer von „Young Gay America“ hat es geschafft. Er äußerte sich zur Homosexualität folgendermaßen: „Die Homosexualität verhindert es, dass wir in die Tiefe gehen, über die Oberflächlichkeit und egoistische Begierde hinaus. Und dieser Trieb und diese Verwirrung drängt darauf, sogar eine gesetzliche Billigung zu erhalten. Viele Homosexuelle meinen das ganz ernst und sind überzeugt, so wie ich es als einer ihrer Anführer auch war, völlig das Richtige zu tun. Weil sie von ihren oberflächlichen Begierden abgehalten werden, zu graben, in sich hinein zu graben, zu ihrer wahren Identität, abgehalten werden, die Wahrheit zu suchen und zu finden. Der Kampf um „Gesetze“ und erst recht, wenn sie einmal verabschiedet sind, führt nur dazu, dass ganz viele die Gelegenheit verpassen, ihr wahres Ich kennenzulernen. Das Ich, das nach dem Abbild Christi geschaffen ist, das uns Gott geschenkt hat.“
    Und die katholische Kirche? Sie verweigert die Hilfe all denen, die sich aus der Sklaverei der Homosexualität befreien wollen, indem sie dem „Bund katholischer Ärzte“ einen Infostand verbietet. Aber „Donum vitae“, eine Organisation, die Berechtigungsscheine für die Tötung ungeborener Kinder ausstellt, darf natürlich beim Katholikentag vertreten sein. Ich kenne die Kompetenzregeln der katholischen Kirche nicht, aber es sieht doch so aus, dass der Bischof von Regensburg den Entscheidungen des ZdK untergeordnet ist.
    Der hl. Thomas von Aquin sagt: „Die Verblendung des Geistes ist die erstgeborene Tochter der Unzucht“.

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