Donnerstag, 7. August 2014

"Tolle" Idee bei Professor und Priester? - Vor der Heiligen Messe kommt der Party-Service?

Der bekannte deutsche Liturgie-Wissenschaftler Prof. Dr. Guido Fuchs hatte jüngst die nicht ganz neue Idee, in Gottesdienste normale Sättigungs-
mahlzeiten zu integrieren.
Wie könnte es auch anders sein:
Dazu veröffentlichte er ein Buch unter dem Titel "Ma(h)l anders". Solche echten Mahlzeiten im direkten Zu-
sammenhang mit der Heiligen Messe würden "mehr dem Handeln Jesu entsprechen"; so könne man "den Alltag in den Bereich des Heiligen hinein" bringen, verlautet es in der selbst der Öffentlichkeit präsentierten Erklärung. ---> KLICKEN !
Dass da viele begeistert zustimmen würden, kann man sich gerade hier-
zulande leicht ausrechnen, auch ohne die Gabe der Prophetie zu besitzen. Professor Fuchs untersuchte laut Presseerklärung vor allem, wie es an-
derswo zugeht und weiß so auch, dass z.B. Baptisten und Heilsarmee damit gar keine Probleme haben. Da gibt's ganz selbstverständlich was zu essen "in den Gottesdiensträumen" - der Unterschied zu einer katholischen Kirche ist ihm also doch bewusst.
Den bedauert er denn auch gleich: Katholiken seien bezüglich solcher Möglichkeiten "extrem stark eingeschränkt", denn schließlich gibt es klare Vorschriften, die dem definitiv entgegenstehen. Darauf verweist Guido Fuchs auch ausdrücklich, trauert aber deswegen: "Ein großer Verlust für uns".  -  Wie schön also, wenn man vor der Messe so richtig gemütlich zusammensitzt und ordentlich was isst und trinkt?! Dann noch schnell
den Mund abgewischt, die Zigarette ausgedrückt und das Bierglas geleert, und ab nach vorne zum Eingangslied der Messe?
Ja, es kann durchaus interessant sein, über den Tellerrand zu schauen und solche Gepflogenheiten zur Kenntnis zu nehmen, für knapp 25 Euro, was das Buch betrifft.
Es wundert mich aber auch nicht, dass es außer Lob auch heftige Kritik an der Veröffentlichung jenes Professors gab. In Rom würde man sich in der Wortwahl sicher anders orientieren als etwa bei "kath.net", aber bei der Instruktion "Redemptionis Sacramentum" gibt's auch nicht einen winzigen Millimenter Interpretationsspielraum. Die Heilige Messe darf nicht mit einem Sättigungsmahl kombiniert werden und auch nicht an einem Ort gefeiert werden, wo Mahlzeiten eingenommen werden.
Das hat sicher gute Gründe, man hat schließlich im Laufe der Jahre genügend Missbräuche miterlebt. ---> (pdf) KLICKEN !


Zugegeben, Kritik kann man so oder so formulieren. Ich schieße da zuweilen auch schon mal dank meines Temperamentes leicht über die Torlinie hinaus. Dass man sich im Institut jenes Professors darüber ärgert, kann ich auch nachvollziehen. Aber auch hier gilt: Ist man mit der Wort-
wahl bei der Kritik an den "Scheuklappen" der "Ewiggestrigen" vielleicht auch ein wenig über's Ziel hinausgeschossen und auf dem Niveau mancher Kritiker gelandet...?  Siehe meinen "screenshot" (pdf) ---> KLICKEN !

Das Institut des Professors ---> KLICKEN

Ein Priester in Italien sorgt inzwischen mit seinem "Aperitif" bzw. seiner "happy hour" vor der Heiligen Messe dafür, dass "seine" Kirche sich zu-
sehends füllt. Naja... ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Ordinariatsgeschädigter7. August 2014 um 17:35

    Kompliment, dass Sie das Ganze ohne den bei katholischen Bloggern so oft zu beobachtenden Schaum vor dem Mund anpacken!
    In der Tat kann man die Ideensammlung des Professors zur Kenntnis nehmen.
    Viel mehr aber auch nicht, und das sollte er selbst eigentlich am besten wissen.
    Entsetzt bin ich jedoch über die Reaktion aus dem Institut des Professors:
    Wo gibt es denn sowas, dass man auf Kritik derart pauschal und gekränkt reagiert,
    so als wäre es Majestätsbeleidigung.
    Vokabeln wie "Ewiggestrige" , "tumb", "rechtskonservativ" und "Scheuklappen"
    sollte eigentlich von studierten Leuten gegenüber Kritikern vermieden werden und
    sind aus meiner Sicht ein Armutszeugnis für das Institut.

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  2. Es sagt ja schon genug, dass die Pressemitteilung über die Erkenntnisse/das Buch des Professors Fuchs unter der Überschrift erschien: "Prost Mahlzeit und Amen".
    Nachzulesen im online-Magazin "einBlick" der Uni Würzburg als pdf,
    dort ab S. 15:
    http://www.presse.uni-wuerzburg.de/fileadmin/uniwue/Presse/EinBLICK/2014/PDFs/ar201430.pdf

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  3. Wenn ich die Kritik aus dem Institut an den Kritikern recht verstehe,
    wollte der Professor Fuchs doch nur ein schönes Buch rausbringen, mit allerlei Beispielen,
    wie toll das doch bei den anderen so ist (auch da hätte man sich Gegenbeispiele finden können).
    Eine nette Sammlung, aber mehr auch nicht. Inhaltsangabe des Buches hier:
    http://www.liturgieundalltag.de/pages/posts/guido-fuchs170.php

    Sorry, aber 25 Euro gebe ich dafür nicht aus.

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  4. Jaja, Instruktionen sind grundsätzlich wichtiger als die Bibel, wo kommen wir denn da hin? Auf dem Blog von Gerd Häfner wird der kath.net-Schreiberling ordentlich auseinander genommen! Warum nicht zurück zu den Anfängen und beides kombinieren, so bekäme man Menschen in die Messe, die sonst nicht kämen... Aber lieber keine Experimente, stimmt's ;-)

    http://www.lectiobrevior.de/2014/08/eucharistie-sattigungsmahl-und-paulus.html

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    1. Ja, ja, ich weiß schon. Bei den Evangelischen gilt "sola scriptura".
      Wir sind übrigens katholisch. Da sieht das etwas anders aus.
      Ja, ja, der Herr Prof. Häfner, er will zurück zu den Anfängen.
      Dann will er wahrscheinlich auch, wie es in der Apostelgeschichte heißt,
      auf Privatvermögen verzichten und alles miteinander teilen.
      Schön, wenn Wissenschaftler es sich so passend machen.
      Ich habe seinen Artikel gelesen. Der hat schon mal den grundsätzlichen
      Schwachpunkt, dass es bei der Diskussion um ein Sättigungsmahl
      in der Kirche nur zu einem geringen Teil um die Aussagen des Paulus geht.

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    2. Die Frage ist, ob sich das Lehramt gegen apostolische Praxis stellen sollte?! Und mit der Kapitalismuskritik des Papstes sind wir auch da wieder auf einem segensreichen Weg zurück zu den Anfängen.

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    3. @Martin: Mit der "Kapitalismuskritik des Papstes" dürfen Sie HIER in der ach so katholischen Blogozese, die seit März 2013 bekanntlich päpstlicher als der Papst ist, gar nicht kommen. Damit sind Sie in den Augen des ach so katholischen Mainstreams hier nichts als ein Kommunist und Kirchenfeind.

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  5. Ich erinnere mich noch daran, wie der Hildesheimer Bischof im Dom
    für die Handwerker Spanferkel und Bier spendierte.
    Ja klar, kirchenrechtlich war der Dom zu jener Zeit vorübergehend profanisiert,
    aber allein die Überschrift der Pressemitteilung aus dem Ordinariat
    lässt nichts Gutes ahnen: "KÖLSCH STATT KELCH, KARTOFFELN STATT KOMMUNION!"
    Das Vorgehen des Bischofs fand nicht jeder lustig:
    http://www.mopo.de/panorama/schweinerei-in-der-kirche-bischof-serviert-koelsch-und-spanferkel-,5066860,10806792.html

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  6. Ich bin geschockt, wie das Team des Professors
    beinahe vulgär auf Kritik reagiert.
    Alle, die nicht seiner Meinung sind, zählen also zu den Ewiggestrigen.
    Willkommen dann im Club, Papst Franziskus!

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    1. Sie könne ja gerne Ihre traditionalistischen Überzeugungen vertreten, das ist okay. Aber daß Sie das jedesmal mit einem Tritt ans Schienbein des Pastes verbinden müssen - wer gibt Ihnen das Recht dazu?

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  7. Viel zu viel Wirbel!
    Als Autor zahlreicher Praxisbücher mit Anregungen zur Liturgie hat er sich
    einen guten Namen erworben. Seine Ansicht, dass es ein großer Verlust für uns
    Katholiken ist, wenn wir nicht Mahlzeiten vor oder im Gottesdienst einnehmen,
    kann ich allerdings nicht teilen und wundere mich, was da über ihn gekommen ist.

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  8. 1 Korintherbrief, 11, Kapitel, Verse 17 - 22 (hoffentlich habe ich da jetzt keine Zahlen verwechselt). Das hatten wir also schon ...

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