Mittwoch, 6. August 2014

Priester-Aussteiger wegen Zölibat: Da müsste sich doch medial was draus machen lassen...



Sie haben es gestern z.B. in meinem Blog gelesen: Wieder haben einige Priester das Handtuch geworfen und geben wegen Problemen mit dem Zölibat auf. ---> KLICKEN !
Liebe Redakteure bei SPIEGEL, STERN & Co, da müsste sich doch auf die Schnelle was draus basteln lassen, oder? 

Ein paar unzufriedene Priester und bei Bedarf auch ein paar unzufriedene Geliebte werden sich gewiss auftreiben lassen. Aber Vorsicht, Unzufriedene gibt es in anderen Berufen leider auch massenweise ---> KLICKEN !
Man muss es also in einem Artikel über Priester so verpacken, dass einem die Leser da nicht gleich drauf kommen. Und dann gibt es noch das klitze-
kleine Problem, dass nach Adam Riese, wenn schätzungsweise 10 % der Priester ausgestiegen sind, noch ein winziger Rest von 90 % bleibt, der treu und zufrieden weiterhin seinen Dienst als Priester ausübt. Was kann man da bloß machen?

Umfragen unter der Gesamtbevölkerung (am besten 80 % auswählen,
die gar keine Katholiken sind) waren schon immer sehr beliebt und wären daher mein heißer Tipp! - So hat "DER STERN" sich z.B. im März 2013 des Themas "Zölibat" angenommen, da können Sie sich ein Beispiel dran nehmen.  Kirchenthemen sind ja ziemlich "in".  Die Zeitschrift stellte 12 Zölibats-Aussteiger vor und unterstrich die Richtigkeit von deren Ent-
scheidung mit einem Umfrage-Ergebnis: "93 Prozent der Deutschen sind auf ihrer Seite".
Das hat nämlich das "FORSA"-Institut im Auftrage der Illustrierten er-
mittelt. Mit den Umfragen ist das allerdings so eine Sache. Als man etwa Bundesbürger nach den angesehensten Berufen fragte, tauchten Journa-
listen immer an den letzten Plätzen auf, z.T. in der direkten Nachbarschaft von Versicherungsvertretern und Politikern.
Die Leser sollen jedenfalls wohl staunen, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen für die Aufhebung des Pflicht-Zölibats ist. Doch schon ein kleiner Blick in andere Umfragen zum Thema zeigt, wie problematisch dieses Argument ist: Die ZDF-Forschungsgruppe Wahlen ermittelte im April 2011  nur 70 % Befürworter bei den Kirchgängern, in einer früheren Umfrage bot der "STERN" 85 %, und der "FOCUS" ließ ein Meinungs-
forschungsinstitut im März 2010 auf 82 % Zölibats-Gegner kommen.
Man könnte jetzt seitens der Presse doch auch einmal eine Umfrage star-
ten, ob die Bürger die ungeschminkte Live-Übertragung von Redaktions-
sitzungen begrüßen würden, um sich eine fundiertere Meinung bilden zu können - es gäbe bestimmt Traumwerte dafür!
Ja, die Zahl der Priester ist zumindest in Deutschland deutlich zurückge-
gangen (weltweit sieht es ganz anders aus). Pech für solche Schreiber ist nur, dass die evangelische Kirche auch ganz ohne Zölibat noch viel größere Sorgen um ihren Pfarrer-Nachwuchs hat: Die Zahl der Studienanfänger sackte von 8500 (im Jahre 1992) auf nur noch 2300 ab.
Also, ihr müsst euch da schon noch was einfallen lassen, liebe Presseleute. Aber so wie ich euch kenne, schafft ihr das schon...!