Freitag, 26. Dezember 2014

Zahlen- und Wortspiele um Flüchtlinge und Jesus selbst als Abgewiesener und Flüchtling...

Ich bin nicht gegen Zuwanderer und Flüchtlinge, im Gegenteil - siehe meine persönliche Er-
fahrung ---> HIER !
Was mir aber am Herzen liegt, ist eine faire Argumentation.
Es irritiert mich, wenn man z.B. alles, was mit PEGIDA zu tun hat, in einen Sack stecken will, um medial draufzuhauen.
Wie man im Internet nachlesen kann, werden da merkwürdige Zahlen-
spiele gemacht, vom "SPIEGEL" sogar ausdrücklich als "Faktencheck" gegen PEGIDA verkauft: In ganz Sachsen, wo PEGIDA relativ viel Zulauf hat, gäbe es laut Innenminister doch nur 0,1 Prozent Muslime, also etwa 4.000 Menschen. ---> KLICKEN !
Solche Rechenspiele sind zwar nicht übermäßig wichtig, aber warum be-
hauptet man dies so, fragt Thomas Baader auf der Internetseite "Die Achse des Guten". Immerhin sagen die offiziellen Zahlen des Landtags etwas ganz anderes aus, und allein in Leipzig leben nach offizieller Aus-
kunft der Stadt etwa 9.000 - 10.000 Muslime, also mehr als doppelt so viele wie angeblich im ganzen Land...!?!  ---> KLICKEN !
Bei allem Verständnis dafür, dass man PEGIDA-Ängste lächerlich machen will: Tut man der Demokratie mit solchem manipulativen Kleinrechnen wirklich einen Gefallen?
Als bemerkenswerter "Gag" am Rande: Gerade ist das Land Sachsen dabei, tunesische Flüchtlinge "schneller" abzuschieben. Man beachte die 45 Leser-
kommentare auf der verlinkten Seite... ---> KLICKEN !
Überall begegnete einem in den Weihnachtsgrüßen von Bischöfen und Pro-
minenz in diesem Jahr der deutliche Hinweis, dass das Jesuskind in der Krippe schließlich auch ein Flüchtling sei. Auch das ist meiner Meinung nach im Zusammenhang mit der Geburt im Stall doch etwas konstruiert. Die "bürgerliche Welt" habe ihn abgewiesen, befindet z.B. ZdK-Präsi-
dent Alois Glück,
und deshalb sei Jesus im Stall auch "wie ein abgewie-
sener Flüchtling"
. ---> KLICKEN !
Na, na, na - bitte auch hier nicht übertreiben, bloß weil man das selbst gerne so hätte und es doch so schön zu Weihnachten passt!
Maria und Josef waren keine Asylbewerber und keine Flüchtlinge auf dem Wege nach Bethlehem. Sie sind wie andere gehorsame Bürger auch dem Befehl zur Volkszählung gefolgt und wurden keineswegs von der bürger-
lichen Welt in Bethlehem abgewiesen. In der Bibel erfährt man dazu nur wenig, aber offensichtlich war "in der Herberge kein Platz mehr" für sie
frei bei dem großen Andrang der zur Zählung in ihren Geburtsort kom-
menden Bürger.
Keine Flucht war es, sondern Gott lässt es zu, dass sein Sohn in einer armseligen Krippe zur Welt kommt, als Maria und Josef der staatlichen Obrigkeit Gehorsam leisten, obwohl das kurz vor der Geburt extrem strapaziös ist!
Weihnachten ist also nicht "untrennbar mit dem Schicksal von Flücht-
lingen verbunden"
, wie man uns das gerne (z.B. der ev. Bischof Bedford-Strohm) erklärt. Die spätere Flucht nach Ägypten hat wenig mit Flucht vor Armut und Krieg zu tun, sondern geschah, wie man in der Bibel nachlesen kann, um den Häschern des Herodes zu entgehen, der den Konkurrenten und "neugeborenen König der Juden" fürchtete, also ein gewissermaßen privater Kriegszug dieses rücksichtslosen Herrschers.

Kommentare:

  1. Dass Sie vor lauter Verblendung der heiligen Familie das Flüchtlingsein in Abrede stellen, weil sie ja nur vor einer tödlichen Bedrohung und nicht wegen Krieg und Armut flüchten, ist der weihnachtliche Supergau. Nein, die Pegidas sind nicht alle Nazis, aber es sind Mitläufer, die sich hinter Nazis stellen. Genau das machte die alten Nazis auch so stark, das Mitläufertum. Und das war in christlichen Kreisen nicht weniger ausgeprägt als in nicht-christlichen. Damals wie heute!

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    1. Hätten Sie genau gelesen,
      wäre Ihnen vielleicht aufgefallen, dass ich der heiligen Familie keineswegs
      das Flüchtlingsein abspreche.

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    2. Diese Versuche des Kreuzknappen, das viele Gerede, das man momentan hört, ein wenig zu versachlichen, empfinde ich als ausgesprochen wohltuend.

      Wir leben in einer Zeit, in der viele schreckliche Sachen passieren.
      Gleichzeitig wird vieles total übertrieben und hochgepusht und schrilles Gekreische viel zu ernst genommen und mitunter mit ebenso schrillen und schrägen Argumenten beantwortet. Das Ganze entwickelt eine Eigendynamik der Empörung und Gegenempörung wie ein eskalierender Streit, bei dem sich die Parteien nur noch gegenseitig anschreien und beschimpfen und man die Aussagen und Argumente beider Seiten gar nicht mehr richtig ernst nehmen kann.

      Um diese Spirale zu stoppen, ist eine Rückkehr zu den Tatsachen und die Richtigstellung von Übertreibungen der einzige Weg. Einige der schrecklichen Ereignisse, die uns derzeit heimsuchen, sind übrigens auch dadurch mitverursacht, dass es an vielen Stellen nicht gelungen ist, die Spirale sich hochschaukelnder Polemik und Vereinfachung rechtzeitig zu stoppen.

      Friedensarbeit besteht in erster Linie in solchen Bemühungen um Versachlichung und Besonnenheit. Insofern sehe ich den Kreuzknappen gerade in diesem Bemühen als weihnachtlichen Friedensstifter.

      In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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  2. Sesam öffne dich!26. Dezember 2014 um 09:26

    Es ist für mich erschreckend, wie verblendet Leserkommentatoren in diesem
    und in anderen Blogs sind, die offenbar sprungbereit mit ihren aufgestauten
    Aggressionen vor dem PC sitzen, um loszuschlagen, wenn sich ihnen eine
    Gelegenheit bietet.
    Sehr schade, dass hier ein solches Niveau herrscht!

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  3. Der Hildesheimer Bischof Trelle, stellvertretender Vorsitzender der DBK (nur zur Sicherheit: kein "Liberaler", sondern ein "Geschöpf" von Kardinal Meisner, war dessen früherer Weihbischof), hat an Weihnachten etwa Bedenkenswertes gesagt: es sei "geradezu bizarr, wenn Leute sich als Retter des christichen Abendlandes aufspielen, von denen die meisten gar keiner christlichen Kirche oder Gemeinschaft angehören". Recht hat er!

    Und noch bizarrer ist es, wenn die Retter des Abendlandes vor der Islamisierung Stimmung gegen Flüchtlinge machen, unter denen etliche sind, die es vor dem todbringenden Islamismus des "IS" hierher geschafft haben. Pervers.

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  4. @ Michael:

    von denen die meisten gar keiner christlichen Kirche oder Gemeinschaft angehören".

    Wie viele von den weihnachtlichen Gottesdienstbesuchern sind Christen? Wie viele davon gehen nur wegen der "Stimmung" und dem "richtigen Feeling" in den Gottesdienst?
    Was soll man mit diesen Menschen machen? Soll man die auch verdammen wie die Pegida-Anhänger??

    Und sind Weihnachtslieder nur für echte Christen? Wie wollen Sie das unterscheiden?

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    1. @ Kassandra:

      Können wir in die Herzen der Menschen reinschauen? Nein. Also verbiete ich mir ein Urteil, der von der singulär großen Schar, die zu Weihnachten in unsere Gottesdienste kommt, ein Christ ist oder nicht. Ich freue mich über jeden, der an Weihnachten in die Kirche kommt und halte die "Publikumsbeschimpfungen", die in den 70er und 80er Jahren bei etliche Pfarrern an Weihnachten en vogue waren, für absolut daneben. Im übrigen kann jeder, der einen Gottesdienst besucht, dort das christliche Abendland noch erleben. Wenn dieses gefährdet ist, dann nicht von außen, durch "den Islam", sondern durch unsere christliche Gleichgültigkeit.

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  5. Da hat der Kreuzknappe wohl recht: Die Zahlenspiele sind nicht
    wirklich wichtig. Aber als aufmerksamer Staatsbürger frage ich mich
    doch, warum man uns bloß mit solchen Tricksereien für dumm
    verkaufen will?!

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    1. Der Spiegel betont, dass die Zahlen von 2010 sind, weil keine anderen zur Verfügung stehen. Daraus jetzt Manipulation zu konstruieren hat wohl wenig mit Sachlichkeit, sondern vielmehr mit Manipulation zu tun. Darüber hinaus macht sich die Dresdener Pegida auch bei 02% Muslimen lächerlich.

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    2. Anmerkung zu "Hainer":
      Wobei der SPIEGEL auch nicht die ganze Wahrheit schreibt,
      weil die offiziellen Zahlen aus dem Landtag von 2013 sind.
      Die waren wohl auch bekannt, aber...

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  6. Wenn eine Paar, bei dem die Frau schwanger ist, in eine andere Stadt kommt, in der eine Großveranstaltung (damals war es die Steuerschätzung, heute vielleicht Loveparade, CSD, Katholikentag o.ä.), dann kann es auch passieren, daß in der Herberge (Pensionen, Hotels) kein Platz mehr ist. — Anders als damals, als es noch Ställe gab, gibt es heute keine solchen Ausweichquatiere mehr. Da sind die Leute dann auf eine Bahnbrücke und mit viel Glück vielleicht auch auf eine Bahnhofsmission o.ä. angewiesen.
    Aber eine fehlende Herberge in einer fremden Stadt macht aus den Menschen noch keine Flüchtlinge. Sie sind nämlich vor nichts geflüchtet, was ja das Wesen eines Flüchtlings ausmacht.

    Geflohen ist die Hl. Familie erst später, als die Mörder des Königs hinter dem Kind her waren. Da ging in der Tat die Gefahr von der staatlichen Seite aus. Sie mußte ihr Land verlassen. Als die staatliche Obrigkeit wechselte, konnten sie zurückkehren.
    Doch auch dies war schon in Hosea 11 vorgedeutet: »…ich rief meinen Sohn aus Ägypten…«
    Alles hat seinen Platz im Plan Gottes.

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