Montag, 26. Januar 2015

Empörung über Ansprache: Nun muss Pfarrer Zawilak zum Gespräch beim Generalvikar

In manchen Medien wird, obwohl es überhaupt keine Predigt war, sofort mal eine "PEGIDA-Predigt" daraus gebastelt. Norbert Zawilak, Pfarrer im oberpfälzischen Deining (Bistum Eichstätt), muss heute wegen seiner um-
strittenen Neujahrsansprache beim Generalvikar antreten (oder nach anderen Aussagen dort zumindest eine Stellungnahme abgeben).
Eigentlich sollte es eine harmonische Feier werden, wie jedes Jahr. Einige Prominente des Ortes "halten wohlklingende Reden auf den Zusammenhalt im Ort", wie die "Süddeutsche Zeitung" die üblicherweise in Lobhude-
leien schwelgende Veranstaltung beschreibt. Traditionell werden bei die-
sem Neujahrsempfang Bürger geehrt, die sich ehrenamtlich für den Ort engagiert haben, und anschließend wird nett bei einem Gläschen mit-
einander geplaudert.
Doch diesmal kam es anders. Einer spielte nicht mit. Und das war aus-
gerechnet der Pfarrer, der eine etwa zehnminütige Rede hielt, die nachher z.B. als "bodenlose Frechheit" kritisiert wurde. Die Themen, die er dabei anriss, reichten von Medienschelte über die Gefahr der Islamisierung Deutschlands bis hin zu Homosexuellen, also jede Menge hochexplosiver Sprengstoff. Man möge sich selbst anhand der Presseberichterstattung einen Überblick über das Geschehen verschaffen, siehe z.B. ---> HIER
und HIER und HIER und HIER !
Es ging also hoch her, und aufgrund der Beschwerden beim Ordinariat steht heute ein eher unangenehmes Gespräch (oder nur eine Stellung-
nahme) beim Generalvikar an.
Für die Medien ist der Fall vermutlich klar. Die "Süddeutsche Zeitung" bemängelt gar, dass der "stramm konservative" Pfarrer manchmal in vorgeschriebener Priester-Dienstkleidung "durch den Ort schreite"
(man bemerkt den bissigen Unterton). Die andere Frage scheint mir zu sein, ob dies der richtige Ort und die richtige Form für solche kritischen Töne war. Der Priester darf seine Meinung haben und auch dafür eintreten, aber vielleicht hätte so etwas, wenn überhaupt, eher auf eine Diskussions-
veranstaltung  gehört, wo man in Rede und Gegenrede Stellung nehmen kann. So, wie im konkreten Fall geschehen, hat's außer Ärger wohl wenig gebracht...