Dienstag, 12. August 2014

Predigt und Linktipps zu Mariä Himmelfahrt (Mariä Aufnahme in den Himmel) --- 15.8.2014

               (Wiederholung der Predigt von 2010; Linktipps sind aktuell überarbeitet)
Evangelium Lk 1,39-56:
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet
ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.


                               GEDANKEN ZUR PREDIGT

                                    Post für Maria


Ein Pfarrer, der stets etwas langatmig predigte, befasste sich diesmal in der Sonntagspredigt mit der Herrlichkeit der Schöpfung Gottes, die sich selbst in den kleinsten Dingen zeige. Mit einem Beispiel brachte er es schließlich doch auf den Punkt, indem er ausrief: „In jedem Grashalm,
den Gott geschaffen hat, steckt eine ganze Predigt!“

Am nächsten Tag kam ein Gemeindemitglied an der Kirche vorbei und beobachtete den Pfarrer beim Rasenmähen im Pfarrgarten. „Guten Tag, Herr Pfarrer", rief er fröhlich aus, ich sehe mit großer Freude, dass Sie
Ihre Predigten kürzen…"

Ja, nicht zu lang soll sie sein, die Predigt. Das wollen wir alle. Doch wie schwierig ist das, ganz besonders, wenn einem beim Evangelientext des Tages einfach nur das Herz ganz weit aufgeht, so wie heute, am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. - Versuchen will ich es trotzdem. Ich habe mir überlegt: Ich schreibe einfach einen offenen Brief, einen Brief an die Gottesmutter Maria. Und was ich ihr heute schreibe, das gebe ich Ihnen allen hier zur Mitkenntnis.


Liebe Maria!
Es fällt mir schwer, auszudrücken, was ich Dir alles sagen möchte, was mein Herz fühlt, wenn von Dir, heilige Maria, die Rede ist. Ich möchte Dir heute vor allem aus tiefstem Herzen ein lautes Danke sagen.
Der Engel hat dir in Deinem Leben mächtig dazwischengefunkt. Gott hat Dich ausgewählt, die Mutter unseres Herrn zu werden. Aber er hat nicht einfach über Dich verfügt. Nur mit Deinem ausdrücklichen Ja-Wort sollte
es so geschehen.
Und Du hast Ja und Amen gesagt zu diesem großartigen Plan Gottes. Deine eigenen Lebenspläne hast Du Dir durcheinanderwirbeln lassen und Dich ganz und gar in den Dienst Gottes gestellt. Dass dies nicht immer nur ein Zuckerschlecken war, das wissen aus den Evangelien.
Durch die Wahl Gottes bist Du wirklich in andere Umstände gekommen, aber nicht nur im Bauch, sondern auch im Kopf. Du hast Dich von Deiner Umgebung, von Deiner Verwandtschaft und allen Bedenken-
trägern nicht verrückt machen lassen, sondern Du hast Dich von Gott selbst verrücken lassen, dorthin, wo er Dich brauchte.

Wie groß Deine Freude über das große Erbarmen Gottes war, das schildert uns das heutige Evangelium. Elisabet jubelt laut, als sie Dich in ihrem Hause begrüßen darf, und Du lässt Dich von ihrem Jubel geradezu anstecken. Dein Jubellied, das berühmt gewordene „Magnificat“, ist ein ganz leidenschaftlicher, begeisternder Ausruf über die Größe und die Güte Gottes. Gott ist es, der ganz treu ist und die Seinen nicht im Stich lässt.
Er lässt sich nicht blenden von menschlicher Macht, von Reichtum oder anderem, was uns oft so wichtig erscheint. Die Mächtigen dieser Welt, die auf ihren Thronen sitzen, werden vor Gott nicht bestehen. Er macht einen Umsturz, er stürzt sie um und jagt sie von ihrem Ehrenplatz, weil sie in ihren Herzen so hochmütig sind und selbst Gott spielen wollen. Und was
in den Augen der Menschen klein und unbedeutend erscheint, das ist es noch lange nicht vor Gott.
Du, heilige Maria, hast uns in deinem Jubellied auch verkündet, dass es nicht unsere Aufgabe ist, diese Machthaber zu stürzen. Es genügt, wenn wir uns von ihnen abwenden. Wir sollen nicht Kain und Abel spielen.
Das endet meistens mit viel Blutvergießen.
Gott allein steht es zu, die Menschen zu richten, zu beurteilen.

Dich, Maria, hat Gott ausgewählt aus Millionen von Frauen. Dich hat er
für würdig befunden, seinen Sohn auf diese Welt zu bringen.
Deinem lauten Jubellied darüber schließt sich die Kirche gerne an.
Heute feiern wir Deine leibliche Aufnahme in den Himmel, allgemein gerne „Mariä Himmelfahrt“ genannt. Das Fest besagt, dass Du mit allem, was Deine Person ausmacht, in den Himmel hinein gestorben bist. Da ist nicht nur eine lebendige Seele im Himmel, sondern das bist Du  als ganzer Mensch und Mutter unseres Herrn, mit allem, was Dich ausmacht, was Dich so besonders macht. Wenn Du später den Menschen vom Himmel her erschienen bist, dann haben sie Dich immer so gesehen, als ganzen Menschen, der plötzlich vor ihnen auftauchen kann. Das hast Du natürlich nicht ohne Grund so gemacht. Was Gott da an Dir getan hat, das hat herrliche Folgen für uns alle.

Verzeih mir, Maria, wenn ich das so locker ausdrücke, aber Du bist ge-
wissermaßen der Prototyp, das Muster, wie wir das z.B. von den neuen Autos kennen, bevor sie in Serie gehen.
Mit Dir hat Gott den Anfang gemacht, hat dem Tod nach der Auferstehung Jesu endgültig alle Macht entrissen, hat auch ihn von seinem kalten Thron gestoßen.
Das heutige Fest ist darum nicht nur ein Feiertag für Dich, sondern erst recht für uns hier auf Erden: Auch am Ende des irdischen Lebens bist du ein Vor-Bild für alle, die Gott fürchten, die Gott vertrauen.
Sie alle werden es wie Du erleben dürfen, dass sie leibhaftig vor Gott stehen, gewissermaßen mit Haut und Haaren. Da mag unsere irdische Hülle verfaulen oder verbrennen oder in alle Winde verweht sein  – das wird unsere ganze Person im Himmel nicht betreffen. Mit allem, was uns als ganze Menschen ausmacht, werden wir vor Gott hintreten dürfen.

Liebe Maria! Dein Magnificat, dein Jubellied, ist dabei, sich zu erfüllen. Wie weitsichtig Du doch damals schon warst, als Du im heutigen Evangelium ausgerufen hast: „ Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.“
Genau so ist es gekommen: So wie Gott Dich auf seine Art geehrt hat,
so ehren wir dich, liebe Gottesmutter, auf unsere Art, indem wir von Generation zu Generation und seit Jahrhunderten mit allergrößter Freude und manchmal auch mit bebendem Herzen in Dein Jubellied einstimmen.

Liebe Maria, lass mich zum Schluss noch um etwas bitten: Halte meine Augen offen, damit ich sehen kann und mich prüfen kann, vor welchem Thron ich mich im täglichen Leben verbeuge und wessen Loblieder ich wohl singe. Das wünsche ich mir.
               Mit den allerherzlichsten Grüßen  – Dein ……
.
.

Sie können die Predigtgedanken selbst herunterladen
und auch ausdrucken:
- als pdf-Datei >> BITTE KLICKEN !
- als WORD-Datei >> BITTE KLICKEN !
- AMBO-Version >> BITTE KLICKEN !
     (diesmal keine Kurzfassung erhältlich!) 
.
... und hier können Sie die aktuelle Predigt
wie eine Zeitung umblättern und lesen:
(Diese Funktion wird wird immer beliebter; der Text zum Hochfest der Gottesmutter Maria am 9.12. wurde z.B. mehr als 5.300 mal auf diese Weise angeschaut!)


Die frisch aktualisierten Linktipps können Sie
hier nachfolgend direkt anklicken:

Steyler Missionare: Predigt u. liturgische Bausteine
>> BITTE KLICKEN ! 
Predigt Pfr. Dr. Robert Nandkisore(pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Diakon Franz Schuh
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Dr. Johannes Holdt
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Bischof Dr. Tebartz-van Elst
>> BITTE KLICKEN !
"Ein provokanter Strahl des Himmels" - Predigtgedanken
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Dietrich Bonhoeffer 1933 (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Gottesdienstentwurf aus "Dienst am Wort"
>> BITTE KLICKEN !
Familienbroschüre zu Mariä Himmelfahrt (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Enzyklika "Redemptoris Mater"
>> BITTE KLICKEN !
Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
VIRC Wien: Lesungstexte und Kurzkommentar (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Das Magnificat in alten und neuen Vertonungen
>> BITTE KLICKEN !
Einmal Pizza "Magnificat", bitte...!
>> BITTE KLICKEN !
 

Kommentare:

  1. Dass Sie hier eine "Predigt" des protestantischen Pastors und Häretikers Bonhoeffer verlinken, gefällt uns nicht.
    Was soll das in einem katholischen Blog, der treu zur Lehre der Kirche steht?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Welche Textzeile(n) ganz konkret sind da häretisch?
      Bitte konkret belegen. Danke!

      Löschen
  2. Zunächst einal war Bonhoeffer als prominenter Theologe einer Gemeinschaft, die nach katholischer Lehre keine Kirche ist (und bis 1962 auch als häretisch-schismatische Sekte galt), per se ein Häretiker. Dazu muss man keine konkreten Predigten lesen. Aber gerne werde ich mir, wenn ich etwas mehr Zeit als im Moment habe, die verlinkte "Predigt" mal vornehmen.
    Kardinal Ratzinger hat gesagt: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." Wie wahr!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was für eine dumme Ausrede!
      Zum Meckern ist immer Zeit, zum Lesen aber nicht?!
      Vermutlich kaufen Sie auch nicht in Geschäften ein, deren Inhaber
      evangelisch ist?

      Löschen
    2. Es heißt nach katholischem Verständnis "protestantisch" und nicht "evangelisch". Dass die Proestanten sich so nennen, ist einer ihrer typischen Etikettenschwindel. Denn evangelisch (=evangeliumsgemäß) ist die Heilige, vom Herrn des Evangeliums gestiftete Kirche. Sonst niemand. An dieser alten Lehre hat auch das "Konzil" nichts geändert.

      Löschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================