Freitag, 22. August 2014

Papst Franziskus: Erziehung katholisch, protestantisch oder jüdisch - alles egal...???

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Die Äußerung des Papstes liegt eigentlich schon über ein Jahr zurück, taucht aber jetzt gerade wieder im Internet auf und sorgt bei manchen für deutliche Irritationen: Im Rahmen seiner Reise zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro gab Papst Franzis-
kus auch dem Journalisten Gerson Camarotti ein längeres Interview, das auch jetzt noch bei "YouTube" in spanischer Sprache abruf-
bar ist.
Am Ende des Interviews, etwa ab der 27. Minute, fallen darin die schwer-
wiegenden Worte des Papstes, die ich frei in etwa so übersetzen würde:
Ob ein Kind nun katholisch, protestantisch, orthodox oder jüdisch erzogen werde, interessiere ihn nicht. Ihn interessiere, dass das Kind eine gute Bil-
dung bekomme und dass man ihm den Hunger wegnehme. Darauf sollte man sich einigen
.
Für einen gläubigen Katholiken ist es nach meiner Auffassung natürlich nicht egal, in welchem Glauben sein Kind erzogen wird. Dann könnten wir uns z.B. den von der Kirche mühsam verteidigten konfessionellen Reli-
gionsunterricht in der Schule eigentlich auch gleich schenken, von der nicht immer ganz einfach durchzuhaltenden katholischen Erziehung im Elternhaus und der beständigen Ermunterung zum Besuch der Heiligen Messe u.a. ganz zu schweigen.
Alles egal? Es ist doch sowieso im Grunde alles gleich, wie so gerne auch bei oberflächlichen Ökumene-Diskussionen argumentiert wird?!
Ja, der Papst hat diese Äußerung getan. Wahrscheinlich hätte er gut daran getan, das etwas anders zu formulieren. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass man fair handelt, wenn man nur diesen ganz kurzen Ausschnitt aus dem umfangreichen Interview herausgreift.
Es ist doch ebenso gut bekannt, dass Papst Franziskus bei vielen Gelegen-
heiten die Bedeutung der Familie und der religiösen Erziehung betont hat. Im Monat Mai bat er die Familien in einem Twitter-Tweet ausdrücklich darum, gemeinsam den Rosenkranz zu beten. Das Gebet stärke die katho-
lische Familie, erklärte der Papst dazu.

Was Papst Franziskus nach meiner Ansicht vermutlich damit ausdrücken wollte: So wichtig die Erziehung im eigenen Glauben auch ist, wir haben uns als Christen erst einmal darum zu kümmern, dass alle Kinder dieser Welt ein menschenwürdiges Leben bekommen, dass sie überhaupt die Chance für eine gute Bildung bekommen usw.
Vielleicht täusche ich mich da, aber ich halte diesen Sturm wegen obiger Papst-Äußerung für einen Sturm im Wasserglas. 
Zwei spanische Artikel mit Papst-Kritik ---> HIER und HIER
Komplettes Interview (spanisch) bei YouTube ---> KLICKEN !
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Ausschnitt aus dem Interview:
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Kommentare:

  1. Bekennender Dunkelkatholik22. August 2014 um 13:33

    Sebst wenn Herr Bergoglio es so gemeint haben sollte, wie Sie es ad optimam partem interpretieren, wäre auch dies vom Standpunkt der Lehre der Kirche inakzeptabel. Denn es ist IMMER wichtiger, dass ein Mensch die Ewigkeit im Himmel erlangt, also dass seine unsterbliche Seele gerettet wird, als dass er seinen irdischen Hunger stillt, was nur den Leib betrifft, der eh sterben muss. Bergoglio hat hier ein weiteres - das wievielte? - Mal eine klare Häresie begangen.

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    1. Das sehe ich auch so, was den Anfang Ihrer Ausführungen betrifft, Herr Dunkelkatholik. Genau hier wird es aber auch gefährlich: Wie oft ist kirchlichen Missionaren in der Vergangenheit vorgeworfen worden, sie wollten nur Seelen einfangen, und das leibliche Wohlergehen der neuen Katholiken sei ihnen ziemlich wurscht?!
      Ich erinnere mich da auch an ein Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter, der sich als einziger die Finger schmutzig machte, während Priester und Tempeldiener nur an ihr eigenen Seelenheil dachten.
      Jesus hat dann klar gesagt, was er von sowas hält...!

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    2. Bekennender Dunkelkatholik22. August 2014 um 16:31

      Wir sollten uns null davon beeindrucken lassen, was irgendwelche "Kritiker", die in der Regel gegen die Kirche an sich sind, uns so vorhalten. Im Gegenteil, es gilt darauf selbstbewußt zu replizieren, dass die alten Missionare von noch echt katholischer Statur stets den obersten Grundsatz allen kirchliche Rechts und Handelns anwandten: "Salus animarum suprema lex"!

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  2. Papst Franziskus sollte langsam wirklich vorsichtiger sein und sich seine Äußerungen
    in Interviews genauer überlegen!
    In diesem konkreten Falle will ich ihm mal zugute halten, dass das Interview noch aus seiner Anfangszeit stammt, es ist schließlich schon von Juli 2013.
    Da wusste er wohl noch nicht, was man mit spontanen Bemerkungen an Verwirrung
    stiften kann...

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