Sonntag, 14. Dezember 2014

Ich bin ein kulinarischer Weihnachts-Banause: Bei uns gibt's kein aufwendiges Festessen!


Wie gut, dass wir die fleißigen Meinungs-
forscher haben. Unermüdlich telefonieren und interviewen sie zu allen Themen, die von Interesse sind – oder auch nicht.
Da gehört die Erforschung der weihnacht-
lichen Essgewohnheiten natürlich zu den ganz grundlegenden Fragen, an denen man den Gemütszustand einer Nation ablesen kann.
Egal, ob Deutschland, Österreich oder wel-
ches Land auch immer  –  beim festlichen Essen gibt es Gewohnheiten, die über Jahr-
zehnte gepflegt werden. Das beliebteste Weihnachtsessen in Deutschland ist –
na klar, Würstchen mit Kartoffelsalat!
Aber nicht nur den Gewerkschaften, den Parteien und den Kirchen kom-
men Anhänger abhanden, nein, sogar an der Kartoffelsalatfront bröckelt es: Während im Jahr 2000 noch 32 % der Bundesbürger bekennende Kartoffelsalater waren, sind es laut Umfragen 2010 nur noch 15 %. *)  Damit stellen sie aber immer noch die stärkste Fraktion bei den Fest-
menüs, angeblich verfolgt von den Fisch-Essern (Karpfen-Esser mitge-
zählt) mit 6 %, gleichauf mit den Gänse-Essern mit ebenfalls 6 %. **)
Bei der jüngeren Generation gibt’s einen erkennbaren Trend hin zum Fondue (Käse, Fleisch) bzw. Raclette – das ist derzeit so "in" wie Trend-Getränke, also z.B. „Latte Macciato“ statt einem biederen Kaffee.
Wenn die Statistiker nicht geschummelt haben, dann können die Öster-
reicher über den deutschen Kartoffelsalat nur den Kopf schütteln (wobei die deutsche Teilung noch ihre Nachwirkungen zeigt, denn im Osten Deutschlands gibt's deutlich mehr Kartoffelsalat als im Westen).
Das Herz der meisten Österreicher schlägt statistisch für Karpfen und Bratwurst, wobei ich mal zu deren Gunsten hoffe, dass damit nicht genau diese Kombination gemeint ist...  -- Und wie sieht's bei Ihnen aus?
Wir selbst haben an den Weihnachtstagen traditionell das Haus voll Be-
such, und da sind viele Kinder dabei. Wir verbringen viel Zeit miteinander, und da ist die Frage des Weihnachtsmenüs bei uns kulinarischen Banausen eher Nebensache.
Es gibt bei uns grundsätzlich nur Gerichte, die sich gut und ohne Hektik vorbereiten lassen und vor allem solche, die auch den jüngeren Kindern
gut schmecken - auch das ist ein Beitrag zum Weihnachtsfrieden in der Familie...

*)  Verschiedene Umfragen kommen da zu leicht abweichenden Zahlen
**)  Ich habe das zwar gespeichert, aber leider ist die Seite nicht mehr online abrufbar.

Immerhin ein Artikel zum Thema... ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Na klar, als Christen machen wir's auch so.
    Weihnachten ist doch nicht das Fest des Bauchvollschlagens.
    Wir gehen zur Messe, singen und spielen zusammen
    und freuen uns über die geschenkte Zeit!

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  2. Vom Standpunkt der glaubenstreuen Tradition ist die Sache klar: ein bescheidenes, gleichwohl dem Anlass entsprechendes schmackhaft gehaltenes Mal, mit Fisch und keinesfalls mit Fleisch, denn liturgisch ist am 24.12. bis Mitternacht noch adventliche Buß- und Fastenzeit.
    D.h. auch Alkohol darf erst um Mitternach konsumiert werden. Wir essen seit Menschengedenken Heringssalat, das ist die klassische Heiligabendspeise der Tradition, leider heute kaum noch beachtet, die Protestantisierung der Kirche hat auch vor den kulinarischen Sitten an Heiligabend nicht Halt gemacht. Der aktuelle Papst wird sich an Heiligabend ein dickes fettes argentinisches Steak schmecken lassen...

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    1. Könnten Sie das Rezept für den Heringssalat posten? Danke!

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  3. Der Heilige Abend ist der Heilige Abend, Weihnachten ist Weihnachten. Aber mir scheint, hier geht das genau so durcheinander, wie bei den Säkularen.

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    1. In der Tat, der Heilige Abend ist der Heilige Abend und nicht Weihnachten. Das beginnt erst am 25.12. um 0 Uhr. Ostern ist nun mal auch nicht am Karsamstag, auch wenn unseligerweise in Folge des "Konzils" in vielen Pfarreien bereits an Karsamstagabend "Ostern" gefeiert wird.
      Heiligabend ist noch Bußzeit - und für Bußzeiten hat die Kirche nun mal auch kulinarisch klare Regeln, die selbst das "Konzil" nicht getilgt hat.

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  4. Manche machen sich den Weihnachtsstress und damit auch familiäre Querelen
    ausgerechnet zum Fest in Wirklichkeit selber.
    Im Zeitalter von Kühlschrank und Tiefkühlkost kann man doch auch mal ganz
    entspannt an das Thema Essen herangehen und sich der Hauptsache des
    Weihnachtsfestes widmen.

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