Mittwoch, 21. Januar 2015

Umetikettierung: Aus "Islamfeinden" bei PEGIDA sind jetzt "Islamkritiker" geworden...

Mittlerweile hatte ich mich so an den feststehenden Begriff "islamfeindlich" gewöhnt, wenn in den Nachrichten-
sendungen von PEGIDA die Rede war. Heute stutzte ich
bei "Tagesschau" und "Tages-
themen": Ob da unter der Hand eine neue Sprachregelung ein-
geführt wurde? - Jedenfalls hieß es plötzlich "islamkriti-
sche"
Bewegung. Nun ist das für jemanden, der des Deut-
schen einigermaßen mächtig ist, ein beachtlicher Unterschied: Ich kann einer Sache, einer These, einem Menschen feindlich gegenüber stehen, oder aber nur kritisch. Wer islam-
kritisch ist, der ist noch lange kein Islamfeind.
Keine Ahnung, wer oder was die Redaktion zu dieser Umetikettierung in den Nachrichten geführt hat, die dem weniger auf Formulierungsfeinheiten achtenden Zuschauer wohl kaum aufgefallen ist. Interessant war auch, dass es in der 20-Uhr-Ausgabe noch hieß, nach Einschätzung des Reporters seien es etwa 5000 Legida-Demonstranten in Leipzig gewesen. Später ent-
schloss man sich dann doch zu der Zahl von etwa 15.000 (im Vergleich zu ca. 20.000 Gegendemonstranten).
Gut, dass Lutz Bachmann bei PEGIDA zurückgetreten ist. Als Lieblings-
angriffsziel wird er allerdings bei den Medien eine schmerzliche Lücke hinterlassen. Doch inzwischen ist man sich dank eines Konfliktforschers seit gestern ohnehin sicher, dass PEGIDA langfristig an Bedeutung ver-
lieren wird - eine Einschätzung, die man von mir als kleinem katholi-
schen Blogger schon vor etwa 10 Tagen lesen konnte.

Die Lage wird sich langfristig entspannen, vorausgesetzt, auch die Medien- und Politikelite hat dazugelernt. Aber wie man an der neuen nachricht-
lichen Wortschöpfung sieht, übt man wohl schon...

(Sie lasen gerade eine kleine, leicht bissige Glosse von jemandem, der sich immer wieder neu bemüht, beide Augen offen zu halten.
Kleine Zugabe:   Was ein Medienwissenschaftler zum journalistischen Umgang mit PEGIDA meint, aktuell nachzulesen in der "TAGESPOST" ---> KLICKEN !