Samstag, 17. Januar 2015

Ach so, morgen ist bei den deutschen Katholiken übrigens "Familiensonntag"...!

Ach, herrje, schon wieder so ein Themensonntag...!  So mag mancher Priester denken, wenn ihm die Mate-
rialien der Deutschen Bischofskonferenz zum morgigen Familiensonntag angepriesen werden.
In der relativen Fülle dessen, was in den Pfarrgemeinden thematisiert werden soll, kann solch ein Sonntag durchaus wie der berühmt-berüchtigte Besuch bei einer unbeliebten Tante empfun-
den werden. Ja, man macht halt mit, weil das so erwartet wird, aber man verspricht sich eigentlich nichts davon. Es ist einfach zu viel des Guten,
was da im Laufe des Jahres bedacht und verkündet werden soll...
Verständlich, diese Abwehrhaltung, wenn man sich ohnehin überlastet fühlt. Dennoch: Ich finde, den "Familiensonntag" sollte man nicht unter den Tisch fallen lassen!
Nicht nur, dass das große Thema Ehe und Familie 2014 und 2015 das Thema in der Weltkirche ist, siehe die Bischofssynoden dazu. Die angebo-
tenen Materialien für diesen Sonntag geben durchaus was her: vom Pre-
digtentwurf bis hin zu Texten und Gebeten, aber auch sehr viele Tipps für Materialien und Beratungsstellen.
Die ganz heißen Eisen wird man allerdings vergeblich in der Broschüre der DBK (Deutsche Bischofskonferenz) suchen, lediglich die Synoden-Teil-
nehmerin Ute Eberl erwähnt in einer Aufzählung Stichworte wie "Patch-
workfamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Polygamie..."
- Alles also ganz unspektakulär. Ja, man verweist in der Handreichung sogar da-
rauf, dass Familie "kein Selbstläufer" ist, sondern auch Beziehungsarbeit bedeutet, und auch "Umkehr, Verzicht und Demut". Man höre und staune!

.
Insgesamt lohnt also der Blick in die Materialien, und das Thema "Familie" ist wirklich wichtig, aber bitte nicht bloß an diesem bestimmten Sonntag!
Ein bisschen schade, dass Ute Eberl noch eine kleine Stichelei unterbrin-
gen musste: Sie schreibt: "Manche sehen die Rettung der katholischen Familien in einer Intensivierung der Ehevorbereitung... dann können sie auch allen Herausforderungen standhalten. Andere halten laut dagegen, das Sakrament der Ehe sei ein Sakrament der Verheißung und der Gnade - und kein Käfig!" (siehe S. 18 der Broschüre).
Hier wird ein unzulässiger Gegensatz herbeikonstruiert; niemand will eine Familie, die ein Käfig ist, und wer die nötige Verstärkung der Ehevorbe-
reitung herbeiwünscht, der hält das ganz bestimmt nicht für die Lösung sämtlicher Eheprobleme!
Artikel der DBK ---> KLICKEN !

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Die Broschüre als pdf-Datei (36 S.) ---> KLICKEN !

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