Donnerstag, 7. August 2014

Alle können beinahe aufatmen: Muslim darf katholischer Schützenkönig bleiben!

    Predigt zum 19. Sonntag A (10.8.): heute gegen Mittag online!
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Das hätte in Werl niemand geahnt, dass ihr Schützenkönig Mithat Gedik bundesweit solch einen Medienstaub aufwirbeln würde: Empörung und Kopf-
schütteln, wohin man auch schaute: Der katholische Dach-
verband lehnte einen nicht-
christlichen Schützenkönig ab, weil das in der Satzung aus-
drücklich nicht vorgesehen ist. Siehe dazu meinen Artikel vom Dienstag ---> KLICKEN !
Gestern hat der Dachverband der Schützen getagt und endlich den schon vorauszuahnenden Kompromiss gefunden: Ja, wir drücken ausnahmsweise mal ein Auge zu. Er darf vor Ort Schützenkönig bleiben, aber überörtlich keine Funktionen wahrnehmen. Und einen Rüffel für die Werler Schützen, die so lax mit den Richtlinien umgegangen waren, gab's gestern auch noch. Immerhin zeigte man gestern aber auch genug Mumm, um gleichzeitig lauten Forderungen aus Medien und Politik entgegenzutreten, die eigene Identität gleich mal mit über Bord zu werfen. Man verwahre sich gegen unberechtigte Vorwürfe und halte daran fest, dass man als katholischer Verein immer noch selber entscheiden dürfe, ob man das ernst nimmt
oder nicht. ----> KLICKEN !
So weit, so gut? - Nicht ganz, finde ich. Gut so, dass man den muslimischen König jetzt König sein lässt. Sonst wäre er der Leidtragende für die Fehler anderer. Das Ganze ist aber nicht nur eine ärgerliche Medienpanne, son-
dern hoffentlich letztlich auch ein Lehrstück. Katholische Organisationen werden nicht umhin können, in ihren Reihen die Grundsatzdiskussion zu führen, was sie denn eigentlich sein wollen: "Irgendein" Verein mit ein bisschen katholischem Etikettenschwindel, oder tatsächlich in der alltäg-
lichen Praxis ein Verein, eine Gruppierung, die aus den Überzeugungen
des Glaubens heraus agiert und dies auch nicht bloß in irgendwelchen Satzungspunkten versteckt, sondern mit Leben erfüllt.