Freitag, 23. Oktober 2015

KNA-Chefredakteur: Die meisten deutschen Katholiken gehen unwürdig zur Kommunion...!

So allmählich habe ich alles Wesentliche gesichtet, das während meiner einwöchigen Abwesenheit in katholischen Medien thema-
tisiert wurde. Heute greife ich mal einen Artikel auf, der bereits vor drei Tagen beim Kölner "domradio" (und anderswo sicher auch) erschien und von KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel stammt.
Die Überschrift "Fragen und Antworten zu wiederverheiratetet Geschiedenen" zeigt schon an, dass hier ein Überblick über die tatsächliche und "theoretische" Lage geboten werden soll.
So erfahren wir dort dann unter anderem auch zum Thema Kommunion: "
Die Praxis beim Sakramentenempfang ist uneinheitlich. In vielen Ländern ... beichten Katholiken nach einer Sünde, bevor sie die Kommunion empfangen, denn nach katholischer Lehre ist der Kommunionempfang ohne vorherige Sündenvergebung nicht erlaubt.
Im deutschsprachigen Raum beichten nur wenige Katholiken, aber fast alle Kirchgänger empfangen die Kommunion. Sie übertreten damit, oft gedul-
det von den Seelsorgern, die kirchlichen Regeln oder haben eine andere Auffassung von dem, was Sünde ist." ---> HIER !
Wohl eher unbeabsichtigt zeigt das Zitat eines führenden katholischen Journalisten, wie traurig die reale Lage seit Jahren und Jahrzehnten in Deutschland ist, mit Duldung von Priestern und Bischöfen. Der unwürdige Empfang der Eucharistie ist inzwischen also zum Normalfall geworden.  Würde man darüber abstimmen lassen, könnte man die verpflichtende Beichte gleich mal aus der Kirche verbannen.

Sündenbewusstsein? - Fehlanzeige!
Doch die deutschen Bischöfe lassen es dabei bewenden und verfassen bestenfalls mal vom Schreibtisch aus ein Hirtenwort, das auch gleich wieder in Vergessenheit gerät. Will man die Leute nicht vor den Kopf stoßen?

Ich fürchte, das Problem sitzt noch tiefer. Aus einer großen Umfrage un-
ter deutschsprachigen Priestern wissen wir ja schon, dass die meisten von ihnen selbst höchstens einmal im Jahr zur Beichte gehen. Was soll man da schon erwarten...? 

Umfrage bei Priestern ---> HIER !
Ich meine, die Synode in Rom hätte demnach noch ganz anders ansetzen müssen, wenn eine wirkliche Reform der Kirche im Sinne des Wortes er-
reicht werden soll...
 

Kommentare:

  1. Ist das wirklich eine Neuigkeit?
    Neu ist bestenfalls, dass KNA das jetzt auch bemerkt hat.
    Bei den Bischöfen wird's wohl noch etwas dauern.

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  2. Ein Münchner auf Erden23. Oktober 2015 um 16:37

    Priester und erst recht die Bischöfe sollen und müssen
    Hirten sein, die den ihnen Anvertrauten die Richtung weisen.
    Ich kann hier leider nur Versagen auf breiter Front feststellen.
    Wo ist der Bischof, der zu wirklicher Buße und zur Beichte
    aufruft und der hilfreiche Katechesen dazu anbietet?
    Es ist ein Jammer mit unserer reichen armen deutschen Kirche!

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  3. Auf den Punkt getroffen!!! Die eigentliche Schwachstelle in der ganzen Kirchenmisere ist das fast völlig weggebrochene Sakramentenverständnis, insbesondere Beichte und Eucharistie und die besondere Verbindung dieser beiden Sakramente.

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  4. Es gilt auch hier die uralte, einfache und einfach wahre Satz von Fußball-Trainerlegende Adi Preißler: "Grau ist alle Theorie. Entscheidend is auf'm Platz." Und da können 300 alte Herrn in Rom noch so viel rumtheoretisieren, "auf'm Platz" ist das Thema "Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene" längst entschieden. Insofern ist diese ganze Synode eigentlich ein Witz und völlig irrelevant. Das weiß der Papst auch.

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    1. Was ist denn das für ein Unsinn, Magdalene?
      Dann könnte man gleich auch argumentieren: Da es in Deutschland
      Hunderttausende von Bürgern gibt, die ihr Finanzamt oder eine Versicherung
      betrogen haben, ist es längst entschieden: Die Praxis zeigt, dass man
      lügen und betrügen darf.

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    2. Also erstens mal ist der Vergleich einer Frau, die nach jahrelanger Gewalt durch ihren ach so katholischen "Ehemann" diesen hinter sich gelassen und ihr Gück in einer neuen Ehe gefunden hat (auch wenn das nach katholischer Lehre bekanntlich eine schlimmere Sünde als Mord, weil nicht vergebbar ist), mit Versicherungsbetrügern eine Taktlosigkeit. Und zweitens mal, klar dürfen Sie so viele Synoden mit Hunderten greiser Herren machen wie Sie wollen - das Kirchenvolk und die Mehrzahl ihrer Priester interessiert sich längst nicht mehr für das abstrakte Geschwurbel einer "Lehre", die nur mit Verachtung auf die Wirklichkeit sieht. Deshalb haben sie sich von dieser "Lehre" frei gemacht. "Magadalene" hat recht: Entscheidend ist auf dem Platz! Die deutschen Bischöfe haben das immerhin ansatzweise verstanden.

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    3. Franzl scheint den Unterschied zwischen Demokratie
      und Glauben nicht zu kennen und mogelt sich mit Uralt-
      Vorurteilen vom gewalttätigen Ehemann durch,
      der allerdings bei den Ehenichtigkeitsverfahren seltsamerweise
      so gut wie nicht vorkommt!
      Taktlos ist vor allem, die Kirche als Demokratie darzustellen.
      Handeln wir mit Gott per Mehrheitsbeschluss einen Sondertarif aus?
      Das ach so gerne zitierte Kirchenvolk als Maßstab zu nehmen,
      anstatt Bibel und Kirchenlehre als Grundlage zu nehmen,
      erweist sich in der Praxis als völlig daneben.
      In unserem Bistum Münster kam in einer offiziellen Umfrage heraus,
      dass über ein Drittel der befragten angeblich aktiven Katholiken
      noch nicht einmal den Namen ihres zuständigen Pfarrers ihrer
      Pfarrei nennen konnten...

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    4. @Diakon: klar kommt ein gewalttätiger Ehemann für einen "konservativen Katholiken" nicht vor. Ist doch dessen Gewalt stets eine berechtigte Notwehr gegen unverschämte Emanzen-Gattinnen, die sich ihren ehelichen Pflichten dreist entziehen. Kein Wunder, daß die kath. Kirche bis zuletzt erbittert dagegen gekämpft hat, daß ein Straftatbestand Vergewaltigung in der Ehe geschaffen wurde.

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    5. Leser Franzl ist ein begnadeter Vereinfacher, scheint mir.
      Die Situation ist allerdings in Wahrheit etwas komplizierter.
      Noch vor wenigen Jahrzehnten hatten sogar in Deutschland die
      Frauen deutlich weniger Rechte als die Männer; ohne Zustimmung
      des Mannes konnte noch nicht einmal eine Arbeit angenommen werden:
      http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-21578/zum-weltfrauentag-meilensteine-der-frauenemanzipation-in-deutschland-die-erste-frau-die-ohne-erlaubnis-ihres-ehemannes-arbeiten-darf_aid_605621.html

      Das Thema Vergewaltigung in der Ehe ist höchst komplex
      und ganz ohne Zutun der Kirche nicht im Blick der Juristen gewesen:

      http://www.zeit.de/1981/10/zeitlese

      Bereits bei den Germanen, die nicht gerade als katholisch gelten
      können, war die Frau juristisch zweitrangig:
      http://www.joerg-rudolph.de/diplomarbeit/03_rechtsgeschichtlicher_ueberblick.htm

      Erst 1968 kam Bewegung in die Diskussion durch den Juristen Hanack,
      der das Problem der Vergewaltigung in der Ehe auf dem 47. Deutschen
      Juristentag thematisierte.

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    6. Ja, und die kath. Kirche war es dann in den 70er Jahren, die mit allen Mitteln dagegen kämpfte, dass es "Vergewaltigung in der Ehe" gibt, weil sie mit ihrem kruden Begriff der sakramentalen ehelichen Pflicht argumentierte. Da konnte natürlich nicht sein, was sakramental nicht sein durfte.

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