Mittwoch, 24. September 2014

Wer katholisch heiraten will, muss einen zehnmonatigen Ehekurs absolvieren...

Jetzt denken einige Leser womöglich, ich hätte zu tief ins Glas geschaut. Keineswegs, liebe Mitkatholiken, aber vor der anstehenden Bischofssynode in Rom ist es vielleicht auch mal sinnvoll, sich über die Ehe-
vorbereitung auch mal ein paar Ge-
danken zu machen. In Deutschland sieht man das eher locker: Die deut-
schen Bischöfe haben  eine Zusammenfassung ihrer Auswertung der Umfrage-Ergebnisse zur Vorbereitung der Synode im Bereich der 27 deutschen Diözesen vorgelegt. Das Fazit ist nicht wirklich überraschend.
Ein Beispiel-Zitat aus der Analyse der Bischöfe: "Zur Ehevorbereitung sind in den deutschen Diözesen zahlreiche verschiedene Kurs- und Veranstal-
tungsmodelle entwickelt worden. Die Spannbreite reicht dabei vom ein-
tägigen Seminar über Wochenendseminare, mehrteilige Abendkurse bis hin zu Reihen mit mehreren Wochenendveranstaltungen. Die Erfahrungen hiermit sind sehr unterschiedlich.
Einige Diözesen berichten von rückläufigen Teilnehmerzahlen, andere er-
leben, dass die Teilnehmerzahlen gerade in jüngster Zeit ansteigen. Es wer-
den je nach Diözese zwischen 10  und 60 Prozent der Paare erreicht, die kirchlich heiraten, durchschnittlich etwa ein Drittel.
Vor allem die zeitaufwändigeren Ehevorbereitungsseminare werden nur von wenigen Brautpaaren besucht. Das Ehevorbereitungsgespräch mit dem Ortspfarrer oder dessen Bevollmächtigen ist für alle Brautleute obligato-
risch, wird aber oft nicht als Chance für ein eingehenderes Gespräch ge-
nutzt, sondern verbleibt im eher formalen Rahmen. Immer wieder klagen Brautleute auch über eine unpersönliche und formalistische Behandlung ihres Anliegens..."

Mit anderen Worten: Auch die (Ober-)Hirten der Gläubigen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Ehevorbereitung hierzulande nicht gerade optimal läuft.
Ein Bloggerkollege berichtet aus Spanien, wie er das dort erlebt hat: Ein zehnmonatiger Ehevorbereitungskurs mit abschließender schriftlicher Prüfung ist ihm da begegnet. Wäre ja auch mal nachdenkenswert, oder?
Der Artikel im Blog "pax et bonum" ---> KLICKEN !
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Pfarrer Duda aus Bülach in der Schweiz gibt Paaren übrigens auf Wunsch eine mindestens 15 Jahre geltende "Ehegarantie": Seine Bedingung an die Ehepaare ist dabei, dass sie mindestens einmal jährlich zu ihm zum Beratungsgespräch, zum Ehe-TÜV kommen, um Probleme rechtzeitig aufzuarbeiten. Siehe Pressebericht ---> KLICKEN !
Vielleicht ist das auch für die Kirchenführer mal eine Überlegung wert? Mehr Qualität zahlt sich eben aus, auch in der Seelsorge...

1 Kommentar:

  1. Vielleicht ist es ein Einzelfall, aber bei uns war es auch so, wie oben beschrieben:
    Unsere "Ehevorbereitung" war ein einziges halbstündiges Gespräch vor allem über
    den Ablauf der Feier und über die Formalien und Unterlagen.
    Außerdem mussten wir drei Wochen warten, bis wir einen Termin beim Pfarrer hatten.
    Seelsorge war das nicht.

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