Dienstag, 30. Dezember 2014

#schneegida -- ein witzige Internet-Kampagne gegen PEGIDA und was uns das auch verrät...

Derzeit gibt's nicht nur eine Kaltfront in Deutschland, sondern auch reichlich Schnee, sogar im Internet.
Bei "Twitter" machen sich zahlreiche Nutzer lustig über PEGIDA, indem sie Vergleiche mit dem Schneefall ziehen. Aber schauen Sie zum Schmun-
zeln selbst mal ---> HIER und HIER !
Zugleich aber wird damit im-
mer deutlicher, dass die Dis-
kussion pro und contra PEGIDA und pro und contra Zukunftsängste und Asylpolitik nun endgültig fast ganz Deutschland erreicht hat. Jede(r) hat dazu eine Meinung, wie gut begründet auch immer...
Insofern könnte man, wenn die Politik und alle gesellschaftlichen Gruppen jetzt nicht wieder die Gelegenheit verpassen, das Beste daraus machen und für eine breit angelegte solide Information über offenbar so wichtige The-
menfelder sorgen -- und vielleicht auch für eine verständlichere und ein-
deutigere politische Linie...?!

Und da ich meine geschätzten Leserinnen und Leser auch gerne mit inte-
ressanten Linktipps zum Thema versorge, nachfolgend zur Lektüre (und ggf. Kritik!) empfohlen ein Artikel von Henyrik M. Broder in "DIE WELT", in dem er zur aktuellen Diskussion im Verlauf seine Textes u.a. empfindet: "Der Evangelist Matthäus würde Amok laufen..." ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, bei den angegebenen Links zu lesen,
    was da Witziges steht. Da zeigt sich, dass Humor doch Geschmacksfrage ist.
    Über solche z.T. primitiven Blödeleien kann man lachen, muss man aber nicht.
    Vor allem zeigen diese, wie wenig deren Schreiber vom Problem kapiert haben.
    Aber darauf kommt's ja ohnehin nicht an.

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  2. Inzwischen zeigt sich überall, so auch in diesem Blog, dass die ganze Pegida-Diskussion mal wieder erwartbar entlang des öden politischen Rechts-links-Schemas verläuft. Es geht den Leuten weder ums Christentum noch um den Islam, sondern einfach um ihre schnöde politische Agenda. Auf beiden Seiten. Bedauerlich, aber so läuft es immer in Deutschland.

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  3. Zu politischen Themen schreibe ich ja meist eher weniger, aber heute habe ich es doch ansatzweise gemacht.
    Angedacht: Islamisierung?

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    1. Interessanter Blog, vielen Dank! Diesen Absatz finde ich den spannendsten, weil er eine These aufstellt, die ich so weder in den weltlichen Medien noch in die Blogozöse bisher gelesen habe:

      "Wenn man die­se Be­trach­tungs­wei­se her­an­zieht, dann gibt es kei­nen „Kampf der Kul­tu­ren“ der sich auf die west­li­che Welt und die is­la­mi­sche Welt be­zieht, son­dern dann wird die­ser Kampf zwi­schen Gläubi­gen und ei­ner weit­ge­hend a-re­li­giö­sen Um­welt ge­führt. Dann ste­hen aber die fun­da­men­ta­len Mos­lems den fun­da­men­ta­len Chris­ten prin­zi­piell viel näher als sie bei­den der Mul­ti-Kul­ti-Ku­schel­ge­sell­schaft ste­hen. Die Fun­da­men­ta­lis­ten, Mos­lems wie Chris­ten, ste­hen fest zu ih­rem Gott – selbst wenn sie sich ge­gen­sei­tig die Köpfe ein- und ab­schla­gen. Bei­de se­hen sich im Be­sitz der Wahr­heit; bei­de wol­len die­se Wahr­heit den an­de­ren ver­kün­den. Nicht, daß ich Kopf­ein- oder ab­schla­gen für er­stre­bens­wert hal­te – das sei fer­ne. Fest zum Glau­ben ste­hen, hal­te ich al­ler­dings schon als er­stre­bens­wert.
      Das kann ei­ne a-re­li­giö­se Welt nicht wol­len. Da ru­fen ih­re Ver­tre­ter dann Schimpf­wor­te, die da lau­ten: Fun­da­men­ta­list! Is­la­mist! Ka­tho­li­ban!… Rei­chen die­se Wort nicht, dann hilft in Deutsch­land noch der Ver­weis auf die rech­te Ecke. – Missi­on ac­com­plis­hed."

      Bin gespannt, ob das Reaktionen auslöst.

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    2. Ja, da lässt einer die Hosen runter. Fundamentalisten auf beiden Seiten, die sich irgendwann tatsächlich an die Gurgel gehen werden, wenn man ihnen nichts entgegen hält. Zum Glück sind die Fundis nur eine Minderheit, auf beiden Seiten. Und Franziskus sorgt auf unserer Seite dafür, dass diese Brut an Macht verliert. Jetzt muss der Islam in Europa und anderswo auch ein Gegengewicht gegen den Islamismus in der arabischen Welt schaffen. Und moderate Muslime, Christen und Atheisten haben überhaupt kein Problem miteinander.

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    3. PS: Ein Fundi steht ja gerade nicht fest im Glauben, er hält ängstliche an Sätzen fest, die er für den Glauben hält. Und diese Angst schlägt in Panik um, wenn diese Sätze sich entwickeln oder in eine zeitgemäße Sprache übersetzt werden. Das gilt wieder für Muslime wie für Christen.

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    4. Ich zu Beginn des Blogbeitrags darum gebeten, den Text ganz zu lesen und dann erst Kommentare zu schreiben.
      Leider wurde hier nur ein kleiner Teil zitiert.

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    5. Sehr geehrter Herr Niebecker, natürlich haben ich Ihren gesamten Blogbeitrag mit Interesse gelesen. Ich habe den oben zitierten Teil nur deshalb herausgegriffen, weil ich die darin aufgestellte These besonders "spannend" und diskutierenswert finde. Leider geht hier keiner darauf ein.

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  4. Ach, du meine Güte!
    Fundi-Experte "Claus" war wieder am Werk!
    Wo er die Weisheit her hat, dass Fundis nicht fest im Glauben stehen,
    wird sein großes Geheimnis bleiben.

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    1. Ja, Claus, lass mal die Hosen runter:
      Woher hast du / haben Sie das?

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    2. Ich lerne eben keine Sätze auswendig, ich denke!

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    3. Bischof Oster sieht das im Übrigen auch so:

      Wo unser Leben nicht mehr selbstverständlich getragen wird aus der Freude an der Zugehörigkeit zu einer Kirche, die uns Christus schenkt und damit den Anfang der Zugehörigkeit zum Gottesreich, dort haben oder bekommen wir als Christinnen und Christen notwendig ein Identitätsproblem. Wir wissen dann im Grunde nicht mehr allzu gut, wer wir sind – und wozu wir da sind. Und wenn wir es nicht mehr wissen oder wenn diese Identität ins Wanken gerät, dann brauchen wir äußere Mechanismen der Identitätssicherung, die uns von innen her fehlen.

      Dann suchen wir uns zum Beispiel Verbündete, mit denen wir auf die Straße gehen, um uns unserer „abendländischen“ Identität zu versichern. Aber solch eine Versicherung ist im Grunde ex negativo: Wir suchen nach einem Verstehen, wer wir sind („abendländische Patrioten“?), indem wir uns und den anderen gemeinsam sagen, wer wir nicht sind („Islamisten“?). Hier artikuliert sich dann schwache Identität, die Angst hat vor starker oder vermeintlich stärkerer Identität. Denn was hieße für einen Christen Islamisierung? Und wie könnten wir Furcht vor Islamisierung haben, wenn wir wirklich in Christus stünden, weil wir Ihn kennen und lieben? Paulus schreibt im 8. Kapitel des Römerbriefes: „Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben — wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? ... Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

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    4. Oster ist ein schönes Stichwort. Er sagt im gleichen Text am Ende:

      »Denn wenn auch Christinnen und Christen bei Pegida mitmarschieren, ist das möglicherweise für viele von ihnen in erster Linie die Artikulation einer Suche nach einer stabilen Identität, die sie durch ihre Kirche nicht mehr finden, weil sich ihnen der Zusammenhang zwischen Kirche und dem Eintritt in Gottes Reich kaum mehr erschließt.«

      50 Jahre Ausfall jeglicher Katechese und seit über 40 Jahren katastrophaler Religionsunterricht zeigen eben ihre Wirkung.

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    5. Und Sie armer Kerl sind das erste Opfer. Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr sehr viele sehr gute Katechesen!!!

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    6. Insider-Tipp: Einfach mal zu den Katechesen von Kardinal Woleki im Kölner Dom gehen. Ein begnadeter Katechet. Leider gilt Woelki vielen Tradis als verbrannt.

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    7. Ein Gespräch mit S.R.E. Card. Woelki wäre sicher interessant und lehrreich für ihn.

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