Donnerstag, 31. Juli 2014

Kritiker fragen: Wie bescheiden lebt Papst Franziskus wirklich im Gästehaus?

   Predigt u. Linktipps zum 18. Sonntag A (3.8.): weiter unten auf dieser Seite!
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Es gibt Themen, die darf
man eigentlich derzeit nicht ansprechen, wenn man ver-
meiden will, von gewissen Leuten sofort als böser Blogger und Papsthasser einsortiert zu werden.
Ich riskiere es trotz-
dem, obwohl ich weiß (siehe vorigen Artikel!), dass da einige wieder sprungbereit an ihrer Tastatur sitzen, startklar zur persönlichen Beleidigung.
Also: Ich finde, man darf einen Papst loben (das mache ich sehr gerne!), man darf aber auch mal einen Papst kritisieren. Das ist meines Wissens bislang noch keine Gotteslästerung.
Vielleicht ist es manchmal auch einfach gut, dem Versuch vieler Medien, Papst Franziskus redaktionell schon mal heilig zu sprechen, ab und zu ein kleines Fragezeichen entgegenzusetzen.

Es geht um das Wohnen im vatikanischen Gästehaus. Papst Franziskus bekam Riesenbeifall für seine Entscheidung, die päpstliche Wohnung im Vatikan nicht zu nutzen und stattdessen im Gästehaus Santa Marta zu bleiben. Da fühle er sich wohl, so mitten unter den Menschen.
Das hat natürlich seinen Preis: Wie es heißt, ist mittlerweile  eine ganze Etage reserviert bzw. für andere gesperrt. Dort dürfe man sich dem Papst nicht nähern, wird berichtet. Das ist vielleicht auch eine Frage der Sicher-
heit. Aber es kostet natürlich auch ordentlich zusätzliches Geld: Zum einen entgehen dem Gästehaus, das mehrere Zimmer und die Papst-Suite nicht weiter vermieten kann, entsprechende Einnahmeausfälle. Ob und wie diese erstattet werden, weiß ich nicht, man wird es auch wohl nie erfahren.
Das Gästehaus wird nun rund um die Uhr bewacht, von Polizei und auch von der Schweizergarde. Ist zwar Ehrensache, kostet aber letztlich auch extra. Und währenddessen stehen nebenan die päpstlichen Räume im Vatikan ungenutzt leer...
Aktuell greifen zwei recht bekannte katholische Blogger das Thema auf, versehen mit einer ganzen Reihe von interessanten Fotos aus dem Gäste-
haus. Man schaue bitte mal HIER und HIER !
Wenn ich das richtig verstanden habe, machen die beiden vor allem darauf aufmerksam, dass der Eindruck falsch ist, der Papst lebe hier mitten unter den Leuten. Selbst im Speisesaal ist eine abgeschirmte Ecke für ihn und seine Gesprächpartner reserviert, heißt es. Der Unterschied zur päpstlichen Wohnung im Vatikan ist also nicht so wirklich groß, schließen die beiden Schreiber daraus.
Wie man sieht, ist vieles im Leben viel komplizierter, als man es uns manchmal präsentiert. Oder sehe ich das ganz falsch?