Freitag, 19. September 2014

Fällt der Kasper'sche Synoden-Krieg aus? - Radio Vatikan schwächt ab: "Muntere Debatte"

Die gestern von Kardinal Kasper öffentlich erhobenen Vorwürfe gegen Synoden-Kollegen, sie wollten einen "theologischen Krieg" bei der anstehenden Synode vom Zaun brechen, hat (wie vermutlich beabsichtigt) erheblichen Wir-
bel verursacht. ---> KLICKEN !
Die Reaktionen darauf sind - wie zu erwarten - bunt gemischt: Im Prinzip fühlt sich dadurch erst einmal jedes Lager bestätigt. Während die einen Papst Franziskus in akuter Gefahr sehen, von Synodenteilnehmern beschädigt zu wer-
den, wenn diese gegen ihn und Kasper argu-
mentieren, sehen andere im Kasper'schen Manöver den zum Scheitern verurteilten Ver-
such, Gegenmeinungen von vornherein als halbe Majestätsbeleidigung zu diskretieren.
Sehr zutreffend weist z.B. das Kölner "domradio" in einem Artikel darauf hin, dass die Kritik insbesondere am Thema Kommunionempfang für wie-
derverheiratete Geschiedene nun wirklich nicht unerwartet oder neu ist: Bereits beim Konsistorium am 21. Februar waren die Reaktionen auf den Vortrag von Kardinal Kasper trotz des ausdrücklichen Lobes von Papst Franziskus für die Ausführungen sehr gemischt, und die Kritik fiel teil-
weise heftig aus. ---> KLICKEN !

In Rom selbst scheint man über die aktuelle Aufregung eher zu schmun-
zeln, oder man tut in altbewährter Weise zumindest so. Deeskalation ist angesagt. So kann man daher auch in einer rasch erschienenen Stellung-
nahme von "Radio Vatikan" nachlesen, dass es sich hier keinesfalls um einen "Krieg" handelt. Die Sprachregelung lautet vielmehr: Es ist eine "muntere Debatte" über Ehe und Familie. ---> KLICKEN !

Ich selbst finde auch, dass die Aufregung derzeit etwas überhitzt ist.
Sonst wird doch immer in der Kirche betont, wie wichtig der "Dialog" ist. Warum sollte das ausgerechnet für die Synode nicht mehr gelten?
Man sollte weder Kardinal Kasper noch den Papst mit einer heiligen Kuh verwechseln. Sollte die gerade von vielen deutschen Katholiken erwartete Lockerung der geltenden Kommunionregelung nicht zustande kommen, dann ist das zu akzeptieren. Der neue Passauer Bischof Oster hat diese Möglichkeit auch schon als realistisch eingestuft und die Gläubigen auf eine "Enttäuschung" vorbereitet. ---> KLICKEN !


Kommentare:

  1. Dass man einmal aus der Blogözese erfahren würde, das ein Papst eben kein "heiliger" Vater ist, das erstaunt mich jetzt wirklich! Und hoffentlich akzeptieren auch diese Leute die Ergebnisse der Synode!

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    1. Bitte genau hinschauen beim Lesen:
      Ich habe geschrieben, dass der Papst keine heilige KUH ist.
      Dass er nicht der Heilige Vater ist, habe ich nie behauptet.

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  2. Die in eine gewisse Aggression umschlagende Enttäuschung von
    Kardinal Kasper kann man auch irgendwie verstehen. Man kann schon
    sagen, dass dies seit Jahrzehnten s e i n großes Thema ist, und
    nun merkt er, dass selbst mit Schützenhilfe des Papstes der Gegenwind
    nicht gerade geringer wird. Das tut weh.

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