Samstag, 13. September 2014

Skandal? - Jugendfachleute werfen der Pfarrei Beckingen Manipulation von Kindern vor

Bei Lesern meines Blogs klingelt es beim Ortsnamen Beckingen sicher sofort. Richtig - das ist doch die Pfarrei im Saar-
land, die fast geschlossen hinter ihrem Pfarrer Christoph Eckert steht, der vom Trierer Bischof Ackermann amtsenthoben und zwangsversetzt werden soll. Siehe z.B. Artikel HIER und HIER !
Wer sich die Stellungnahmen von jungen und alten Pfarrangehörigen anschaut, die in mittlerweile vier YouTube-Videos vorliegen, bekommt wohl kaum den Eindruck, dass die Kinder und Jugendlichen, die dort für ihren Pfarrer kämpfen, dazu genötigt wor-
den sind. Das aber ist genau der Vorwurf, der jetzt öffentlich erhoben wird. "Wir beobachten, dass Kinder und Jugendliche dazu aufgefordert werden, Statements abzugeben und sich zu positionieren. Viele fühlen sich in die-
sem Zusammenhang unter Druck gesetzt und befürchten negative Konse-
quenzen, wenn sie sich einer Positionierung entziehen bzw. sich neutral verhalten wollen"
, heißt es in einem Offenen Brief, der allerdings so merkwürdig offen ist, dass er im Internet (noch) nicht zu finden ist.    
Dafür wird er aber von der Presse zitiert. Verantwortet ist der "Aufruf" von der Fachkonferenz Jugend im Dekanat Merzig und der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Dillingen. In der "Fachlichen Stellung-
nahme"
, wie man dort die Vorwürfe etwas großspurig nennt, wird erklärt, dass in Beckingen "Erwachsene Kinder und Jugendliche instrumentali-
sieren"
, wie man aus   "anonymen (!) Hilferufen und Unterstützungsbitten" wisse. "Auch Großeltern äußern sich besorgt", erfahren wir noch.
Die Verfasser des offenen Briefes rufen schließlich am Ende ihres mir vor-
liegenden Schreibens auf, dass alle Beteiligten in Beckingen "und darüber hinaus" jetzt aktiv werden "und eine Instrumentalisierung von jungen Menschen... verhindern", wie auch immer das konkret organisiert werden soll. -  Merkwürdig nur, dass da so viele gestandene Erwachsene anrufen, und das dann aber auch gleich alle anonym machen.
Bloggerkollege Peter Winnemöller, durch dessen heutigen Blogartikel ich auf diese neue Wendung in Beckingen aufmerksam wurde, hat als er-
fahrener Profi-Journalist auch gleich so einen Verdacht:
"Mit dem offenen Brief der leider nirgendwo online abzurufen ist, sollen offensichtlich so-
wohl die Leiter der Ministranten in der Pfarreigemeinschaft Beckingen,
als auch die Gremien unter Druck gesetzt und in ihrem Einsatz für den Pfarrer behindert werden."

Natürlich kann es gerade bei Jugendlichen sein, und das sieht auch Kollege Winnemöller gelassen, dass da auch mal ein Jugendlicher von seinen Kum-
pels angesprochen worden ist, so in etwa: Hey, komm, mach doch auch mit für unseren Pfarrer! - Man kennt das doch: Jugendliche und Erwachsene schwimmen gerne im jeweiligen "Mainstream". Wirklich gezwungen wurde da doch wohl eher niemand...

Die für mich spannendere Frage ist aber, warum dieser seltsame offene Brief erfolgt, und warum er gerade jetzt kommt. Vielleicht gibt es da Hintergründe, die wir nicht kennen?!
Artikel von Peter Winnemöller, "KATHOLON-BLOG"  ---> KLICKEN !
Zeitungsartikel der "Saarbrücker Zeitung" ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Da wird wohl Krieg gespielt, und da heißt es mitunter auch
    geschickt tarnen und täuschen.
    Seit wann hat es die katholische Kirche amtlicherseits nötig,
    ausschließlich aufgrund von anonymen Hinweisen solch schwere
    Beschuldigungen zu verkünden?
    Seltsame Jugendarbeiter, zu denen ich als Jugendlicher bestimmt
    kein Vertrauen hätte!

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  2. Wenn sich bei mir ein paar anonyme Anrufer melden und behaupten,
    der Bischof von Trier sei ein autoritärer Kirchenmanager, dann würde
    ich doch nicht gleich damit an die Presse gehen und einen offenen
    Brief verkünden.
    Schon ein bisschen verdächtig, das Verhalten der Jugendbürokraten.
    Das Dreisteste ist jedoch die Bezeichnung "Fachliche Stellungnahme".
    Wenn die im Bistum Trier immer aus wenigen Sätzen bestehen,
    deren Grundlage anonyme Anschuldigungen sind, dann kann einem
    der Bischof nur noch leid tun.

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  3. Nemrod meint: vielleicht handelt die Fachstelle einfach nur auf Anweisung von oben. Könnte mir durchaus vorstellen, dass es gar keine anonymen Beschwerden gab sondern eine Order aus der Bistumsleitung. In diesem Bistum scheint mir inzwischen nichts mehr unmöglich zu sein. Und wenn dann noch persönliche Rechnungen beglichen werden können...

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  4. Das ist kein Offener Brief,
    das ist eine inszenierte mediale Hinrichtung!
    Ohne auch nur irgendeinen Namen zu nennen, werden erwachsene Aktive der
    Pfarrei Beckingen somit unter Generalverdacht gestellt.
    Das ist besonders schäbig, weil man sich ohne bekannte Namen dagegen auch
    kaum wehren kann. Hätten die Beschuldiger dagegen konkrete Namen in ihrem
    offenen Brief genannt, könnte man z.B. wegen Verleumdung Anzeige erstatten.
    Ich halte das Manöver der Kirchenbürokatie für verwerflich.
    Mir fällt da spontan der Begriff "Fremdschämen" ein.

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  5. Wenn ich die Andeutungen über kursierende Gerüchte richtig weiterspinne, ging der Anstoß zur Pfarrerversetzung doch von einem/r/s GemeindereferetIn/s aus, der/ss/en Ideen zur Erstkommunionfeiergestaltung vom Pfarrer abschlägig beschieden wurden. Wenn jetzt Videos kursieren, auf denen auch Kinder und Jugendliche auf der Seite des Pfarrers stehen, könnte man meinen, dass der/die/das GemeindereferetIn/s sich geirrt hätte. Da liegt es aus seiner/ihrer Sicht möglicherweise viel näher anzunehmen, die Kinder seien zu ihren Äußerungen gezwungen worden und die nächsthöhere Instanz der Kinderinteressenvertretung anzurufen, denn die müssen doch noch besser als Pfarrer, Kindern und Eltern wissen, was im Kindeswohl liegt, vor allem, wenn die dortigen MitarbeiterInnen/* gut mit dem/r/s örtlichen GemeindereferetIn/s vernetzt sind.

    Und das „lurkers support me by email“ ist den Altvorderen aus Newsgroups wohlbekannt – die Schweigende Mehrheit ist auf meiner Seite, und sie können sich natürlich auch nur anonym bei mir melden, denn sonst brennt noch ihr Haus, schließlich werden Leute, die Kinder zu schrecklichen Dingen wie positiven Aussagen über ihren Pfarrer zwingen, auch nicht davor zurückschrecken, mein Telefon abzuhören.

    Ist irgendwie logisch, oder?

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  6. Das Ganze ist doch Limburg in klein: ein glaubens- und lehramtstreuer Pfarrer wird so lange gemobbt von der protestantisierten linksgrünen Bagage im Ordinariat mit Verlumbungen und Intrigen, bis genug Dreck an ihm haften bleibt und man ihn bequem entsorgen kann. So geht es hierzulande fast jedem, der noch an der Lehre der Kirche Maß nimmt.

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  7. Dieses Vorgehen scheint symptomatisch für die deutsche Kirche zu sein. Hier in München ist es jedenfalls nicht anders. Wenn man einen Priester loswerden will, wird solange gelogen, intrigiert und verleumdet, bis er aufgibt und "auf eigenen Wunsch" geht. Immer schwammig, nie konkret, so dass er sich nicht wirklich wehren kann. Und bis in höchste Kreise hinauf. Das erspart die Amtsenthebung.

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    1. So ist es, und darin liegt das wirkliche Elend: "bis in höchte Kreise hinauf". Der Fisch stinkt in der Kirche, die ja hierarchisch verfasst ist, immer vom Kopfe her. Zur Zeit sogar vom obersten Kopf - aber eben auch von seinen deutschen Stellvertretern, die keine Hirten, sondern Mietlinge sind. Ganz besonders der Trierer und der Münchner.

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  8. Ich fasse mal zusammen. Die Fachstelle kritisiert das Jugendliche mit Hilfe von modernen Medien ihren Pfarrer unterstützen. Die Fachstelle informiert sich nicht vor Ort wie diese Videos entstanden, sondern reagiert auf anonyme Anrufe mit öffentlichen Anschuldigungen an die Jugendlichen (die diese Videos erstellten), Eltern, Kirchenmitarbeitern und Ehrenamtlichen. So sieht also die Jugendarbeit der Fachstelle aus ???. Mit pädagogischem Feingefühl hat dies wohl wenig zu tun. Mich lässt diese Handeln an der Qualifikation der für diesen öffentlichen Brief Verantwortlichen zweifeln.

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