Dienstag, 12. August 2014

Zur Zeit fährt Kardinal Meisner ständig dieselbe Bahnstrecke und erlebt dabei stets ein Chaos...

Egal, welche Automarke Sie bevorzugen, die sehen doch alle hundertprozentig gleich aus, die Ausstattung ist vollkommen identisch! -- Nein, natürlich nicht, aber der Gedanke kam mir einen Moment lang, als ich gestern die neuesten Schlag-
zeilen über Kardinal Meisner las. Egal, welches Medium, welche Zeitung ich auch aufrief: Überall begegnete mir ein Text, der mir bereits beim Lesen der vorigen Quelle sehr bekannt vorkam, beinahe eine Art freiwillige Presse-Gleichschaltung.
Kardinal Meisner ist seit einiger Zeit im wohlverdienten Ruhestand, ob-
wohl er auch noch hin und wieder einspringt und dann unauffällig seinen Priesterdienst tut. Gestern war allerdings in den Medien ein besonderer Tag, denn es gab Artikel-Nachschub von der Nachrichtenagentur dpa.
Dort hatte man einen interessanten Bericht über das aktuelle Leben des Kölner Kardinals verfasst, und der umfasste auch eine ziemlich unglücklich verlaufene Bahnreise. Dass so ein kleiner Blogger wie ich keine Zeit und Gelegenheit hat, bei katholischen Promis nachzuhaken, versteht sich.
Für mich ist es allerdings etwas enttäuschend, bei den personell gut aus-
gestatteten Profi-Redaktionen oft nur Vorlagen vorzufinden, die man per "copy & paste" aus Agentur-Texten übernommen hat. Das kann auch jeder Praktikant und jede Schülerin, also nicht gerade schmeichelhaft für gut ausgebildete Journalisten. Selbst recherchieren, selbst ein Interview machen, selbst formulieren - nein, Fehlanzeige!

Für uns Leser hat das natürlich den Vorteil, dass wenigstens nicht was Schlimmeres im Eigenbau einer Redaktion entstanden ist. Wer also etwas Frisches und Amüsantes von Kardinal Meisner lesen will, kann das jetzt fast überall tun, z.B. HIER und HIER und HIER...!

Kommentare:

  1. Immerhin hat "katholisch.de" den etwas dümmlichen Anfang weggelassen und den Namen des dpa-Autoren genannt. Das ist schon mal etwas...
    Warum man gerade dort keine eigene Story erarbeitet hat, begreife ich allerdings nicht.

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  2. So ist sie halt, die Qualitätspresse.

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  3. Und in China ist wieder mal ein Sack Reis umgekippt.
    Wen interessieren die privaten Bahnreisen eines verdientermaßen jetzt privaten Menschen???

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    1. Mich zum Beispiel.
      Ich durfte Kardinal Meisner mehrmals in Heiligen Messen und beim Eucharistischen Kongress erleben und bin sehr dankbar für diesen gradlinigen Hirten, der im übrigen auch jetzt ganz bescheiden lebt und auf ihm zustehendes Personal verzichtet.

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    2. Das dürfen und sollen Sie ja auch sein, dankbar für den Bischof Meisner, dafür gibts auch Grund. Aber jetzt ist er nun mal Emeritus, und hat ein Anrecht auf Privatleben. Es geht uns schlicht nix an, wie er seine privaten Reisen macht und ob er Verspätung hat, der Komfort schlecht ist oder wie das Essen im Speisewagen ist. Man muss sich an der Verbildzeitungisierung der Berichterstattung über die Kirche, zumal in Zeiten des Christengenozids ja nicht beteiligen.

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