Samstag, 14. März 2015

Ha, endlich habe ich noch mal tanzende Nonnen beim liturgischen Missbrauch ertappt...!

Ich weiß ja, was ich manchen Leserinnen
und Lesern schuldig bin: Sie lechzen nach Belegen für liturgischen Missbrauch!
Hier kommt wieder sowas Abscheuliches:
Da wurden fleißige Tradis kürzlich im Internet mal wieder fündig und können
so mit Video belegen, wie franziskanische Nonnen in einer italienischen Kirche den Gläubigen mit wildem liturgischen Tanz einheizen.
Wir rufen jetzt bitte alle dreimal hinter-
einander zusammen mit ihnen: Empörung! Empörung! Empörung!
Nanu? - Der "KREUZKNAPPE" jetzt im Sumpf des deutsch-linkskatholischen Mainstreams, sich über die Tradis lustig machend? - Schon anlässlich des erkennbaren Trends bei der hier aktuell laufenden Leser-Umfrage über Papst Franziskus vermuteten ein paar enttäuschte Leser: Der "Kreuzknappe" ist ein Deserteur, ein feiger Überläufer ins feindliche Lager der Stuhlkreis-Katholiken...
Nee, nee, der "augenzwinkernde" Tradi ist schon noch aktuell. Aber der begnügt sich zumeist nicht mit dem ersten Augenschein, wenn von wem auch immer reflexartig "Skandal! Skandal!" gebrüllt wird.
Im konkreten Falle habe ich zu dem Video schon was Aufschlussreiches anzumerken. Aber schauen wir doch erst mal hinein in den vermeintlich teuflischen Tanz-Abgrund... ---> KLICKEN !
So, und nun, nach einmal tief Durchatmen, der wirkliche Hintergrund
des Ganzen: Tatsächlich handelt es sich um einen kleinen Ausschnitt aus einem lobenswerten Projekt zur Neu-Evangelisierung. In den Ortschaften des betreffenden italienischen Pfarrverbandes sind laut Veranstaltungs-
kalender innerhalb der Dauer von 11 Tagen (!) insgesamt bis zu 70 Mönche und Nonnen im Einsatz, um ein vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen. Einzelheiten dazu gibt's ---> HIER und HIER, wobei man beim letzteren Link durch Weiterklicken noch viele Details erfährt.
Man mag die kleine Tanz-Einlage sehen, wie man will. Jedenfalls fand
das nicht bei einem Gottesdienst statt, sondern während einer Katechese-Stunde, die offensichtlich auch erfreulich gut besucht war...
Also, bitte schön, immer fair bleiben und nicht sofort eine Verschwörungs-
theorie gegen Gott und Glauben herbeischreiben!

.
              (Vorsicht: Dieser Artikel enthält hohe Anteile an Humor und Ironie!)

Kommentare:

  1. Danke dem Kreuzknappen für die ehrliche Art und Weise
    der Berichterstattung. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie verhängnisvoll
    es sein kann, wenn man sich mit dem ersten Blick auf ein Ereignis begnügt.
    Insofern können alle "Lager" in der katholischen Kirche daraus lernen.

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  2. Diözesaner Bürohengst14. März 2015 um 19:34

    Genau vor diesem sich Aufschwingen zum Richter über andere
    hat Papst Franziskus auch immer wieder gewarnt.
    Manche Tradis erinnern da ein wenig an die "Pawlow'schen Hunde":
    Kaum sehen sie einen Tanz in der Kirche, läuft ihnen schon der
    Speichel zur Kritik im Munde zusammen.
    Man macht sich als Außenstehender kein Bild davon,
    was alles an Beanstandungen im Ordinariat eintrudelt...

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  3. Die Versuche des Kreuzknappen, diesen peinlichen Tanz
    von Franziskanerinnen auch noch zu rechtfertigen, ist gründlich
    misslungen. Kein einziges stichhaltiges Argument bringt er vor,
    sondern verweist nur auf eine an sich durchaus lobenswerte
    Katechese im Rahmen einer Gemeindemission.
    Die Erklärung, warum dazu solch ein Tanz nötig ist, bleibt der
    Kreuzknappe seinen Lesern schuldig.

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    1. Dann tanzen Sie doch einfach nicht mit, wenn Sie´s nicht mögen.

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    2. Tolles Argument, Herr Friedrich!
      Das ist ungefähr auf diesem Niveau:
      Als ein Mann mal spätabends heimkommt, muss er zu seinem
      Schrecken miterleben, wie drei junge Burschen vor seiner
      Haustüre gerade dabei sind, seine Tochter zu vergewaltigen.
      Als er um Hilfe schreit, meint sein Nachbar nur:
      Was regen Sie sich denn auf, Sie brauchen doch nicht dabei
      mitzumachen...!

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    3. Inwieweit ist I.E. der Tanz im Gottesdienst eine Vergewaltigung vergleichbar? Dieser Vergleich zeigt einmal mehr die Verhöhnung von Frauen in Teilen des Tradi-Milieus.

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    4. Der Vergleichspunkt, Frau Seibert,
      ist die Vergewaltigung.
      Niemand lässt eine Vergewaltigung seiner Lieben geschehen,
      ohne wenigstens den Versuch zu machen, dies abzuwenden.
      Genau dies ist auch der Fall, wenn wir "Tradis" zumindest ver-
      suchen, unsere Gotteshäuser vor den Vergewaltigungen des
      Zeitgeistes zu schützen.

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    5. Dann gehe ich davon aus, dass die "Tradis" auch die Bibel verändern und alle Passagen, wo in einem religiösen Zusammenhang vom Tanz die Rede ist, z.B.. der vor der Bundeslade tanzende David, mit dem den Tradis eigenen heiligen Zorn und Ernst aus der Bibel ausmerzen.

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    6. In der Bibel steht auch was von Hand abhacken und Auge
      ausreißen. - Hätten Sie da Bedarf?
      Geben Sie mir doch mal einen Tipp, in welcher Kirche David
      mit dieser Nummer aufgetreten ist...!

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    7. Er ist vor dem damaligen Allerheiligsten, der Bundeslade mit seinem Tanz aufgetreten. Wenn das legitim ist, bloss weil es nicht in einer aktholischen Kirche war, dann sagt das einiges aus über die theologische Kompetenz des Tradi-Milieus.

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    8. Wenn ich Balthasar folge,
      frage ich mich, warum es eigentlich nicht längst in die Bibel
      eingearbeitet wurde, dass Jesus im Tempel von Jerusalem
      mit seinen Jüngern einen Gruppentanz aufführte...?!

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    9. Aha. Die Tradis nehmen also wie der Erzketzer und Gnostiker Marcion das AT nicht ernst. Für sie ist es durch das NT obsolet geworden. Interessant.

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    10. "...dass Jesus im Tempel von Jerusalem
      mit seinen Jüngern einen Gruppentanz aufführte...?!" -
      Weiß ich´s?
      Übrigens deutet das jesuanische Verhalten weniger auf eine Ablehnung von Tanz und Freude im Tempelbereich hin als vielmehr auf einen drastischen, impulsiven Widerwillen gegen die Verzweckung des Menschen durch Kommerz auch noch im heiligen Bezirk. Der Mensch benötigt einen Schutzraum, ein Seelenrefugium jenseits des Nutzenparadigmas.

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    11. Da hätte Jesus noch heute jede Menge zu tun, käme er in den heiligen Bezirk des Vatikans, wo die frommen Devitionalienhändler alle drei Meter ihren Kitsch feilbieten. Und im Petersdom hätte er auch so manches auszumisten. Aber davon wollen unsere lieben Tradis ja nie was hören...

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  4. Mal, ohne jeden Hintersinn, eine Frage an die "Tradis" hier:
    Warum soll sich der Herr durch einen Tanz im Gotteshaus beleidigt oder gar, wie oben formuliert, "vergewaltigt" fühlen?
    Würde mich wirklich interessieren.

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