Mittwoch, 31. Dezember 2014

Gut oder nicht gut? -- Dompropst: Am 5. Januar 2015 gehen am Kölner Dom die Lichter aus...!

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Am Samstag, dem 5. Januar, gehen am Kölner Dom die Lichter aus. So hat es der Kölner Dompropst Dr. Norbert Feldhoff verkündet.
Von 18.30 bis 21.00 Uhr bleibt der Dom im Dunkeln, weil die Außenbeleuchtung komplett abgeschaltet wird. Der Grund: In diesem Zeitraum ist in der Köl-
ner Innenstadt ein Demonstrationszug von PEGIDA-
Anhängern geplant. Und dessen Teilnehmer will man im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln stehen lassen. Man wolle denen für ihren Protest keine Ku-
lisse bieten, erklärte er. - Damit folgt man am Kölner Dom der Idee der Dresdner Semperoper, die kürzlich ebenfalls gegen PEGIDA das Licht ausgeschaltet hatte.
Die Ankündigung der Dom-Verantwortlichen hat in den Medien ein großes, ausschließlich positives Echo gefunden. ---> KLICKEN !
Ich habe dafür durchaus Verständnis, aber es seien mir auch ein paar kri-
tische Anmerkungen erlaubt, da offenbar in den Medien niemand auch nur die geringsten Bedenken hat:

                           Sippenhaftung auf gut katholisch?
Man wolle Rassisten keine Plattform bieten, heißt es da gut katholisch.
Ist es denn wirklich gut katholisch, frage ich, hier sämtliche Demonstran-
ten in Sippenhaft zu nehmen und einfach mal so auf puren Verdacht hin in einen Topf mit Rechtsradikalen und peinlich-gefährlichen Hetzern gegen Flüchtlinge zu werfen?    Was mag ein ehrlich besorgter Katholik und Mit-
bürger wohl empfinden, wenn er vom Erzbistum Köln ganz amtlich und ohne Einzelfallprüfung fast wie ein Verbrecher eingestuft wird?
Den Appell an die christliche Nächstenliebe, wie er z.B. von vielen deut-
schen Bischöfen im Zusammenhang mit dem Thema Flüchtlinge geäußert wurde, kann ich nur unterschreiben. Ich schäme mich für manche Hetze, die ich im Internet gegen Zuwanderer lesen musste.
Aber: Gilt die christliche Nächstenliebe eigentlich auch für Leute, die bei PEGIDA mitgehen? Hat es im konkreten Fall überhaupt Versuche des Erz-
bistums gegeben, mit Verantwortlichen der Demonstration am 5. Januar ins Gespräch zu kommen?
In der Argumentation verweist man seitens des Erzbistums auf eine üble Demo vor einiger Zeit, wo Hooligans gegen Salafisten antraten und es zu schlimmen Ausschreitungen kam; über 40 Polizisten wurden verletzt. ---> KLICKEN !
Hat man denn bei den Verantwortlichen des Kölner Doms gesicherte Er-
kenntnisse (z.B. durch vom Verfassungsschutz bei PEGIDA eingeschleuste V-Männer), dass der Personenkreis identisch ist? Oder warum nutzt man die andere Demo jetzt als Argument?

             Gemeinsame Sache bei Verdunkelungs-Aktion?
Den Teilnehmern bei PEGIDA wurde auch von katholischer Seite immer wieder vorgehalten, durch ihr Mitlaufen machten sie letztlich (wenn auch ungewollt) gemeinsame Sache mit Rechtsradikalen. Wie steht es denn jetzt bei dieser Verdunkelungs-Aktion damit?   Mit wem macht man da ge-
meinsame Sache?
Die Dom-Entleuchtung ist laut Kölner Katholikenausschuss eingebettet in ein breites Bündnis im Rahmen einer Aktion  mit dem Titel "Köln stellt sich quer", und da lese ich z.B., dass neben anderen Gruppierungen da auch die Piratenpartei oder der Bund der Antifaschisten (man schaue z.B. bei Wikipedia nach, wie die eingeschätzt werden) und ein Arbeitskreis Schwule und Lesben mitwirken. Könnte man da nicht auch ähnlich wie gegen PEGIDA argumentieren und fragen, mit wem man da alles gemein-
same Sache macht? - Zwei interessante Abbildungen dazu z.B. ---> HIER und ---> HIER !
Nun hat man also von offizieller katholischer Seite alle, die bei der Demo am 5. Januar mitmachen, vorab und ungeprüft in die böse Ecke gestellt: Pfui, dass ihr dabei seid!
Falls es den Verantwortlichen im Erzbistum Köln nicht zu viel Mühe macht, sollten sie vielleicht mal nachlesen, was man im Ausland in man-
chen angesehenen Medien über das Problem PEGIDA und Rechtsradikale denkt. Doch Vorsicht, es könnte sein, dass man ins Staunen kommt!
Ein Beispiel: Die "Basler Zeitung" ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. In der konservativen FAZ war gestern zu lesen, was Journalisten, die Pegida-Demonstrationen besuchen, sich dort so anhören müssen. Zum Beispiel: "Hau ab, du verdammte Judensau, sonst machen wir dich platt!" Der das zum FAZ-Menschen sagte, war kein Mitläufer aus der vorletzten Reihe, sondern trug eine weiße Ordnerbinde, also einer der Organisatoren.

    Nur ein Beispiel von vielen. Aber das ist in der Blogozese in den Wind gesagt. Hier ist ja die FAZ dasselbe wie die "taz", nämlich Teil der "linkssozialistischen Lügenpresse". So ist das Weltbild bei Leuten, die sich an Verschwörungstheorien auf wirren Internet-Blogs orientieren.
    Der Kölner Dompropst hat richtig entschieden.

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    1. Das ist schockierend, Brigitta, da haben Sie Recht!
      Aber: Solche Dumpfbacken werden Sie in jeder beliebigen Demo finden,
      und die Journalisten haben auch viele Menschen gesehen, die nicht so
      denken wie jener Ordner. Aber diese 98 % sind natürlich unwichtig,
      weil man daraus keine verkaufsträchtige Schlagzeile basteln kann.
      Also bitte nicht so simpel denken!

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  2. Ich halte überhaupt nichts von PEGIDA, so lange da Rechtsradikale
    an führender Stelle agieren.
    Aber es kotzt mich an, dass wir heute schon wieder fast so weit sind
    wie in unseligen Zeiten. Entweder man darf seine Meinung äußern,
    auch durch Demonstrationen, oder nicht.
    Es ist völlig unangemessen, wie in Köln und anderswo völlig unterschiedslos
    Menschen, die anderer Meinung sind, verbal niedergeknüppelt werden.
    Mit Christentum hat das wenig zu tun, Herr Dompropst!

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  3. ein in Köln jetzt exkommunizierter Katholik31. Dezember 2014 um 10:23

    Ein treffendes Beispiel, wie ignorant die herrschende Mehrheitsmeinung
    gegenüber allen ist, die auch nur ganz vorsichtig Verständnis für PEGIDA
    äußern, liefert die aktuelle Diskussion um den Autor Matthias Matussek.
    Sogar seine Facebook-Seite ist derzeit nicht erreichbar,.
    Tolle Demokratie.

    http://www.theeuropean.de/heinrich-schmitz/9408-facebook-pegida-streit-um-matthias-matussek?utm_content=bufferdcad4&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

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  4. Warum hat das Kölner Domkapitel nicht statt dieser populistischen
    und undifferenzierten Aktion zum Beispiel eine Podiumsdiskussion
    organisiert? - Dann hätte man auch eine gute Presse, aber es wäre
    wenigstens inhaltlich was dabei rausgekommen.
    Fremdschämen kann man sich mittlerweile also auch für einen Dompropst.

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  5. Mit Nazis diskutiert man nicht. Ganz einfach! Und den Mitläufern muss man klar und deutlich sagen, dass ihre Position nicht die der Kirche ist.

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    1. Was ist denn Ihrer Meinung nach die Position der "Mitläufer"?

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    2. Die Position der "Mitläufer"? Die dürfte durch die vier kurzen Worte "Das Boot ist voll" einigermaßen hinreichend charakterisiert sein.

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  6. Zur hier verlinkten "Basler Zeitung" sollte man wissen, dass diese seit einigen Jahren dem hoch umstrittenen Schweizer Milliardär und Rechtspopulisten Christoph Blocher gehört und seither eine gehordamen Swing von liberal nach weit rechts hingelegt hat. Dass dort Pegida bejubelt wird, ist nur konsequent.

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    1. Hätten Sie sich die Mühe gemacht, den verlinkten Artikel zu lesen
      und vor allem die mehr als 100 Leserkommentare, wären Sie mit
      Ihrem schnellen Urteil vielleicht etwas vorsichtiger.
      Man könnte ja gerne mal untersuchen, wer in deutschen Zeitungen
      und anderen Medien Mitbesitzer ist...

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    2. Wenn dem Normalkatholiken (interessante Wortwahl,
      weil er suggieren will, dass dies das wirklich Katholische ist)
      die "New York Times" lieber ist, bitte sehr:

      "Grundsätzlich glaube ich, sollte man tausende Demonstranten nicht einfach ignorieren. Es ist das Recht der Bürger, auf die Straße zu gehen und ihre Meinung auszusprechen – auch wenn das sehr emotional geschieht.“

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    3. @Zeitungsfrau: Das Recht eines jeden, für welchen Sinn oder Unsinn auch immer auf die Straße zu gehen, bestreite weder ich noch die Bischöfe. Auch ein Bischof Williamson hat das verbriefte Recht, zusammen mit NPD-Kadern öffentlich gegen die sog. Auschwitz-Lüge zu demonstrieren.

      Ebenso hat jeder das Recht, die Zielrichtung von Demonstrationen zu kritisieren und die Teilnahme an solchen für fragwürdig zu halten. Dieses Recht nehmen sich z.B. die Bischöfe.

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  7. Das Erzbistum Köln an vorderster Front gegen PEGIDA!
    Ganz im Gegenteil!
    Mancher, der noch zögerte, ist jetzt so bitter enttäuscht, dass man
    ihm auch seitens der Kirche so in den Rücken fällt, dass er sich denkt:
    JETZT ERST RECHT !!!
    Abgesehen davon hat die Verdunkelung des Doms einen makabren
    Symbolcharakter: Die Kirche ist jetzt nicht mehr das Licht der Welt,
    sie klinkt sich aus und verfällt in Dunkelheit.
    Super hingekriegt...!

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    1. Ja, super hingekriegt. Die Kirche als Licht der Welt hat die Kinder des Lichts zu erhellen, nicht die der Finsternis. Deshalb bleibt das Licht des Domes aus, das im übrigen doch was sehr anderes ist als das Licht der Welt im biblischen Sinn.

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    2. Ein guter Tipp für Marie Seibert:
      Wer in der Bibel liest, ist als Christ im Vorteil:

      http://www.wo-ist-gott.info/sites/wer-oder-was-ist-gott/jesus/gleichnisse/licht-unter-scheffel.htm

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  8. Sollte sich das Ausschalten der Beleuchtung auf den Platz vor dem Dom
    beziehen, kann ich nur hoffen, dass das Erzbistum gute Anwälte hat.
    Nach § 823 und § 276 BGB besteht dort Verkehrssicherungspflicht.
    In mehreren Gerichtsurteilen haben wegen mangelnder Beleuchtung Verunglückte
    Schadensersatz und Schmerzensgeld erhalten.
    Hinzu kommt, dass ggf. bei Gewaltdelikten im Zusammenhang mit der
    Demo eine Behinderung von polizeilichen Ermittlungen denkbar ist,
    da die Täter bei Dunkelheit nicht ohne weiteres identifizierbar sind.
    Ich kann also nur abraten.

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  9. OhneGottgehtsprima31. Dezember 2014 um 20:34

    Wenn man die zahlreichen Skandale und Missetaten bedenkt,
    die diese Kirche Kindern und Erwachsenen angetan hat,
    dann ist es wirklich das Allerbeste, wenn sie selbst ihre Lichter auslöscht.
    In Deutschland gilt für viele Kirchengebäude ja längst schon der
    bekannte Spruch: Der Letzte macht das Licht aus.
    Nur weiter so!

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  10. IchlassmichnichtvondenNazisfertigmachen1. Januar 2015 um 01:59

    Kardinal Woelki in seiner Silvesterpredigt: Die deutsche Rüstungsindiustrie ist mitschuld an den Flüchtlingsströmen.
    Das gibt jetzt wieder Schnappatmung bei unseren rüstungs- und militarismusbesoffenen Tradis.

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  11. Hier ein sehr guter Kommentar des Leiters der deutschen Abteilung von Radio Vatikan - also einer, den niemand in der Blogozese verdächtigen kann, Teil der "Systempresse" und des medialen "Lügenkartells" zu sein:
    http://blog.radiovatikan.de/glaube-a-la-pegida/

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    1. Vielen Dank für Ihren Hinweis, "Balthasar".
      Ich schätze P. Hagenkord sehr, aber auch er ist natürlich nicht unfehlbar.
      Man denke z,.B. an seine etwas merkwürdige Argumentation,
      als Zeitungen dem Vatikan vorwarfen, man appelliere zwar an andere,
      Flüchtlinge aufzunehmen, mache das aber selber nicht:

      http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/12/die-faz-fragt-warum-der-vatikan-selbst.html

      Auch zum aktuellen Artikel wäre einiges Kritische anzumerken,
      aber das kann man im Grunde schon meinem obigen Artikel entnehmen.
      Außerdem schränkt P. Hagenkord am Schluss selbst ein:
      "Die Kritiker haben insofern recht, als auch das Gegenteil nicht gilt".
      Ein weiterer Irrtum von P. Hagenkord besteht darin,
      dass er unterstellt, es gehe den PEGIDA-Teilnehmern um Glaubens-
      fragen. Das ist so pauschal nicht korrekt.

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    2. Bei Letzterem gebe ich Ihnen Recht. Es geht bei "Pegida" sowohl bei Anhängern wie Kritikern eher um nackte Politik ("Das Boot ist voll" versus "Multikulti", anders gesagt: "rechts" gegen "liberal") als um das Christliche. Das finde ich beklagenswert. Unsere Bischöfe nehme ich allerdings von der Kritik aus. Denen geht es wirklich um das Christliche.

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