Donnerstag, 11. September 2014

Pfarrer will trotz bischöflichem Verbot Heilige Messe für Geschiedene und Schwule halten

Eine ganz spezielle Heilige Messe, selbstverständlich mit Kommunionempfang, feierte Pfarrer Mag. Bernhard Preiß
im Juni in der Pfarrgemeinde St. Margarethen in Kirchberg/
Steiermark. Dazu hatte er, seit einem Jahr dort im Amt, ganz speziell wiederverheiratete Ge-
schiedene, Homosexuelle und alleinerziehende Mütter eingeladen  - eine ungewöhnliche Mischung für seinen "Gottesdienst am Rand".
Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Veranstaltung zum Aufreger im Pfarrverband, und den zuständigen Bischof Egon Kapellari erreichten zahlreiche Beschwerden. Es gab ein Gespräch mit dem Pfarrer, aber wie sich jetzt zeigen sollte, war die Angelegenheit damit keineswegs vom Tisch: Am 28. September sollte nun die zweite Heilige Messe für den ausgesuch-
ten Personenkreis angeboten werden. Die Ankündigung schreckte den Bischof wohl auf, und es gab ein weiteres Gespräch der beiden, mit dem Ergebnis, dass dem Priester die Durchführung dieses Gottesdienstes un-
tersagt wurde, siehe Artikel in der "KLEINEN ZEITUNG" ---> KLICKEN !
Dort kann man aber auch die erstaunliche Reaktion des Pfarrers nachlesen: Er teilte mit, er müsse "Gott mehr gehorchen als den Menschen" und werde kreativ mit dem Verbot umgehen, sprich: Das Ganze wird etwas umgemo-
delt und soll dann doch stattfinden.

Ein Redakteur jener Zeitung schrieb dazu in einem Kommentar u.a., damit polarisiere der Priester, was der Pfarrgemeinde schade. Eine Spezialmesse für diese Zielgruppen statt der Mitfeier der normalen Gemeindemesse komme einer Stigmatisierung dieser Menschen gleich, wie das Bistum das auch sehe. Der Bischof verweist zu Recht darauf, dass solch eine generelle Erlaubnis zum Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener so weder vom Bischof noch vom Papst akzeptiert werden könne.
Mit solch bewusster Ablehnung von Anordnungen wäre der Pfarrer meiner Meinung nach als Mitarbeiter in der freien Wirtschaft längst aus dem Ver-
kehr gezogen worden. In der Kirche bekommt er aber vermutlich die Gele-
genheit, das Thema noch etwas hochzuschaukeln. Ob das irgendjemand nutzt...?

Kommentare:

  1. ... jemand nutzt? Ja, dem Teufel ... )))-:

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  2. Wenn jeder Pfarrer ungestraft macht was er will,
    das ist Kirche heute...
    Die Vorgesetzten haben doch viel zu wenig Courage,
    dem seltsamen Treiben Einhalt zu gebieten.
    Sie fürchten die Öffentlichkeit und vielleicht auch den
    liberalen Papst Franziskus.

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  3. das ist der who-am-I-to-judge-Effekt. Der andere- der Jesus-Christus-Effekt, der sich nicht mit jedem Interview ändert und nicht sein Fähnchen in den Zeitgeistwind hängt, ist vielleicht auch bei manchem Priester vorhanden, auf alle Fälle ist er nicht medientauglich.

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  4. Das war ja klar,
    dass auf diesen einseitigen Artikel jetzt noch einseitigere Kommentare folgen würden.
    Egal wie es den Geschiedenen und Alleinerziehenden geht, sie gehören nach diesem
    billigen Denkschema kirchlich abgestraft, und ein Priester, der sich ihrer erbarmt,
    selbstverständlich auch. Er kann froh sein, dass er nicht geköpft wird...

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  5. Ordinariatsgeschädigter11. September 2014 um 19:37

    Statt allseits mit Schaum vor dem Mund Rechthabereien abzusondern,
    könnten wir als kommentierende Leser doch einfach mal zu den Fakten kommen.
    Der Priester hat schwerwiegende Verstöße begangen (unberechtigte Kommunion-
    austeilung, Ungehorsam gegen seinen Bischof).
    Ich will seine guten Absichten durchaus anerkennen, aber gut gemeint ist nun
    mal nicht gut. Und jetzt auch noch seinen Bischof öffentlich vorzuführen (wir werden
    ihn mit einer abgewandelten Form überlisten), ist beschämend.
    Wie war das noch mal mit dem Gehorsamsversprechen bei der Priesterweihe?

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  6. Herrlich, gerade diesem Pfarrer Stigmatisierung vorzuwerfen, das ist ja an Zynismus kaum zu überbieten. Die Kirche stigmatisiert diese Menschen, deshalb kann ich die Haltung des Pfarrers Verstehen, dass er Gott mehr gehorchen müsse!

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  7. Eigentlich gibt es gar keine "speziellen" Messen. Eine heilige Messe kann jeder besuchen.

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