Montag, 15. September 2014

Unbarmherzig? - Was die Sendung "report" über die Kirche als Vermieter verkündet...

Ja, ich bin für informativen,
gut recherchierten Journalis-
mus. Eine demokratische Gesellschaft lebt auch davon, wie gut ihre Bürger Bescheid wissen. Und wenn die Kirche Mist gebaut hat, darf das meiner Meinung nach auch benannt werden.
So lange man fair bleibt, versteht sich. Das sollte insbesondere für Beiträge aus Sendeanstalten gelten, die einen öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag haben und
von unseren Gebühren recht gut leben.
Doch nun zur Sache selbst: Am vergangenen Dienstag brachte "report München" einen Beitrag mit dem Titel: "Unbarmherzig? Die Kirche als Vermieter und Verpächter".

Das Sendemanuskript gibt's zum Nachlesen (noch) ---> HIER!
Und so sieht der etwa sieben Minuten dauernde Magazin-
beitrag aus:

<
           Den Direktlink zu diesem YouTube-Video gibt's ---> HIER !
:
Um das klarzustellen: Ganz sicher gibt es auch bei "der Kirche" als Ver-
mieter da und dort Probleme. Nicht alle Bürokratien und Mitarbeiter arbeiten mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Aber ist der "report"-Beitrag da wirklich fair? - Es beginnt schon mal mit einem Hobby-Imker, der nun für das Grundstück mit Bienenhaus auf einmal fünfmal mehr bezahlen muss. Da hätten wir doch gerne von "report" erfahren, was im konkreten Fall "fünfmal mehr" in Zahlen ist: Soll er jetzt z.B. statt 20 Euro Pacht 100 Euro bezahlen?    (Ich kenne einen ähnlichen Fall, der sich in dieser Größenordnung bewegt.) Mit anderen Worten: Könnte es sein, dass hier viel Wind um fast nichts gemacht wird?

Mir geht es hier nicht um die Grundsatzdiskussion, wie sinnvoll und klug es ist, dass "die Kirche" Immobilienbesitz in solch großem Umfang hat. Aber vergammeln lassen kann sie die Wohnungen natürlich auch nicht.
Nehmen wir doch mal einen anderen relativ bekannten Fall, den "report" erstaunlicherweise nicht erwähnt hat: In Frankfurt muss die beliebte "Carolus"-Buchhandlung aus den von der Kirche angemieteten Räumen in zentraler Lage ausziehen, weil sie die 2015 fällige Mieterhöhung von einem Betrag von 12 Euro auf dann mehr als 15 Euro pro Quadratmeter nicht bezahlen kann oder will. Warum berichtet "report" nicht darüber? Weil dann vielleicht herauskäme, dass für Objekte in vergleichbarer Lage von nichtkirchlichen Vermietern in Frankfurt über 100 Euro verlangt werden!? ---> KLICKEN !

Falls es bei den Redakteuren ins Konzept passt, könnte ich denen mal einen ganz heißen Tipp geben: Miet-Erhöhung an einer katholischen Schule von sage und schreibe 700 Prozent. Na, ist das was für Sie?
Einen Haken hat die Sache allerdings: Mieter ist in diesem Falle die katho-
lische Kirche, Vermieter ist die Stadt Wilhelmsburg... ---> KLICKEN !


Kommentare:

  1. Nur mal so eine Frage:
    Wäre das denn fair, wenn die Kirche den aktuellten Mietern in ihren Wohnungen
    z.B. 30 % der für Investitionen und Reparaturen nötigen Miete erlässt, um sozial
    dazustehen?
    Was ist dann mit den Leuten, die zufällig nicht in einer Wohnung Mieter sind,
    die der Kirche gehört?

    AntwortenLöschen
  2. Es ist doch immer wieder komisch und lustig: so ganz allgemein, wenn es um die reiche, kirchensteuersatte deutsche Kirche geht, können die Blogozoesanen nicht genug dagegen zetern und nach "Entweltlichung" schreien, was natürlich mit der Abschaffung der bösen "Zwangskirchensteuer" verbunden ist. Sobald aber "die Medien" (besonders die "öffentlich-rechtlichen") dieselbe Kritik an der "reichen Kirche" üben, sammeln sie sich reflexhaft wieder wie ein Mann hinter derselben und haben plötzlich mit dem Reichtum gar kein Problem mehr.

    AntwortenLöschen
  3. Ordinariatsgeschädigter15. September 2014 um 19:41

    Die Kirche sollte auch als Vermieter vorbildlich sein,
    aber zu verschenken hat sie in Zeiten knapper werdender Kirchensteuer
    auch nichts.
    Es wäre im Einzelfall schon viel gewonnen, wenn man miteinander bei
    Problemen ins Gespräch käme und gmeinsam nach Lösungen suchen würde.

    AntwortenLöschen
  4. Es wird sie nicht wundern, wenn gerade ich es bin, der anmerkt, dass das Erzbischöfliche Ordinariat München selbst kirchliche Mitarbeiter unter Androhung von Zwangsmassnahmen aus der Wohnung wirft.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist bei dem linksgegrünten Erzbischof dortselbst alles andere als verwunderlich.

      Löschen

Bitte beachten: Anonyme und beleidigende Kommentare werden hier nicht akzeptiert. Da ich nur wenig online bin, kann die Freischaltung Ihres Leserkommentares auch mal einige Stunden dauern. Nach 19.45 Uhr geschriebene Kommentare werden am nächsten Morgen veröffentlicht.