Montag, 28. September 2015

Papst Franziskus kritisiert die Verengung der Debatte auf wiederverheiratet Geschiedene...

Inzwischen liegt eine komplette Fassung der fliegenden Presse-
konferenz mit Papst Franziskus vor (in englischer Sprache ---> HIER !), aber jetzt auch eine ausführliche Zusammenfas-
sung. Daraus wird unter ande-
rem deutlich, dass der Papst
die öffentliche Verengung der Debatte auf wiederverheiratet Geschiedene sehr bedauert. "Dies erscheine ihm zu vereinfachend und 'keine Lösung'", wird er im Artikel der österreichischen Nachrichtenagen-
tur "kathpress" zitiert ---> HIER !
Unzufrieden ist er auch mit der üblichen Art der Ehevorbereitung.
Auf das Priesteramt bereite man sich acht Jahre lang vor, und "für die lebenslange Ehe gerade mal vier Kursabende... Da stimmt etwas nicht". Dies sei auch Thema der nächsten Sonntag beginnenden Familien-
synode
.
Womit mal wieder deutlich wird, dass es bei den vielbeschworenen Realitäten, die die Kirche zur Kenntnis nehmen soll und sich mit ihnen irgendwie arrangieren soll, auch die umgekehrte Denkweise gibt:
Wie wäre es denn, ganz im Sinne des Papstes, wenn die Realität einer miserablen Ehevorbereitung so verbessert würde, dass die Partner auch wirklich wissen, was sie tun, wenn sie eine katholische Ehe eingehen?!
Das würde dann auch die Zahl wiederverheiratet Geschiedenen und der Ehenichtigkeitsverfahren reduzieren helfen...

Kommentare:

  1. Ob die Zahl gescheiterter Ehen wirklich bei einer intensiveren Sakramentenvorbereitung sinkt, ist eine interessante Frage. Ich glaube es kaum, die Erfahrungen bspw. in Spanien oder Lateinamerika sprechen m.E. eigtl. nicht dafür. Allenfalls würden die Leute weniger oft kirchlich heiraten, weil sie keine Lust auf die Zwangskatechese haben.
    Damit gäbs dann höchstens weniger Ehenichtigkeitsfälle, weil einerseits weniger Leute sich trauen lassen und andererseits die, die es tun, sich nicht mit Unkenntnis herausreden können. Dass die Ehen weniger oft scheitern, glaube ich aber nicht, das hat ja ganz andere (soziologische) Ursachen.

    Die Idee an sich, also dass man die Vorbereitung irgendwie verbessert, finde ich natürlich trotzdem richtig.

    Richtig ist es m.E. auch, das Thema der zivil wiederverheiratet Geschiedenen tiefer zu hängen. Das wird unnötig dramatisiert und ideologisch aufgeladen, es gibt viel bedeutendere Fragen bzgl. Familie (nicht nur die Ehevorbereitung).

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  2. Die kritisierte Verengung auf die WG findet doch auf beiden Seiten statt. Nicht nur bei den "Liberalen", sondern genauso bei den Tradis, die behaupten, daß die gesamte Sakramentenlehre der Kirche explodiert, wenn einem WG die Kommunion gewährt wird.

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