Donnerstag, 19. März 2015

Das ist alles ganz großer Quatsch, wenn Papst und Kirche mit den Armen sein wollen...

Ein spanischer Priester, Pater Jorge G. Guadalix, geht mit Papst Franziskus und allen, die da meinen, die Kirche müsse "mit den Armen sein", hart ins Gericht: Das sei nichts anderes als pure Demagogie, erfahren wir in einer Übersetzung, die ich bei einer Bloggerkollegin entdeckte. ---> KLICKEN !
Den spanischen Originaltext mit Foto gibt's ---> HIER !
"Mit den Armen sein" - das sei nur "eine Phrase voller Fehler", denn Armut sei doch mehr als materielle Armut. Die eigentliche "große Armut ist  die Sünde, sich von Christus entfernt zu haben".
Nach seiner Erfahrung, so der Priester, sei die angebliche Sympathie mit den Armen in der Realität nur ein Passierschein, um "genau das zu tun, wozu man Lust hat". Es werde allzu oft dann kaum noch Eucharistie ge-
feiert, die Moral werde "den Umständen angepasst", und man produziere für die Pfarreien nur "überflüssige Ausgaben". Je mehr man mit den Armen sein wolle, desto kräftiger stiegen die Verwaltungskosten.
Also meint der Priester, wir sollten "weder mit den Armen noch mit den Reichen sein", sondern mit Christus verbunden und mit denen, die uns wirklich am nächsten sind, mit "Gemeindemitgliedern, die uns berühren".
Fassen wir mal etwas salopp zusammen:
Die ganze Geldausgeberei für fremde Leute, die in Not sind, denen es an Nahrung, Kleidung usw. mangelt, die z.B. als Kriegsflüchtlinge zu uns kommen -- das ist alles großer Quatsch. Wir sollten uns um die würdevolle Feier der Eucharistie kümmern und um ein Leben in der Nachfolge Jesu, und da hätten wir genug damit zu tun, uns um die Mitglieder in unserer eigenen Pfarrgemeinde zu kümmern, die unsere Hilfe brauchen.
Es fällt mir schwer, das Argument nachzuvollziehen, dass Christen, die sich für die Linderung existenzieller Not einsetzen, angeblich erfahrungsgemäß kaum noch würdig die Eucharistie feiern und nur tun, wozu sie Lust haben. Es würde mich schon interessieren, wie der Priester diese Behauptung belegen kann.
Er stößt zugleich ein uraltes Grundsatzthema an: Sollen wir uns als gläu-
bige Christen nur um die kümmern, die unmittelbar um uns herum leben, unsere Familien, unsere Freunde, unsere Pfarrgemeinde?!
Sollten wir ernsthaft alle Papstworte, Enzykliken, Predigten usw. einfach zu Schrott erklären, die sich mit der materiellen Armut und ihren vielfältigen von Menschen zu verantwortenden Ursachen beschäftigen?

Die Bibel mit "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (vgl. Mk 12,28-31) - alles Käse?
Das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter - einfach nur eine Spinnerei? (Predigt dazu z.B. ---> HIER !)
Ich bin irritiert, oder deutlicher: Ich bin erschreckt.
Kann der besagte Priester das ernsthaft meinen? Oder habe ich ihn da furchtbar missverstanden?

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Hinweis:   PREDIGT UND LINKTIPPS zum 5. Fastensonntag B (22.3.) finden Sie weiter unten!