Mittwoch, 31. Dezember 2014

Meinungsdiktatoren? --"Christ & Welt" lehnt Anzeigenauftrag von "Kirche in Not" ab...

Da hat sich das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" doch tatsächlich getraut, bei der Wochenzeitung "Christ & Welt" eine bezahlte An-
zeige als Werbung für den nächsten "Kongress Weltkirche" in Auftrag zu geben!
Das war anscheinend ein schlimmes Vergehen, denn nun schießt Redak-
tionsleiterin Christiane Florin in Ausgabe 1/2015 in einem Artikel gegen den Kongress und verkündet allen, die es lesen wollen oder nicht, man habe den Anzeigenauftrag des Hilfswerkes abgelehnt.
Den Grund erfahren wir auch: Während der dreitägigen Veranstal-
tung vom 12. - 15. März in Würz-
burg
, zu der Kardinal Marx die Teilnehmer im Programmheft herzlich begrüßt, gibt es neben vielen anderen empfehlenswerten Programmange-
boten auch eine Podiumsdiskussion, die Frau Florin nicht gefällt.
Das Thema des Gesprächsangebotes am Samstag ab 15.45 Uhr, das zur Ablehnung der Anzeige führte, lautet: "Gegen den Strom von Mei-
nungsdiktatur und Political Correctness"
.
Man schaue im umfangreichen Programmheft (pdf) mal auf Seite 16 nach ---> KLICKEN !
Wer sich die Namen der angekündigten Podiumsteilnehmer anschaut, muss sich schon extrem anstrengen, um da rechtsradikales Gedankengut zu wittern. Der Apostolische Nuntius in Deutschland als katholischer Fundamentalist? - Ein solches Thema sei "Verachtung der pluralen Demo-
kratie"
, entscheidet die Schreiberin von "Christ & Welt", und das will sie nicht durchgehen lassen. Da ginge es "um die Verfassung", glaubt sie aus dem Titel herauslesen zu können."Dieses Land als Diktatur zu bezeichnen ist eine Diffamierung", betreibt Frau Florin vorausahnende Veranstaltungs-Exegese, und daher wird das nichts mit der Werbeanzeige...

Wie lautet doch gleich noch mal die Überschrift bei "Christ & Welt"? - Ach ja, "Wir Meinungsdiktatoren". - Was zu beweisen war und recht überzeugend als Schuss nach hinten gelungen ist... ---> KLICKEN !
Aber trotzdem gilt mein Dank der aufgeregten Schreiberin. Sie hat damit "Kirche in Not" viel Geld gespart und trotzdem eine prima Werbung für die Veranstaltung gemacht. ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Na das ist ja gerade noch mal gut gegangen! Ich wäre not amused, wenn meine Spenden letztendlich an Christ & Welt flössen...

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  2. Das kann man so oder so sehen. Ich erinnere mich des verstorbenen (jüdischen) ehemaligen Kardinals von Paris, Jean-Marie Lustiger, einem engen Freund von Johannes Paul II., der "Kirche in Not" entschieden ablehnte, weil er dieser Organisation eine rechtslastige Ideologie und latenten Antisemitismus unterstellte. "Kirche in Not" ist zumindest umstritten.

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    1. Achwas!?! Kirche in Not ist umstritten?
      Ja und? Das bin ich auch, und das ist auch gut so.

      Und mal ehrlich: Wer oder was ist eigentlich nicht umstritten?
      Irgendeinen Umstreiter findet man überall.

      So what?

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  3. Nun ja, lieber Herr Kreuzknappe. Sie wollen doch wohl kaum ernsthaft glauben machen wollen, dass die weiteren Podiumsteilnehmer Gabriele Kuby, Alexander Kissler sowie Hedwig von Beverfoerde ein breiteres Meinungsspektrum abdecken, geschweige denn aus einer anderen als der gemeinsamen rechtskonservativen Ecke kommen...

    Ob es souverän von "Christ und Welt" war, die Anzeige nicht zu schalten, steht auf einem anderen Blatt.

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  4. Da hat sich Frau Florin ja mal wieder auf das Allerschönste blamiert.
    Danke für Ihren Klartext-Artikel!

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    1. Blamiert hat sie sich in Tradi-Augen. Für die meisten Katholiken hat sie sich mitnichten blamiert, sondern richtig gehandelt. Man kann sich ja im Netz sehr gut kundig machen über diese Bewegung namens "Kirche in Not"...

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    2. An Leser Speedy:
      Dann wüsste ich von Ihnen aber auch noch gerne,
      warum sich Kardinal Marx als bekannter Reformer dort so engagiert
      und warum der vatikanische Chef-Diplomat in Deutschland sogar
      als Podiumsteilnehmer mitmacht.

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    3. Naja, Kardinal Marx muss als oberster Bischof natürlich auch eine integrative Rolle spielen, was auch politisch klug ist. So wie er selbstverständlich bei den "linkslastigen" Katholikentagen auftritt und einen engen Kontakt zum im Tradi-Milieu verhassten ZdK pflegt, so muss er gelegentlich auch das rechtskonservative Spektrum bedienen. Dass er sich da weniger wohl fühlen wird wie auf dem Katholikentag, darf realistisch vermutet werden. :-)

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    4. Als unbeteiligte Leserin, die sich keinem kirchlichen "Lager" zugehörig fühlt, weiß ich - ganz ernsthaft - nicht, inwiefern "Kirche in Not" antisemitisch oder "rechtslastig" (was genau ist das eigentlich? rechtsradiakal? nationalsozialistisch? oder...?) sein soll. Alles, was ich bisher von der Organisation gelesen und gehört habe, ließ bei mir eigentlich nicht den Eindruck aufkommen. Ich bitte um konkrete Aufklärung!

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  5. Kann es sein, daß diese Redaktionsleiterin den Begriff "Meinungsdikatur" so überhaupt nicht verstanden hat?

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  6. Diözesaner Bürohengst31. Dezember 2014 um 18:24

    Das war aber voll daneben, Frau Florin!
    Ihre verbale Breitseite gegen den möglichen Anzeigenkunden
    gibt vielleicht anderen Inserenten frühzeitig die Warnung,
    es sich reiflich zu überlegen, wo man inseriert und wo besser nicht.

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  7. Von welcher "Verfassung" schreibt die Frau da eigentlich?
    Die Bundesrepublik hat bekanntlich ein "Grundgesetz"...!

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  8. Welche Quelle besagt denn, dass Kardinal Lustiger KIRCHE IN NOT abgelehnt habe? http://www.kirche-in-not.de/kirchengeschichte/2009/08-04-todestag-kardinal-lustiger-5august

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