Montag, 22. September 2014

Kardinal Kasper: Man kann über alles reden... - das Evangelium ist doch keine Rechtsvorschrift!

Kardinal Kasper hat "Radio Vatikan" gerade (mal wieder) ein Interview zur anstehenden Synode gegeben. Er findet es darin nicht sonderlich nett von einigen Kardinalskollegen, dass sich sich gegen seine Ideen aus-
gesprochen haben, wie das üb-
rigens auch schon deutlich beim Konsistorium nach sei-
nem Referat zu erkennen war. Anfangs wollte Papst Franziskus sogar die Veröffentlichung des Textes von Kardinal Kasper noch nicht einmal zu-
lassen, siehe --->
HIER !
Das aktuelle Kasper-Interview findet man ---> HIER !
Immer wieder spielt bei Kardinal Kasper die "angemessene Bußzeit" eine Rolle, nach der wiederverheiratete Geschiedene (natürlich nur "im Einzel-
fall"
, wie auch immer das konkret ausschauen könnte...) wieder zum Kom-
munionempfang zugelassen werden könnten.
Mit anderen Worten: Nach einer Besinnungszeit in der Warteschleife sind die Einzelfälle wieder dabei. Nun gut, dachte ich mir schon in einem frühe-
ren Artikel, wenn das so ist, dann sollte Kardinal Kasper aber auch so fair und barmherzig sein, dies auch auf andere Missetäter anzuwenden, z.B.
auf die aus der Kirche (bzw. aus der Kirchensteuer...) Ausgetretenen.
Wenn schon, denn schon..., siehe ---> HIER !

Kommentare:

  1. Danke, danke für den Text und die vertiefenden Gedanken bei Ihren Linktipps!
    In der Tat: Ich gehöre auch zu denen, die aus der Kirchensteuer ausgetreten sind,
    weil mir das als Existenzgründer alles einfach zu happig wurde. Aber die Kirche
    kannte keine Barmherzigkeit - und schon war ich draußen.
    Ich würde mich freuen, wenn ich wieder zur Kommunion gehen dürfte, ohne dass
    ich vorher dafür Steuern bezahlen muss.

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    1. @Reinhard: wenn Sie die unwandelbare Lehre der Kirche im Glaubensgehorsam annehmen, dann können, dürfen und sollen Sie selbstverständlich die Hl. Kommunion empfangen. Diese ist nicht an ablaßartige Vorauszahlungen gebunden.
      Im übrigen kann ich Sie zu Ihrem Entschluß beglückwünschen, aus dem Öffentlich-rechtlichen (Zwangs)Kirchensteuerverein, der sich sinnentstellend "Katholische Kirche" nennt (und dies mitnichten ist!), auszutreten. Gottes Segen Ihnen.

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  2. Wenn ich das Interview richtig verstanden habe, wirft Kardinal Kasper
    anderen vor, sie würden eine Engführung der Thematik betreiben.
    Ich wundere mich allerdings dann doch sehr, dass genau dies im Rest
    des Interviews auch geschieht...
    Aber bei Kardinal Kasper ist das Weltbild ohnehin klar und ohne ohne
    Schattierungen: Er ist der Gute, der mit dem Papst tanzt, und die anderen
    sind die Bösen, die die Worte Jesu zum Gesetz machen wollen.
    Dabei ist das doch alles verhandel- und interpretierbar.
    Danke, Herr Kardinal, für diese klaren Worte,
    jetzt weiß ich, wo ich bei Ihnen dran bin.

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  3. Entschuldigen Sie bitte,
    aber ich bin theologisch nicht gebildet und nur einfache Gläubige.
    Ich verstehe das gar nicht: Warum wollen wiederverheiratete mit
    aller Gewalt "das Recht" haben, zur Kommunion zu gehen?
    Ich habe mich nicht damit beschäftigt, aber ich denke mir, warum gehen
    diese Leute nicht zum Kirchengericht und lassen ihre vorige Ehe auf
    Gültigkeit überprüfen?
    Wenn die Ehe ungültig war, dann dürften sie doch, oder sehe ich das falsch?

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    1. Nun ja, das machen ja auch viele, jedenfalls solche, denen es wirklich ernst ist mit dem katholischen Glauben, der ohne die tätige Feier der Hl. Eucharistie nun mal nicht denkbar ist. Das Problem ist, dass die Verfahren bei den Ehegerichten teilweise unendlich komliziert sind und lang andauern, mit offenem Ausgang. Und - wie ich selber bei guten Freunden miterlebt habe - auch entwürdigend sein können, wenn "Unterleibs-Details", die eigentlich niemanden und auch keinen Herrn Offizial was angehen, aufs Genaueste behandelt werden... Das ist teilweise ziemlich ekelhaft.

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    2. Das scheint mir weniger eine theologische als eine menschliche Frage. Typische Reaktionen auf den Vorschlag der Eheauflösung sind "Dann würde diese Zeit ja entwertet". Man möchte lieber mit seinem Leben so akzeptiert werden, wie es ist, selbst wenn es (sukzessive) Vielpartnerei einschließt, als zu hören, was dem Menschen zu tun gut wäre. Klingt nicht unbedingt logisch, wird aber so gefühlt.

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    3. Ja hallo, schon mal daran gedacht, dass es das geben könnte: eine Ehe mit besten Motiven und Vorsätzen geschlossen zu haben, auch im katholischen Sinn, in vollem Bewusstsein und und und ... von ungültig keine Rede! Und dann gibt es Entwicklungen, die nicht vorhersehbar waren, entweder nur bei einem von beiden, oder bei beiden... es geht einfach nicht mehr. Ja, sagt da die Kirche, aber was Gott verbunden hat, ... Trennen darf man sich ja, aber die Treue zu dem sakramental verbundenen Ehepartner wird verlangt, lebenslang... Und was ist Treue? Vor allem, dass man mit keinem anderen schläft, denn ein "enthaltsames" Zusammenleben mit einem anderen als dem sakramental Angetrauten ist ja erlaubt. Heißt für mich, ich kann einen anderen lieben, alles mit ihm teilen, außer das Bett, und das nennt sich dann "Treue" zum Sakrament. Ist also das wichtigste Element, was eine katholische Ehe ausmacht, Sex? Sonst müsste doch auch schon die Liebe zu einem anderen als "Ehebruch" gelten.
      Und Entschuldigung, wer - von welcher Seite auch immer - bei Kommunionempfang von "Recht" oder von "Zulassung" spricht, hat der wirklich einen inneren Bezug dazu? Das erinnert mich schon sehr an die Justiz, genauso wie "Ehegericht"... was hat das mit Jesus zu tun?
      Gott sei Dank bin ich von all dem nicht persönlich betroffen, verstehe auch die Argumente der Kirche, aber ein sehr ungutes Gefühl aufgrund der oben genannten Punkte bleibt da immer.

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    4. @Maria: Ouuhh, das ist ja ebenso mutig wie politisch schwer inkorrekt in der "Blogozese", was Sie hier anmerken. Abgesehen davon haben Sie schlicht Recht.

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    5. @Maria: Tja, das ist in der Tat schwer nachzuvollziehen. Wenn es um getrennt lebende Ehepaare geht, bzw. um evt. neue Verbindungen, die die Eheleute eingehen, dann ist nach Lehre der Kirche aller erlaubt und möglich - außer eben "das Eine" nicht. Du kannst mit einem neuen Partner alles teilen, kannst 24 Stunden täglich in engster Gemeinsamkeit mit ihm zubrngen - es darf nur halt nicht zum "ehelichen Akt" kommen, weil der eben der Ehe und nur der Ehe vorbehalten bleibt.

      Irgendwie eine Ironie: mit einem Mal reduziert sich die Ehe damit auf den Sex. Denn alles andere, was auch durchaus intim ist und was eigentlich auch seinen exklusiven Platz in der Ehe haben sollte, geht gut, da wird keiner exkommuniziert. Also, liebe wiederverheiratet Geschiedene: ihr müßt euch nur nachts ein bißchen zusammenreißen und eine Josefsehe führen. Alles andere ist kein Problem!

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  4. Nein, nein, es ist kein theologischer Krieg vor der Synode,
    aber so ganz friedlich sieht das auch nicht aus, wenn die Kardinäle
    sich in aller Öffentlichkeit dermaßen fetzen.
    Aber ich vergaß: Das ist ja die heilsame Unruhe, die Papst Franziskus
    in die Kirche gebracht hat...!

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    1. Auch wenn Sie das erkennbar sarkastisch meinen: mir ist diese "Unruhe", sei sie heilsam oder heillos, wesentlich lieber als die vorkonziliare Totenstille, wo Päpste bedeutende Theologen, wenn sie "häresieverdächtig" waren, auf Jahre auf einsame Inseln verbannt haben. (s. Yves Congar u.a.)

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