Samstag, 17. Januar 2015

Muss ein Kind in der 2. Klasse es ertragen, wenn dort Kirchenlieder gesungen werden?

Die Kinder freuen sich schon auf ihre Erstkommunion, die am 18. Mai ansteht. Die Kinder? - Nein, nicht alle.
Zumindest ein Kind und dessen Eltern finden es nicht gut, dass auch während des Unterrichts in der Schule dafür geübt wird. Im Musikunterricht wurden, so be-
richten Zeitungen, auch Kirchenlieder eingeübt, damit für den großen Tag auch alles klappt.
Trotz Einspruchs der Eltern des konfes-
sionslosen Mädchens wurde weiter geübt, und so zieht sich der Fall jetzt von Gericht zu Gericht. Die Eltern erwägen sogar eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Man schaue z.B. HIER und HIER und HIER und HIER !
Eine schwierige Angelegenheit: Die Schule steht wohl auf dem Standpunkt, dass das Kind dabei nicht mitsingen muss und daher dieses Training für die Erstkommunion ertragen muss. Die Eltern finden dagegen, das gehöre nicht zum Erziehungsauftrag der Schule.
Also auch in der österreichischen Provinz ist die Welt nicht mehr ganz in Ordnung. Ich vermute mal, dass ein solches Liedertraining in Deutschland erst gar nicht versucht worden wäre. Jedenfalls bin ich (auch als ehemali-
ger Religionslehrer) sehr gespannt, wie dieser Streitfall letztlich ausgeht...

Kommentare:

  1. Es ist wohl, wie so oft, eine Frage der Verhältnismäßigkeit.
    Aus diversen (auch anderen) Links dazu geht hervor, dass nicht nur eben mal Lieder für die Erstkommunion geübt wurden, sondern anscheinend mehr als die Hälfte(?) des Musikunterrichtes darauf verwendet wurde.
    Selbst als katholische Eltern würde ich das nicht gutheißen. Es kann nicht sein, dass Musikuntericht NICHT stattfindet und statt dessen überwiegend Erstkommunion-Vorbereitungsmusik stattfindet.
    Ich gehe davon aus, dass es nie zu diesem Streit gekommen wäre, wenn da 2 oder 3 Mal was in Richtung Erstkommunionlieder stattgefunden hätte. Aber da hat es irgendjemand an der Schule mit dieser Erstkommunionvorbereitung anscheined übertrieben und das Ganze sozusagen auf die Schule abgewälzt.
    Dabei hat derjenige vernachlässigt, dass es sowas wie einen Lehrplan gibt und Kinder eben nicht im Musikunterricht vorwiegend Erstkommunionlieder, sondern eben eine Grundverständnis für Musik entwickeln sollen.
    Merke: gegen einige wenige Stunden hätte vermutlich niemand irgendwas gehabt. Dagegen, dass der Musikuntericht praktisch ausgehebelt wird und statt dessen überwiegend zur Erstkommunionvorbereitung genutzt wird, hat halt der ein oder andere - zu Recht in meinen Augen - was.

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    1. Sehe ich genauso, und der Kreuzknappe scheint ja auch skeptisch zu sein.
      Gut gemeint ist eben nicht immer wirklich gut.
      Das Üben für die Erstkommunion kann problemlos nachmittags stattfinden,
      so wie anderswo in Komunionkursen auch.
      Da hat die Es-war-doch-schon-immer-so-Fraktion den Bogen überspannt!

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