Mittwoch, 22. April 2015

Aufreger: Lesbische Kinderhort-Leiterin darf nicht mehr für die CARITAS arbeiten...

Die Geschichte bietet mal wieder
ausreichend Empörungs-Potenzial: Die CARITAS will die lesbische Leiterin eines Kinderhorts nach deren Ankündigung, mit ihrer Freundin eine Lebenspartnerschaft einzugehen, nicht mehr weiter beschäftigen. Erstaunlicherweise hat man sich diesmal aber "in gegenseitigem Einvernehmen" auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ge-
einigt, ohne eine Prozesslawine loszutreten. Das Medienecho reicht von relativ sachlich bis hin zu teilweise vereinfachenden Leser-
kommentaren. Man schaue z.B. ---> HIER und HIER und HIER !
Solche Fälle sind immer für beide Vertragsparteien unangenehm. Andererseits darf wohl auch daran erinnert werden, dass insbesondere führende Arbeitnehmer sich vertraglich zur Einhaltung der kirchlichen Grundordnung für Arbeitsverhältnisse verpflichtet haben, in der auch klar die Folgen von Verstößen beschrieben sind. ---> HIER !

Ferner sei daran erinnert, dass zur Verblüffung mancher Medien sogar das Bundesverfassungsgericht erst im November 2014 in einem Grundsatzur-
teil die Rechtmäßigkeit einer Kündigung bestätigt hat. ---> HIER !
Es mag sein, dass in Einzelfällen und insbesondere bei nicht führenden Positionen eine großzügigere Entscheidung kirchlicher Arbeitgeber ange-
bracht wäre. Ein Entwurf zur Reduzierung solcher Loyalitätspflichten soll ja in Kürze der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt werden.
Man würde sich aber wohl in die Tasche lügen, wenn man sich kirchlicher-
seits dadurch langfristige Ruhe an dieser Frontlinie erhoffen würde. In be-
währter Salami-Taktik wird der Druck der veröffentlichten Meinung die Kirche bewegen wollen, ihre Grundsätze schließlich weitestgehend über Bord zu werfen.
Machen wir uns also nichts vor: Kirchliche Vorstellungen und Standards werden an-stößig bleiben, weil sie sich dem Zeitgeist nicht bereitwillig und devot unterwerfen.