Montag, 19. Januar 2015

PEGIDA: Nach Diskussionsrunde bei Jauch sieht "DER SPIEGEL" nur noch Durcheinander

Die Diskussion gestern bei Günther Jauch war interessant. Einige angefragte Politiker hätten ihre Teilnahme gleich mal abgelehnt, ließ der Modera-
tor wissen. Mit Schmuddelkin-
dern spricht man schließlich nicht. Oder man versucht sie allesamt in Ansprachen unter Generalverdacht zu stellen. Auch die Bundeskanzlerin aller Deutschen ist ja mit ihrem gestern kriti-
sierten Ausspruch bekannt, man solle solchen Leuten, die Hass zeigten, nicht folgen...
"DER SPIEGEL" jedenfalls scheint mit dem Verlauf der Fernsehdebatte ganz und gar nicht zufrieden zu sein. Im Vorfeld hatte er sich ja schon mehr oder weniger rühmlich hervorgetan, siehe z.B. ---> HIER !
Jetzt aber trauert das Nachrichtenmagazin der verloren gegangenen Ord-
nung in den Medien hinterher. Die in der Diskussionsrunde anwesende Mitbegründerin Kathrin Oertel schaffte es nämlich aus der Sicht des SPIEGELS, "ein Durcheinander anzurichten". Worin das nun genau be-
stand, bleibt freilich das Geheimnis des Schreibers; dem Leser teilt er das jedenfalls nicht mit.
Sie habe da "ohne sichtbare Emotion" gesessen, mäkelt der SPIEGEL herum. Das klingt enttäuscht, hatte man von der Frau, die Auftritte bei Fernsehdiskussionen bislang nicht gewohnt war, etwa irgendwelche Heul- oder Schreiattacken erwartet?
Aber immerhin erfahren wir, dass "Christdemokrat Spahn" PEGIDA-Leuten den guten Rat gegeben hat, statt montags auf die Straße lieber sonntags in die Kirche zu gehen. - Der Rat mit dem Kirchgang klingt gut, wenn er denn auch für die Politiker selbst gelten würde!
Ärgerlich scheint es für den SPIEGEL jedenfalls zu sein, dass es gestern auch viel Verständnis für PEGIDA in der Runde gab, und wenn es dem SPIEGEL dann doch zu viel Verständnis wird, dann macht man den teilnehmenden Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der viele Vorurteile gegen PEGIDA entkräftete, schnell mal zu jemand, der "geradezu idealistisch" ist und "überambitioniert".
Ja, dachte ich mir da, wenn sich der SPIEGEL damit mal bloß nicht selber recht gut beschrieben hat...!

Zu den einzelnen Argumenten der Teilnehmer ließe sich viel schreiben. Fast witzig wurde es z.B., als man der PEGIDA-Vertreterin vorwarf, dass ausgerechnet in Dresden so intensiv protestiert werde, obwohl dort nur wenige Asylbewerber seien. Da ließ sich Frau Oertel die Wurst nicht vom Brot nehmen und konterte, dass in Deutschland ja auch Tausende gegen die Abholzung des tropischen Regenwaldes protestieren, ohne dass wir hier selbst Regenwald haben....
Mein Eindruck: Man ist im Umgang mit dem Phänomen PEGIDA in den meisten Medien etwas klüger geworden. Ich verrate jetzt aber nicht, wel-
ches Magazin ich da vielleicht ausnehme!

Der aktuelle Artikel im "SPIEGEL" ---> KLICKEN !
Infos über die Sendung von Günther Jauch ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Der Rat mit dem Kirchgang ist gut, aber warum soll man nicht das eine mit dem anderen verbinden?

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  2. Was für ein tolles "Argument" des SPIEGELS, dass die völlig
    medienunerfahrene Frau Oertel "ohne sichtbare Emotion" in der Runde
    bei Günther Jauch saß!
    Es ist nun mal nicht jed(r) eine Rampensau, die ins Dschungelcamp
    möchte, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Wenn es jetzt schon
    ein Kriterium für die journalistische Beurteilung einer Sendung ist, wie
    ruhig bzw. angespannt da jemand gesessen hat, dann kann ich nur
    sagen: Armes Deutschland bei solchen Medien!

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  3. Dem SPIEGEL dürfte bekannt sein, dass es vor solchen Sendungen
    immer auch interne Vorgespräche mit eingeladenen Gästen gibt.
    So hat diesmal schon am Mittwoch ein Gespräch der Produktionsfirma
    mit PEGIDA-Vertretern stattgefunden.
    Frau Oertel, nach eigener Aussage eigentlich FDP-Stammwählerin,
    hat keinerlei Erfahrung mit Talkshows und war dementsprechend auf-
    regt. Sich darüber lustig zu machen wie im SPIEGEL, ist dürftig!

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  4. Ich sehe das auch so, dass man jetzt in der veröffentlichten Meinung
    einen Schritt weitergekommen ist. Inzwischen werden die bislang
    üblichen Betitelungen in den Nachrichten schon weniger. Der Normalfall
    war ja, dass die Sprachregelung galt: "Die islamfeindliche PEGIDA hat..." -
    Besonders gelungen fand ich ja den Gag, als ein RTL-Reporter sich
    unter die Demonstranten gemischt hatte und einem ARD-Team die
    Rolle eines rechten Scharfmachers vorspielte. Hundert Punkte dafür...!

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  5. Auch in der Jauch-Runde wurde wieder der billige Versuch gemacht,
    die PEGIDA-Bewegung zu kriminalisieren. Ausgerechnet diejenigen,
    die mit dem Vorwurf an PEGIDA schnell bei der Hand sind, die seien
    unrchristlich, werfen dem Mitorganisator Lutz Bachmann seine ver-
    gangenen Straftaten vor. So viel ich weiß, gilt in einem Rechtsstaat,
    dass jemand, der gerichtlich verurteilt und resosialisiert ist, dass man
    den nicht bis an sein Lebensende als Verbrecher behandeln darf.
    Im übrigen sollten sich solche Presseleute was schämen: Wie ist es
    denn mit Leuten wie Joschka Fischer und einigen anderen Politikern,
    die auch straffällig geworden sind...?!
    straffällig geworden sind

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    1. Da waren Sie und Ihresgleichen der Ansicht, dass solche ehedem straffällig gewordene Politiker eine Schande für Deutschland sind. Dieser Ansicht sind Sie bei Bachmann und Co. nun gar nicht mehr.

      Faustregel ist: Linke Straffällige sind eine Schande, rechte Straffällige sind bestens resozialisiert.

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    2. Nö, das interpretieren Sie lediglich da hinein.
      Und das sagt mehr über Sie aus, als Ihnen lieb sein dürfte!

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  6. Ich frage mich, ob der Kreuzknappe nur dumm oder verblendet ist. Wenn man Muslime in Europa mit der Zerstörung der Natur und des Regenwaldes vergleicht, dann zeigt sich in diesem Bild doch wohl sehr deutlich, welcher Gesinnung diese Leute sind!

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    1. Möglicherweise ist "Günni" nicht wirklich des Lesens mächtig.
      Es ging beim betreffenden Vergleich darum, dass man PEGIDA kritisierte,
      es gäbe doch kaum Asylbewerber in Dresden, also sei jede Demo deswegen
      sinnlos. Darauf antwortete Frau Haertel sehr gewitzt, dass Tausende von
      Leuten in Deutschland gegen die Vernichtung von tropischem Regenwald
      protestierten, obwohl hier doch gar keiner ist.
      Das nenne ich einen schlagfertigen, die Kritiker entlarvenden Volltreffer!

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    2. RetterdesAbendlands19. Januar 2015 um 17:26

      @ Günni: lassen Sie's sein, es wimmelt hier nur so von Pegidisten, die auch überzeugt davon sind, dass wir in einem "Lügensystem" leben. Da kommt kein normaler Gedanke mehr gegen an.

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    3. So einfach kommen Sie mir nicht davon! Damals demonstrierte man gegen das Sterben des Regenwaldes, obwohl man nicht darin lebte, heute gegen die Islamisierung, obwohl es keine Muslime in Dresden gibt. So wird aus der Aussage ein Schuh, verehrte Theodora

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