Sonntag, 24. August 2014

Mal wieder ein neues Papst-Buch: Papst Franziskus war angeblich ein Reaktionär...

Heute beschäftigt sich "Deutschlandradio Kultur" mit einem in deutscher Sprache erst seit kurzem vorliegenden Buch eines der vielen Papst-
kenner. Paul Vallely "beleuch-
tet auch die dunklen Flecken auf der weißen Soutane des Papstes"
, erfahren wir schon
zu Beginn. Sein Werk mit dem Titel "Papst Franziskus. Vom Reaktionär zum Revolutionär" wird im Interview mit dem Autor vorgestellt.
Wie das so geht: Vieles darin ist sicher richtig, manches auch durch eine bestimmte Brille betrachtet. Schon der Titel deutet dies an, denn es dürfte nicht unumstritten sein, den Papst jetzt als "Revolutionär" zu bezeichnen. Der Autor vermeidet es, die gegen den Papst erhobenen Vorwürfe zu be-
stätigen, dieser sei auch einer der Handlanger der ehemaligen Militärdik-
tatur in Argentinien gewesen. Aber, so der Autor, der damalige Bischof Bergoglio habe "Hunderte Fehler gemacht", wie er selbst zugegeben habe.
Nun kann man das auch anders sehen. Die lauten Vorwürfe, mit denen
der Papst in den ersten Wochen seiner Amtszeit konfrontiert wurde, sind längst verstummt. Im Gegenteil: Diejenigen Jesuiten, die man als Belas-
tungszeugen zitieren wollte, haben ihn inzwischen de facto durch ihre Erklärungen sogar entlastet.
Ja, wer schon im Alter von unerfahrenen 36 Jahren zum obersten Jesuiten in Argentinien gemacht wird (was ja wohl auch eher kein Argument gegen ihn ist), der macht Fehler. Die hat der Papst auch eingeräumt.
Vergleicht man aber z.B. nur mal das Buch "Bergoglios Liste" von Nello Scavo mit dem von Paul Vallely, wird man ganz konkret mit Aussagen von Betroffenen konfrontiert, die den jetzigen Papst definitiv entlasten.
Es lassen sich keinerlei Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit den Mili-
tärs finden, so gerne manche das auch sähen. Sogar die wohl kaum der Parteinahme für den Vatikan verdächtige Organisation "Amnesty Inter-
national"
bezieht zugunsten Bergoglios Stellung.

Merke: Es gibt jede Menge Papst-Bücher, da findet sich für jeden was Passendes für seine Brille...
Das Interview beim "Deutschlandradio" ---> KLICKEN !

Dagegen Inhaltsverzeichnis (pdf) von "Bergoglios Liste" ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Sie haben das schon richtig erkannt, werter Kreuzknappe!
    Jeder Buchautor und (vermeintlicher) Vatikankenner ist letztlich nichts anderes
    als ein Verkäufer, denn er lebt von den Verkaufseinnahmen seiner Bücher.
    Da wundert es doch auch nicht wirklich, wenn eine bestimmte, kaufkräftige
    Klientel mit solchen reißerischen Buchtiteln zum Geldausgeben animiert
    werden soll.
    Mir selbst fällt es nicht sonderlich schwer, auf die Lektüre des Buches
    zu verzichten...

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  2. Wenn der jetzige Papst in jungen Jahren Fehler gemacht hat,
    befindet er sich in allerbester Gesellschaft: Denken wir nur an den hl. Paulus
    und an den hl. Petrus. Die meisten von uns verraten den Herrn vermutlich
    weit mehr als dreimal...
    Also was soll's?
    Jetzt ist er Papst und wir sind dankbar dafür!

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  3. Paul Vallely tischt uns hier auf, was wir aus den Medien längst wissen.
    Wem ist aber damit geholfen?
    Für uns Katholiken sind nicht die Fehler von Bedeutung, die Papst Franziskus
    früher gemacht hat. Uns betreffen die Fehler, die er heute macht!

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    1. Bekennender Dunkelkatholik24. August 2014 um 20:27

      So ist es. Seine heutigen Fehler sind das verheerende. Ferner ist sehr die Frage, ob man bez. seiner Zeit in Argentinien überhaupt von "Fehlern" sprechen kann. Wenn es tatsächlich stimmt, dass er ein sog. "Handlanger" der damaligen Regierung gewesen sei (was ich ehrlich gesagt bezweifle, bei seinen politischen Ansichten...), dann wäre dies im Gegenteil ein Verdienst von ihm! Der verzweifelte Kampf der damaligen Regierung gegen das drohende Chaos einer kommunistischen Revolution mit Christenverfolgung und gegen subversive, umstürzlerische Kräfte kann aus Sicht der Kirche gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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    2. Danke, Herr Dunkelkatholik, dass Sie uns an diesen heroischen Abwehr- und Rettungskampf der Kirche gemeinsam mit den Militärs gegen den hereinbrechenden Kommunismus in Argentiniern erinnert haben. Ich bin immer noch ganz ergriffen, wenn ich an jene Zeit zurückdenke. Das war echter Geist des Kreuzrittertums, großartig.
      Großartig war auch, dass 1981 Erzbischof Lefèbvre den Militärdiktator Videla besuchte und ihm persönlich seinen katholischen Dank aussprach, dass die Militärs die antikatholischen Subversiven bei lebendigem Leib aus den Flugzeugen in den Rio de la Plata warfen. :-)

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  4. Ihren Kommentar, verehrter Herr "Dunkelkatholik" muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Er kommentiert sich selbst.
    Man fragt sich bei solchen Postings, was wohl ganz normale katholische Christen, die nicht dunkel(braun)katholisch eingefärbt sind, von ihrer Kirche denken müssen, wenn sie sich in "katholische Blogs" verirren.

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    1. Sesam öffne dich!25. August 2014 um 12:38

      BRAVO, Staunende!
      Es ist ja ganz edel vom "KREUZKNAPPEN", dass er so tolerant ist und
      hier weitgehend alle Meinungsäußerungen von Lesern freischaltet, aber manchmal
      ist es schon arg!
      Ich hoffe nur, dass der "KREUZKNAPPE" nicht auch noch die Notbremse zieht
      und komplett alle Leserkommentare ausschaltet, so wie es manche Blogger schon längst tun.

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