Freitag, 29. August 2014

Wirbel um Personalentscheidung des Papstes: Warum verlässt Kardinal Llovera den Vatikan ?

Der Rom-Korrespondent des ZDF ist eher unverdächtig, so wie angeblich dunkelkatho-
lische Blogger etwas gegen  Papst Franziskus zu haben. Gestern schrieb Jürgen Erbacher in seinem Blog "Papstgeflüster" über zwei ganz frische weitreichende Personalentscheidungen des Papstes. So wird der Präfekt der Liturgiekongregation den Vatikan verlassen müssen, der neue Einsatzort von Kardinal Antonio Llovera ist der Sitz des Erzbischofs von Valencia/Spanien. Der dort noch amtie-
rende Erzbischof zieht um und wird Erzbischof von Madrid.
So weit erst einmal nichts Ungewöhnliches, mag man denken, schließlich wechselte z.B. Kardinal Woelki auch von Berlin nach Köln. Doch (nicht nur) Jürgen Erbacher weiß um die Brisanz dieser Papst-Entscheidung:
Es sei zum einen "ein offenes Geheimnis", dass der Madrider Erzbischof und der Papst "nicht die dicksten Freunde sind", formuliert Erbacher diplomatisch.
Der Präfekt der Kongregation für Gottesdienste und Sakramentenordnung, Kurienkardinal Llovera, gilt als konservativ und als Benedikt-Freund. Erst vor kurzem hatte er alle Bischöfe der Welt schriftlich aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Friedensgruß in der Heiligen Messe schlicht ausfallen soll. Auch hier lässt Journalist Erbach einiges erahnen, wenn er schreibt, dass es "Differenzen" zwischen Llovera und Papst Franziskus "in der Theologie und in der Vorstellung von Liturgie" gegeben habe.
Auch die Tatsache, dass es vom Papst keinen neuen Namen für die Beset-
zung des freiwerdenden Präfektenpostens gab, sorgte für Spekulationen: Sollen da demnächst mehrere Kongregationen zusammengefasst werden? ----> KLICKEN !
KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel soll gemutmaßt haben, wenn es zukünftig keine eigene Behörde mehr speziell für Fragen von Gottesdienst und Liturgie gäbe, "wäre das ein Indiz dafür, dass liturgische Fragen der-
zeit... nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen" (laut Blogger "Stanislaus", leider nicht verlinkbar.)
Schön formuliert, und nun können wir alle drauflos spekulieren, was uns das alles sagen soll. Ich selbst entscheide mich spontan eher erst einmal für's Abwarten und Hingucken. Auf jeden Fall scheint es für führende Kirchenleute nicht gut zu sein, anderer Meinung als der Papst zu sein...