Montag, 22. September 2014

18 Minuten, 4 Fragen - Pressekonferenz zu Beginn der Bischofs-Vollversammlung dürftig!

Derzeit tagen die deutschen Bischöfe in Fulda, dem traditionellen Ort für ihre Herbst-Vollversammlung. "katholisch.de" berichtete vorab recht übersichtlich über die Themen ---> KLICKEN !
Nun sollte man also eigentlich annehmen dürfen, dass gerade bei der Brisanz einiger Themen (z.B. Sterbehilfe, Synode in Rom, Kirchenaustrittszahlen usw.) insbesondere die Pressekonferenz zum Auftakt der fünf-
tägigen Beratungen ein wichtiges Ereignis auch für die Presse ist.

Da staunte ich nicht schlecht, als ich mir eben den "livestream" der Pressekonferenz ansah: Gerade mal 20 Journalisten, und statt der von den Bischöfen kalkulierten ca. 60 Minuten für Rede und Antwort war nach 18 Minuten schon Feierabend, abzüglich des 6-Minuten-Eingangsstatements von Kardinal Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
Das hat er gut gemacht, fand ich, mit seinem Überblick über die anstehen-
den Themen und dem Versprechen, dass die Kirche nicht nur reden wolle, sondern sich in der Pflicht sehe, konkret aktiv zu werden. So stellte er z.B. in Aussicht, dass die Kirche mehr Hospize und Palliativstationen errichten wolle.
Zur anstehenden Synode in Rom machte Marx klar, dass falsche Erwar-
tungen zwangsläufig enttäuscht werden müssten. Dieser ersten Synode folge ja im kommenden Jahr noch eine zweite, und an deren Ende "könnte eine Empfehlung an den Papst stehen", nicht mehr und nicht weniger.
Wer nun wie ich von den anwesenden Journalisten erwartet hatte, dass
sie die gute Gelegenheit zu einem ausführlichen Katalog von Fragen nutzen würden, sah sich enttäuscht. Gerade mal vier Fragen kamen da zustande (Synode, Frauen in der Kirche, wiederverheiratete Geschiedene), und das war's dann auch schon. Auch auf Rückfrage gab's keine weiteren Wortmel-
dungen. Also zog man nach einer guten Viertelstunde wieder ab, mit ein paar Bildern und einigen wenigen Antworten.
Ich schätze mal, demnächst setzt in den Medien wieder das große Weh-
klagen ein, wie wenig kommunikativ die Kirche ist, dass man dies oder jenes unter den Teppich kehrt und und und. Wer das heute miterlebt hat, der weiß, was er von unseren Qualitätsmedien zu halten hat. Vielleicht war auch eine gute Tasse Kaffee einfach wichtiger als ein kirchenpolitisches Thema, man muss ja schließlich Prioritäten setzen. Heute abend und morgen werden den Fernsehzuschauern und den Lesern wieder ein paar Allgemeinplätze dargeboten...

Da hat der Pressesprecher des Bistums Münster mit seiner deutlichen Kritik an den Journalisten wohl ins Schwarze getroffen... ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Hat irgendjemand schon mal ein Wort aus dem Munde dieses lupenreinen (angegrünten) Politikers im Kardinalspurpur vernommen, das nicht dürftig war??

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    1. Möglicherweise kommt man nach dem Lesen des Artikels
      eher auf die Idee, dass die Leistung der Journalisten dürftig war...

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  2. Dass die Journalisten wenig Interesse zeigten, liegt daran, daß sie ihr gesamtes Potential für Kirchenfragen bei ihrer schon manisch zu nennenden, medialen Ausschlachtung der selbst inszenierten causa Tebartz aufgebraucht haben. Akku leer.
    Zudem muß man ihnen bestimmte Schlüsselreize bieten, gern skandalträchtige, um eine reflektorische Weckreaktion bei ihnen auszulösen. Anscheinend reichen dazu nicht einmal die ominösen wiederverheirateten Geschiedenen. Im Übrigen stimme ich mit Theodora überein.

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