Dienstag, 20. Januar 2015

Beleidigend? - Papst Franziskus übt heftige Kritik an katholischen Karnickeln!

Sie haben es vielleicht schon in der Presse gelesen. Auf dem Rückflug von den Philippinen gab's eine einstündige Pressekonferenz des Papstes, in der er seine Eindrücke von der Pastoralreise zusammenfasste und Fragen der Journa-
listen beantwortete. In den "wichtigsten" Medien blieb davon, wie man sich denken kann, eigentlich nur die Äußerung des Papstes über Katholiken und Kanin-
chen übrig. "Manche glauben, um gute Katholiken zu sein, müsse man - entschuldigt das Wort! - sein wie die Kaninchen. Nein! Verantwortete Elternschaft. Das ist klar." - Oder auf SPIEGEL-Niveau: "Papst Franziskus: Gute Katholiken müssen sich nicht wie die Karnickel vermehren" ---> KLICKEN !
Ein wenig differenzierter gelingt das z.B. der "Süddeutschen Zeitung"
---> KLICKEN !

Wenn man einen genaueren Überblick über die Pressekonferenz und die zitierte Stelle haben will, ist man bei Jürgen Erbacher und seinem Blog "Papstgeflüster" wieder mal am besten aufgehoben ---> KLICKEN !
War das nun beleidigend? - Ich finde, es war mal wieder ein klares Wort, bei dem man wegen des zu erwartenden Medieneffektes über die Formu-
lierung streiten könnte. Vielleicht hätte es nicht geschadet, wenn der Papst dabei den Blick nicht auf die große Ausnahme seiner Beispiel-Mutter ge-
lenkt hätte, die nach schon sieben Kaiserschnitten noch ein achtes Kind erwartet. Da stellt sich in der Tat die Frage der Verantwortung für sich
und die ganze Familie.
Mir scheint allerdings, dass man mit solchen fast an den Haaren herbei-
gezogenen Extrembeispielen nicht unbedingt der Sache dient. Zumindest im Westen (in Asien und Afrika sicher in 20 Jahren auch) haben wir be-
züglich der Kinderzahl ganz, ganz andere Probleme. Da wären wir froh, wenn wir den vom Papst genannten Richtwert von drei Kindern erreichen könnten...

Kommentare:

  1. Tja, muss der Herr Erbacher wohl damit klar kommen, dass sich nicht immer alles um den Westen dreht... Er wird's verkraften ;-)

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  2. Sorry, aber ich sage es mal knallhart:
    Das Beispiel des Papstes ist so extrem und vielleicht sogar erfunden,
    dass es beschämend ist, so etwas den Journalisten aufzutischen.
    Wo soll es bei den schwierigen Verhältnissen in Afrika oder Asien Mütter
    geben, die sieben Kaiserschnitte überstanden haben?
    Fragen Sie mal einen Frauenarzt und einen Chirurgen, was der Ihnen zu
    dieser Story erzählt!

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  3. Das war reichlich daneben, Papst Franziskus!
    Für reichlich Katholiken-Spott ist also mal wieder gesorgt...

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  4. Das ist mir allerdings ganz neu,
    dass "gute" Katholiken sich vermehren wie die Karnickel.
    Ich erlebe eher das Gegenteil.
    Aber Hauptsache, Papst Franziskus hat mal wieder einen
    Gag gelandet.

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  5. Ich schätze mal, die meisten Karnickel sind bei den Würdenträgern
    im Vatikan anzutreffen (Durchschnittsalter > 80?)...

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    1. Der war gut! :-)

      Das Oberkarnickel ist Eminenz Burke, der neuerdings das Hohelied der männlichen Potenz in der Kirche bzw. des tragischen Verlustes derselben intoniert.

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  6. Die empfohlenen 3 Kinder für nicht-karnickelige katholische Ehepaare dürften den Ratschlägen des neuen Papstberaters, des Gaia-Priesters und Ex-Franziskaners Leonardo Boff, quasi-Ghostwriter bei der für Juni/Juli zu befürchtenden Klima-Enzyklika entstammen,
    Und es ist ja nicht so, daß das Karnickelzitat das einzig Auffällige bei dieser fliegenden Pressekonferenz war.
    Wie Damian Thompson-eher liberaler katholischer Journalist einer katholischen Zeitung- schreibt, ging es da in Sekundenschnelle von Entwicklungshilfe, über Kaninchen zur Genderideologie und Hitlerjugend. "Again he left everybody shaking their heads. He said what?"

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  7. Mal wieder eine päpstliche, nicht zu Ende gedachte Plattidüde.
    Ich zitiere aus dem 2. Vatikanischen Konzil:

    »Der Priester, der gerade zu euch spricht, ist das elfte Kind einer Familie von zwölf Kindern. Sein Vater war ein Arbeiter, ein Handwerker, nicht der Vorgesetzte eines Handwerkers, sondern ein Arbeiter, und trotz dessen hat er niemals an der Vorsehung gezweifelt, hat er nie daran gedacht, die Zahl seiner Kinder zu beschränken, auch wenn er Schwierigkeiten hatte.

    Wollen wir vielleicht die Worte unseres Herrn vergessen: „Achtet auf die Vögel des Himmels ..., achtet auf die Lilien in den Feldern“ (Mt 6,28)?«

    Alfredo Kardinal Ottaviani am 30. Oktober 1964 auf dem II. Vatikanum

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  8. ein kritischer Leser20. Januar 2015 um 13:59


    lesen Sie mal den empfohlenen link: mit keinem Wort empfiehlt der Papst drei Kinder, im Gegenteil, eher noch sagt er, dass die philippinischen durchschnittlichen "mehr als drei" Kinder gerade mal genug sind im Vergleich zur italienischen Quote, die die Gesellschaft gefährdet.

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    1. Von "empfohlen" habe ich gar nichts geschrieben.
      Bei mir steht etwas von "genannten Richtwert", also genau das, was Sie hier zitieren.
      So beschreibt auch Jürgen Erbacher seinen Eindruck über das Gesagte:
      Der Papst zitiert die Stimmen, die von drei Kindern als Normalfall ausgehen.
      Wenn er das tut, muss er damit rechnen, dass man dies als Zustimmung
      seinerseits auffasst.

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    2. ein kritischer Leser20. Januar 2015 um 15:26

      Hallo Herr Dorn (meine erste Antwort bezog sich auf damasus, nicht auf Ihren Artikel) ja, der Papst zitiert Stimmen, die von drei Kindern als Idealfall ausgehen, und er stellt sie gleich in Frage. Andernorts wir er sogar zitiert als "sehr traurig" darüber, dass drei Kinder angeblich schon zu viel sein sollen. Siehe auch seine kürzliche Ansprache an eine Vereinigung kinderreicher Familien. Eindeutiger kann man Papstworte gar nicht verdrehen als hier in der Presse geschehen. Verantwortete Elternschaft versteht sich für Katholiken eigentlich sowieso von selbst - nur für die Medien ist das offensichtlich eine Wahnsinns-Sensation. zu

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  9. Bekennender Dunkelkatholik20. Januar 2015 um 15:22

    Im Blick auf seine (von ihm natürlich erwünschte, denn Erbacher ist als Vertreter des Lügen-ZDF ein Erzliberaler!) "Prognose" in Afrika und Asien irrt Erbacher gewaltig. Dort blüht und gedeiht die Kirche, sie wächst und wächst. Warum? Weil dort die Frauen noch katholisch ticken und wissen, dass der eheliche Akt nur auf die Weitergabe des Lebens hingeordnet sein darf. In den katholisch dominierten afrikanischen Ländern haben wir heute bereits eine durchschnittliche Kinderzahl von 5,8 pro Familie. Das ist katholisch, deo gratias!

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  10. Sechsfache Mutter24. Januar 2015 um 05:32

    Als ich nach bereits fünf Kaiserschnitten unser sechstes Kind erwartete, das auch nicht anders zur Welt kommen sollte (konnte), meinte mein Frauenarzt, dass das in Afrika oft vorkäme, dass Frauen mehrere Kaiserschnitte bekommen und ich sollte mir keine Sorgen machen. Allerdings, meinte er, seien die Frauen in Afrika nicht so empfindlich wie hier in Deutschland. Dass höchstens drei Kaiserschnitte möglich sind, wie man früher den Frauen erzählte und sie durch Sterilisation vor weiteren Schwangerschaften bewahren musste, ist schon lange nicht mehr der Stand der Dinge. Das heißt selbstverständlich nicht, dass man die Sache auf die leichte Schulter nehmen sollte; wenn aber nach einem dritten Kaiserschnitt sich nochmals Nachwuchs anmelden sollte, dann nur keine Panik, sondern guten Mut! (Schimpfen und verurteilen ist in dieser Situation auf keinen Fall angebracht.)

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