Sonntag, 21. Dezember 2014

Neue Handreichung aus dem Vatikan: Erhalten langweilige Prediger bald eine Abmahnung?

Das klingt für katholische Ver-
hältnisse doch schon ziemlich martialisch: Der Vatikan wolle "gegen langweilige Predigten im Gottesdienst vorgehen", melden heute diverse Quellen, so z.B. ---> HIER und HIER !
Nun bekommen also weltweit alle Priester "methodische und inhaltliche Eckpunkte" an die Hand, denn bisher litten dem Vernehmen nach zu viele Katholiken an Pre-
digten, "die einen beim Zuhören, die andern beim Predigen", so der Papst, der die Richtlinien soeben genehmigt hat.

Vorbei sind also bald die Zeiten, wo man sich während der Predigt ein kleines Nickerchen gönnen konnte oder aber kreativ dagegen ankämpfte... ---> HIER !
Ich gebe zu, dass auch ich den genauen Wortlaut der Handreichung noch nicht kenne, aber das Thema verlockt einfach zu mehr oder weniger rea-
listischen und humorvollen Spekulationen.
Diejenigen, die da also demnächst ganz heiße Tipps bekommen, wie man richtig predigt, haben während ihrer Ausbildung in aller Regel auch theo-
retisch und praktisch das Predigen trainiert. Manche haben jetzt 30 und mehr Predigerjahre auf dem Seelsorger-Buckel und werden sich jetzt riesig freuen, wenn ihnen endlich mal jemand beibringt, wie das eigentlich so geht - das Predigen.
Ein Aufatmen wird quer durch die Reihen der katholischen Kirche(n) gehen, und diejenigen, die sich die mustergültigen Predigten des jetzigen Papstes angehört haben, sind da schon mal im Vorteil, weil sie dessen blumige Sprache schon lange zu schätzen wussten.
Aber wer als Prediger nicht hören will, der muss jetzt fühlen. Man wird gegen ihn und seinesgleichen "vorgehen", das ist die Androhung.
Aber wie könnte schlechtes Predigen konkret bestraft werden? So lange ich das Original aus dem Vatikan nicht kenne, bleiben mir da leider nur Mutmaßungen.
Erst einmal muss ja logischerweise überhaupt mal die verbindliche Fest-
stellung getroffen werden, dass eine Predigt schlecht ist. Sogenannte "brüderliche Inspektoren" besuchen reihum die Pfarrgemeinden und protokollieren die Predigten, die dann in Rom von einem Spezialistenteam ausgewertet werden. Dann wird anhand der Schwere des Vergehens ent-
schieden, welche Verwarnungs-Stufe für den betreffenden Priester gilt, wenn dieser erwiesenermaßen gegen die Anti-Langweile-Verordnung verstoßen hat.
Als Stufe 1 schlage ich bis zur Vorlage der endgültigen Regelung vor:
Vier Wochen Predigtverbot und eine Nachschulung bei einem Trainer aus der Branche der Werbetexter. Damit sollte es möglich sein, eine kurze und knackige Predigt hinzulegen, die fünf Minuten nicht überschreitet.
Aber es gibt da auch die hartnäckigen Fälle, die Wiederholungstäter, die Predigt-Missbrauch treiben. Für diese gilt bis auf weiteres die Stufe 2: Nach Feststellung der hartnäckigen Verweigerungshaltung wird aus (um-) erzieherischen Gründen sofort im Anschluss an  jeden Gottesdienst mit Predigt gleich an Ort und Stelle ein Tribunal aus Pfarrangehörigen und einem Vertreter des zuständigen Bischofs die Predigt zerpflücken und das Strafmaß in Prozenten von 10 - 50 % festlegen, um die das monatliche Gehalt gekürzt wird...

(Vorsicht, obiger Text ist nicht für Leute mit geringem Humorfaktor geeignet. Lesen geschieht in diesem Blog ohnehin immer auf eigene Verantwortung!)