Mittwoch, 17. September 2014

Kirchliches Arbeitsrecht abschaffen? - Verstöße gegen katholische Lehre stören die Leute nicht?!

Das ist ein weites, sehr holpriges Terrain: Inwieweit soll oder muss die Kirche als Arbeitgeber strikt darauf achten, dass alle Mitarbeiter (oder nur die Leitungsebene?) nach kirchlichen Grundsätzen leben? - Immer wieder stößt das auch in der Öffentlichkeit böse auf, und auch die deut-
schen Bischöfe beschäftigen sich mal wieder damit.
Da ist aktuell z.B. der Fall einer Erzieherin in einer evangelischen Ein-
richtung, die sich auch bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht nicht mit der Kirche einigen konnte, sodass es nun zum Gerichtsverfahren kom-
men wird. Stein des Anstoßes: Die junge Dame wirkt in ihrer Freizeit bei Pornofilmen mit und wurde deshalb fristlos entlassen. ---> HIER !
Häufiger ist da sicher, dass Gründe wie öffentlich bekannte Verstöße gegen die katholische Ehelehre zu Zerwürfnissen und oft auch zum Rauswurf führen.
Aber ist das noch zeitgemäß? Stören solche Lebensweisen denn überhaupt noch jemand? Und warum konzentriert man sich auf einige wenige, aber häufig auftretende "Delikte", während Verstöße gegen andere Haupt- oder Todsünden so gut wie nie geahndet werden?
So fragt aktuell auch ein Bloggerkollege (---> HIER !), und damit hat er sicher nicht ganz unrecht. Das Problem existiert in anderen Bereichen ähn-
lich: Da wird ewig und drei Tage über die (Nicht-)Zulassung von wiederver-
heirateten Geschiedenen zur Kommunion diskutiert, aber so gut wie über-
haupt nicht darüber, dass es eine ganze Reihe von anderen Gründen gibt, die Kommunion zu verweigern. Wie ist es z.B. mit den vielen, die abgetrie-
ben haben oder irgendwie daran beteiligt waren?
Und vor allem: Ist das wirklich ein überzeugendes Argument, wenn man fragt, ob das die modernen Zeitgenossen überhaupt noch stört...?!
Wie man sieht: Es ist mal wieder kompliziert. Oder ist es eigentlich doch eher ganz klar?

Kommentare:

  1. Na, toll!
    Da hat die Kirche sogar höchstrichterlich zugestanden ein besonderes
    Arbeitsrecht, und dann hat man nichts Besseres zu tun, als in vorauseilendem
    Gehorsam nach der Meinung von Leuten zu fragen, die mit der Kirche so gut
    wie nichts am Hut haben!
    Wer selbst die Entscheidung trifft, bei der Kirche zu arbeiten, sollte auch
    die kirchlichen Grundsätze beachten. Punkt.

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  2. Ja, das mit der Kommunion für Menschen, die abgetrieben haben bzw. daran beteiligt waren, ist ein großes Ärgernis. Frauen, die abgetrieben haben, werden - soweit es dem Priester bekannt ist - kirchenrechtlich korrekt von den Sakramenten ausgeschlossen. Bei Ärzten, die Abtreibungen vorgenommen haben, sieht das schon diffuser aus. Es sind ja oft einflußreiche, angesehene, finanziell potente Leute in der Pfarrei.
    Vollends heuchlerisch wird es aber bei Politikern, die die entsprechenden Abtreibungsgesetze gemacht haben: sie sind nach dem Kirchenrecht exkommuniziert - aber keiner schert sich drum. Sie kriegen natürlich allesamt - bis hinauf zum Altkanzler Kohl, dessen Regierung die geltende Gesetzgebung zu verantworten hat - die Kommunion, ja man muss wohl sagen: nachgeworfen.
    Dass man da den oftmals rigiden arbeitsrechtlichen Umgang mit kleinen namenlosen Kindergarten-Erzieherinnnen oder Putzfrauen kritisch sieht, ist nur zu verständlich.

    Merke: auch in der Kirche gilt: die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen.

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    1. Wer von euch ohne Schuld ist, stehe auf und halte die Sünder von den Sakramenten und der kirchlichen Arbeit ab!

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    2. @Hubi: Und? Löst das ein Problem? Immerhin sind wir alle schuldig, ich und du eingeschlossen. Was wäre dann die Konsequenz? Alle dürfen kommunizieren, egal mit welcher Schuld sie beladen sind? Merkwürdig inkonsequent deine Feststellung.

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    3. Du schreibst:
      "Frauen, die abgetrieben haben, werden - soweit es dem Priester bekannt ist - kirchenrechtlich korrekt von den Sakramenten ausgeschlossen."
      Das wäre, wenn das so passiert, allerdings alles andere als "kirchenrechtlich korrekt". Ob der Priester irgendetwas weiß ist kirchenrechtlich vollkommen unerheblich.
      Ähnliches gilt für die Aussage, irgendwelche Politiker seien "nach dem Kirchenrecht exkommuniziert".
      Dazu vllt. mal die einschlägigen amerikanischen K§-Blogs (etwa Ed Peters) konsultieren. So pauschal gesagt sind das Halbwahrheiten, die den Mitleser eher in die Irre führen.

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  3. Eventuell folgende Lösung?:
    Ihr dürft alle, alle zur Kommunion. Aber auf eigene Gefahr.
    Ob DAS allerdings wirklich menschenfreundlich wäre, ist dann aber auch sehr die Frage.

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