Freitag, 12. September 2014

Wer im Glashaus sitzt: Wenn die ARD eine Reportage über das Geld der Kirche macht...

Am Montag beglückte uns das öffentlich-rechtliche Fernsehen mal wieder mit einer großen Portion Kirchenschelte.
Die Dokumentation  "Vergelt's Gott - Der verborgene Reich-
tum der katholischen Kirche"
brachte zu verdientermaßen später Stunde ein Mischmasch an Vermutungen, Teilwahr-
heiten und unüberprüfbaren Beweisen, dramatisch in Szene gesetzt z.B. durch die Musikuntermalung und die Bildauswahl. Kirchlicherseits gibt's dazu relativ wenige Reaktionen; man hat sich an sowas längst gewöhnt.
Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer nahm bei "katholisch.de" im Interview dazu Stellung ---> KLICKEN !
Dass ausgerechnet ein öffentlich-rechtlicher Sender so lauthals am vielen Geld der Kirche Kritik übt, kann angesichts der Tatsache, dass wir gezwun-
gen sind, jeden Monat fast 20 Euro zu zahlen, ob wir nun fernsehen oder nicht, schon als Dreistigkeit gelten. Aus der GEZ kann man normalerweise nicht austreten.

Man stelle sich einmal vor, die katholische Kirche käme auf die Idee, bundesweit jedem Bürger, egal ob katholisch, evangelisch oder gar Atheist, eine monatliche Gebühr abzuverlangen, ausnahmslos und ohne Möglich-
keit, die Zahlung zu verweigern. Ein (berechtigter!) Aufschrei ginge durch die Nation, es würde Strafanzeigen hageln, und die Medien würden sich überschlagen mit bösartigen Artikeln über diese schrecklich diktatorischen Maßnahmen.
Nun ist es aber in der Realität eben nicht die Kirche, die so etwas tut. Vielmehr haben sich spätestens zum Januar 2013 die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands mit der GEZ (Gebühreneinzugszentrale) zu solchen "Wegelagerern" entwickelt, wie nicht nur Kommentator Henryk M. Broder in der "WELT" findet. Jeder Haushalt muss jetzt monatlich 17.98 Euro zahlen, also den bisherigen Höchstsatz. Ob man überhaupt einen Fernseher hat oder diesen benutzt oder nicht, spielt keine Rolle.
Man muss zahlen. Kommentator Broder vergleicht das mit der Bahn:
Man stelle sich vor, für jede Fahrt müsse der Kunde den gleich hohen Betrag zahlen, egal, wie weit er tatsächlich fährt. Oder im Restaurant müssen man beim Betreten schon für das teuerste Menü bezahlen, egal, was man bestellt. Und weiter schreibt Broder: "Verlassen Sie das Lokal, ohne etwas bestellt zu haben, behält der Wirt das Geld, denn Sie hätten ja etwas bestellen können." ---> KLICKEN !
Wir werden also abkassiert. Wenn man gleichzeitig erfährt, dass z.B. der ZDF-Chefnachrichtensprecher Claus Kleber jährlich 600.000 Euro (!) verdient, dann bleibt einem fast der Mund offen stehen. Und Günther Jauch's Produktionsfirma kassiert z.B. für seine Polit-Talksendung fast 270.000 Euro pro Sendung! Und wer mitgekriegt hat, wie gleich ein paar hundert Leute vom deutschen Fernsehen zu den Olympischen Spielen reisen, der gerät möglicherweise ins Grübeln. ---> KLICKEN !
Das sind nur drei herausragende Beispiele. Es ist ja auch nur das Geld anderer Leute, dass da so großzügig ausgegeben wird, und um mal eine annähernde Summe zu nennen: mehr als 7,5 Milliarden (!) Euro kommen da jährlich zusammen.

Das Video der Sendung gibt's noch einige Tage in der ARD-Mediathek zu sehen ---> KLICKEN !
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Kommentare:

  1. Die alte Leier. Die Kirche tut gut daran, so einen undifferenzierten
    Fernsehbeitrag nicht zu beachten. Sollten Sie als Blogger auch machen!

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  2. Unfreiwillige Komik:
    Ausgerechnet den Berliner Jura-Professor Hans-Peter Schwintowski dient
    als wichtigster Faktenbeschaffer der Sendung. Ist das nicht der Professor,
    der durch Plagiats-Vorwürfe unrühmlich bekannt wurde...?!

    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/plagiat-professoren-der-kavalier-liest-und-schweigt-a-482278.html

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