Dienstag, 12. August 2014

Vatikan heute zu Moslem-Terroristen im Irak: Anklageschrift - der Ton wird immer schärfer

Es ist schon für die eher leise Töne bevorzugenden vatika-
nisch-diplomatische Verhält-
nisse sehr bemerkenswert, wenn der offizielle Vertreter
des Papstes in einem Land solch eine Erklärung abgibt:
Im Irak ist militärisches Ein-
greifen erforderlich!
Zugleich sind Waffenlieferun-
gen an die Terror-Islamisten schärfstens zu verurteilen. Politik und Christen weltweit hätten zu lange geschlafen. ---> KLICKEN !

Ebenfalls heute gab es eine scharfe Erklärung der für den Dialog mit den Muslimen zuständigen Vatikanbehörde: Zahlreiche "unsäglich kriminelle Handlungen" werden da aufgelistet. Nichts könne "eine solche Barbarei rechtfertigen".
Alle Religionsvertreter und Muslime werden aufgefordert, "einmütig
und ohne Zweideutigkeiten"
die Verbrechen im Irak zu verurteilen.
---> KLICKEN !
Wie es scheint, ist die Lage im Irak und ihre internationale und kirchliche Beurteilung in ein neues Stadium eingetreten. Hoffentlich...!

Kommentare:

  1. Vielleicht hat der Vatikan inzwischen begriffen, dass man mit der samtweichen Stimme der Diplomatie bei Verbrechern nichts erreichen kann?

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  2. Im Prinzip richtig. Nur, die Frage muss erlaubt sein: Waren die Nazi-Massenmörder keine Verbrecher? Da heisst es immer im Blick auf den damaligen Papst, die samtweiche Stimme der Diplomatie sei das einzig Richtige gewesen, hätte er laut seine Stimme gegen den Holocaust erhoben, wären noch mehr Juden umgebracht worden...

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    1. 1a) Dort sind die Christen sowieso schon alle vertrieben. Dass noch mehr Christen vertrieben werden, ist unwahrscheinlich. Mehr als alle geht nicht.
      1b) Dass wegen der Stellungnahme des Vatikan mehr Christen umgebracht werden, ist unwahrscheinlich, weil IS sowieso angekündigt hat, dass die Christen entweder zum Islam konvertieren oder gehen müssen oder umgebracht werden. Gilt für alle, der Vatikan kann da durch einen Protest nichts mehr verschlimmern.

      2) Pius XII. hatte geplant, etwas zu sagen. Der Erzbischof von Utrecht ist ihm allerdings mit einem Hirtenbrief zuvorgekommen. Die Nazis, die vorher in den Niederlanden noch relativ Ruhe gegeben hatten, zahlten ihm das umgehend heim. Diese Vergeltung kostete etwa 40000 Menschenleben. Pius traute sich dann offenbar nicht mehr, denn wenn ein Hirtenbrief eines Erzbischofs 40000 Leben forderte, wie viele hätte dann erst ein Protest eines Papstes gefordert?

      Meine Meinung: Das lange Zögern des Vatikans hängt vielleicht damit zusammen, was ich in Punkt 2 beschrieben habe. Dass jetzt doch reagiert wurde, hängt vielleicht zusammen mit dem, was in Punkt 1b steht. Könnte ich mir zumindest vorstellen.

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    2. Die holländischen Bischöfe haben damals ihre Stimme erhoben. Und was waren die Folgen?
      Das ist eine schwierige Lage. Gott stehe diesen Menschen bei.

      Eine andere Sache: Ich habe mir gerade ausnahmsweise mal die Nachrichten im BR und ZDF angeschaut. Dort ist nur die Rede von den verfolgten Jesiden. Die Christen werden mit keinem Wort erwähnt. Was soll das???

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    3. @Kassandra
      Nicht nur im BR und im ZDF. Im österreichischen TV ist es das Selbe. Die Fernsehleute sind wahrscheinlich froh, dass die Jesiden auch verfolgt werden, denn so kann man Christenverfolgungen unter den Tisch kehren, wie es ja früher schon immer geschehen ist.

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    4. Blogozese lesen ist immer lehrreich. Heute lernen wir: Als Pius zum Völkermord an den Juden schwieg, war es gut. Als Franziskus zum Vökermord an Christen und Jesiden schwieg, war es böse.

      Stimmt, ist ja ein Sprichwort, also alte Weisheit: Wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es nicht das Gleiche...

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    5. @Max Josef
      Wenn zwei das Gleiche tun unter unterschiedlichen Voraussetzungen, dann ist es tatsächlich nicht das Gleiche.
      Ein Vergleich: Die Polizei kann einen Geiselnehmer entwaffnen, mit einem Schuss, einem Kung Fu-Trick, wie auch immer. Sie kann es jederzeit tun, egal, ob die Geisel bereits entkommen ist, ob sie sowieso schon tot ist, oder ob ihr der Geiselnehmer noch die Pistole gegen den Kopf oder das Messer an die Kehle hält. Laut Max Josef immer das Gleiche, oder?

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  3. Helmut Schneider12. August 2014 um 18:18

    Wenn wir an die Zehntausenden von terrorisierten Menschen dort denken,
    ist das ein Lichtblick. Das Ganze hätte man nur früher äußern sollen.

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    1. Das Ganze hätte noch früher verhindert werden können. Einmal durch den Verzicht der USA auf einen völkerrechtswidrigen, mit dreisten Lügen "legitimierten" Einmarsch im Irak. Zum anderen durch einträgliche Waffenlieferungen durch Deutschland an salafistische Terror-Regime wie Saudi-Arabien und Katar. Diese Regime waren und sind der verlässliche Lieferant der Isis-Mörder. An ihrer Brust wurde Isis genährt.
      Aber davon spricht ja unter Konservativen leider keiner, weil das eine Kritik an der deutschen Industrie wäre.

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  4. Kirchenmäuserich12. August 2014 um 19:39

    Wenn man gerade in Deutschland genauer hinschaut,
    wird man traurigerweise zugeben müssen: Deutschland kann seine Hände nicht in Unschuld waschen. Das mit den Waffenlieferungen geht ja schon seit Jahren so.
    Wird politisch dagegen protestiert, heißt es von der Waffenlobby sinngemäß:
    Wenn wir nicht liefern, machen es eben andere!
    Wenn wir von der technischen Entwicklung abgekoppelt werden, verlieren wir viele
    Arbeitsplatze. Sowas zieht in Deutschland immer...

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  5. In der Tat sind wir alle jetzt, wie der Kreuzknappe formuliert, in ein neues Stadium eingetreten: Wenn alle Verantwortlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft jetzt nicht aufpassen, werden die Probleme mit dem radikalen Islam weltweit noch mehr zunehmen.
    Auch weltpolitisch ist es daher sehr wichtig, dass die ISIS-Krieger in die Schranken gewiesen werden, damit sie nicht als Ermunterung für andere Hitzköpfe dienen,
    die angeblich im Namen Gottes alles morden, was ihnen nicht passt.

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  6. Nachdem die Christen im Nahen Osten weitgehend ausgerottet sind, gibt es keine Geiseln mehr, auf die der Vatikan bei der Formulierung seiner Erklärung Rücksicht nehmen müßte.

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