Samstag, 28. März 2015

Germanwings-Absturz: Hetze, Islam-Verdacht und Hass auf den Co-Piloten: Vorsicht, Leute..!

Die selbsternannten Scharfrichter haben mal wieder Hochkonjunktur. Es wird be-
hauptet, vermutet, unterstellt, gehetzt und phantasiert, was das Zeug hält.
Da wird der Co-Pilot im Internet schnell mal vollkommen unbelegt zum Islam-Konvertiten und "Dschihadisten" gemacht ---> KLICKEN !
Da findet unsägliche Hetze statt, da wer-
den so viele Schmutzkübel auch über die Angehörigen des Co-Piloten ausgeschüt-
tet, dass Medienanwälte inzwischen war-
nen: Leute, ihr macht euch damit ganz klar strafbar! ---> KLICKEN !
Ich finde, nicht nur der Anstand gebietet es, sich da lieber zurückzuhalten. In einem Rechtsstaat gilt immer noch, dass es ein Urteil erst geben darf, wenn tatsächlich alle Fakten geprüft sind. Und das ist in diesem tragischen Falle entgegen manchen Darstellungen in den führenden Medien tatsäch-
lich noch längst nicht so.
Auch Staatsanwälte können voreilig sein, und man sollte, zumal der Flug-
schreiber noch gar nicht gefunden wurde, besser nicht nur den ersten Eindrücken folgen. ---> HIER und HIER !
Die Flugzeugexperten werden noch Wochen brauchen, bis man wirklich Definitives sagen kann. Außerdem gibt es jetzt schon ein paar Ungereimt-
heiten, meinen einige Technik-Experten, siehe z.B. ---> HIER !
Also:  Bitte etwas mehr Zurückhaltung an den Stammtischen,
im Internet und in den Redaktionsstuben! - Oder anders formu-
liert: Lieber beten statt hetzen!

Kommentare:

  1. Danke! Ja, diesen positiven Aufruf ‚beten statt hetzen’ kann ich nur unterstützen. Und zwar grundsätzlich und in alle Richtungen!

    LG Mt

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  2. Danke für diesen warnenden Artikel!
    Auch meine kurze Recherche ergab einige Zweifel an den bisherigen
    offiziellen Darstellungen. Die Pilotenvereinigung Frankreichs erwägt sogar
    eine gerichtliche Klage.
    Man lese, höre und staune z.B. hier:

    http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Die-seltsam-schnelle-Festlegung-auf-eine-Wahrheit/story/27189482

    https://www.youtube.com/watch?v=_PNFsDPKSz0&feature=share

    Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass die Öffentlichkeit in die Irre
    geführt werden soll, warum auch immer.

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  3. Die Internet-Hetze gegen den Piloten und v.a. auch seine Familie, die gar nichts dafür können und am meisten gestraft sind, ist unterirdisch. Am unterirdischsten ist, wie das auch Leute mitmachen, die sich "Christen" nennen.

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  4. Viele Leser halten Staatsanwälte für unparteiisch.
    Das ist, wie die Vergangenheit leider lehrt, ein großer Irrtum.
    Der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer machte
    in der Talk-Show von Maybritt Illner darauf aufmerksam, dass
    Staatsanwälte in Frankreich viel behauptet hätten, was nachher
    den Prüfungen nicht standhalten konnte.

    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/ex-verkehrsminister-streut-zweifel-ramsauer-bei-zdf-talk-staatsanwaelte-haben-sich-schon-oft-geirrt_id_4574120.html

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  5. Als Seelsorger wird man dieser Tage ständig gefragt,
    was von diesem "Massenmord" zu halten ist.
    Ihre Stellungnahme und die weiterführenden Linktipps sind mir eine
    große Hilfe, um zur Vorsicht aufzurufen. Herzlichen Dank für Ihr
    klares Wort!

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  6. Also irgendwas machen die Engländer falsch: Seit Monaten untersuchen sie die Black-Box der Malaysian-Airlines Maschine und sind zu noch keinem Ergebnis gekommen.
    Die Franzosen brauchen diese Black-Box gar nicht, sondern ihnen reichen 8 Minuten Tonmaterial aus dem Cockpit, um genau sagen zu können, wie die Sache abgelaufen ist.

    Ja, ne… is klar…

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  7. Wenn wir schon so großzügig nach den persönlichen Ursachen
    des Unglücks suchen, dann sollte man vielleicht auch mal überlegen,
    ob nicht der so überaus strikte deutsche Datenschutz im Medizinbereich
    Mitschuld daran hat, dass der Arbeitgeber nichts von gesundheitlichen
    Problemen seines Mitarbeiters wusste.

    http://www.delegedata.de/2015/03/flug-4u9525-lag-es-am-deutschen-datenschutzrecht/

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    1. Woran war der Co-Pilot denn erkrankt?
      - Schnupfen?
      - gebrochenen Zeigefinger?
      - Ebola?
      - …

      Ich möchte übrigens nicht das Geschrei hören, wenn Ärzte tatsächlich nach eigenem Ermessen Gesundheitsdaten „mal eben so“ an Arbeitgeber weiter geben.

      Nebenbei: Dem Arzt geht es normalerweise nicht einmal etwas an ob und wo der Patient arbeitet.

      Und schon gar nicht geht es die Öffentlichkeit etwas an, wer an was erkrankt ist, solange der Erkrankte nicht selbst darüber öffentlich spricht!

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  8. Herr Jürgen Niebecker, woran war der Co-Pilot erkrankt ist geht wirklich keinen etwas an! Da stimme ich Ihnen zu. Aber wenn der behandelnde Arzt Sicherheitsbedenken hat, und nach eigenem Ermessen Gesundheitsdaten zb. dem Betriebsartzt vom Arbeitgeber weiter gibt ist das doch wünschenswert...(der Patient kann ja auch zb. im Sicherheitsbereich eines Atomkraftwerks arbeiten) Fakt ist, Der Journalismus hat ist so Rücksichtslos wie immer, ohne Respekt und ohne 100 Prozentige Beweise wird ohne Rücksicht der Hinterbliebenen der Namen der Familie des Copiloten veröffentlicht. ALLE Hinterbliebenen haben ein Recht darauf, dass ihre Gefühle nicht verletzt werden, und das alles zur Wahrheitsfindung getan wird. Und so lange sollte andächtig geschwiegen werden!

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  9. Da die New-York-Times ja nicht gerade ein "Revolverblättle" ist verlinke ich mal zu deren neuestem Artikel:

    http://www.nytimes.com/2015/03/29/world/europe/pilot-andreas-lubitz-sought-treatment-for-vision-problems-before-germanwings-crash-authorities-say.html

    Wenn das stimmen sollte, dass der Co-Pilot an "Augenproblemen" litt, dann erledigt sich das ganze Geschreibsel wegen einer früheren Depression im Grunde.

    Dann geht es um einen Menschen, der eventuell in tiefster Verzweiflung war ob seiner körperlichen Krankheit.

    Das mindert keinesfalls seine eventuelle Verantwortung für den Tod der 149 Menschen! Es lässt aber die Vermutung zu, dass er vielleicht nicht all diese Menschen mit in seinen Suizid nehmen wollte, sondern vielleicht einfach die Möglichkeit nutzte alleine im Cockpit zu sein und da er die Gegend kannt wenigstens einmal selbst (ohne Autopilot) fliegen wollte. Und vielleicht hat er dabei einen entscheidenden Fehler gemacht und das was danach folgte war seiner Panik geschuldet?

    Dies entschuldigt NICHT den Tod der Passagiere und Crewmitglieder. Es würde aber bedeuten, dass es kein geplaner Suizid und kein geplanter Mord an den Passagieren und Crew-Mitgliedern war, sondern eine Verkettung von Panik, zutiefster Verweiflung und dem (egoistischen?) Wunsch wenigstens einmal - ganz ohne Autopilot - selbst seine "Traummaschine" zu fliegen.

    Was genau passiert ist, wird sich vermutlich erst in vielen Monaten erweisen - sofern der Flugschreiber gefunden wird und auslesbar ist.

    Und bis dahin sollten sowohl die Opfer, deren Angehörige - auch die Angehörigen des Co-Piloten - unbehelligt von irgendwelchen Pressefotographen oder Journalisten leben können und Zeit für ihre Trauer finden können.

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    1. Warten wir doch einfach, ab bis die Untersuchungen komplett abgeschlossen sind. Es bringt nichts, jetzt noch weitere Spekulationen über Ablauf und Ursachen anzustellen. Heute Morgen ging z.B. durch das Radio die Meldung, daß auch ein technischer Defekt nicht auszuschließen sei.
      Da weiß man gar nicht mehr, was man von den ganzen Meldungen noch halten soll.

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